Hitze, Appetit

Hitze und Appetit: Schon 27 Grad senken Kalorienaufnahme um 100

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 23:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Hohe Temperaturen drosseln den Hunger und verlangsamen die Verdauung. Experten raten zu wasserreichen Lebensmitteln und mehreren kleinen Mahlzeiten.

Hitze reduziert Appetit: Tipps für leichte Ernährung
Ein Glas Wasser mit Eis und Zitrone neben Wassermelone und Gurken, die Frische und Hydratation bei Hitze symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Verdauung erzeugt Wärme. Deshalb drosselt der Organismus bei Hitze den Hunger. Schon ein Anstieg von 20 auf 27 Grad Celsius senkt die Kalorienaufnahme um durchschnittlich 100 Kilokalorien pro Tag.

Was im Körper passiert

Dan Baumgardt von der University of Bristol erklärt: Die Verdauung läuft bei Hitze langsamer. Gleichzeitig sinkt der Spiegel des Hormons Ghrelin – es signalisiert dem Gehirn normalerweise Hunger.

Der Körper konzentriert sich stattdessen aufs Kühlen. Schwitzen steht im Vordergrund. Das erhöht den Bedarf an Flüssigkeit und Elektrolyten.

Leichte Kost für heiße Tage

Ernährungsexperten empfehlen wasserreiche Lebensmittel. Wassermelonen bestehen zu 91 Prozent aus Wasser. Auch Gurken, Tomaten, Beeren und Pfirsiche liefern Flüssigkeit und wichtige Elektrolyte wie Kalium.

Bestimmte Kräuter helfen zusätzlich. Pfefferminze enthält Menthol, das Kälterezeptoren stimuliert. Koriander, Zitronenmelisse und Fenchel unterstützen die Verdauung.

Der Trick: Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen. Große Portionen überlasten das Verdauungssystem.

In sozialen Netzwerken feiert ein traditionelles Rezept Comeback: Hwachae – ein südkoreanisches Dessert aus Früchten, Milch und kohlensäurehaltigen Getränken.

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Neue Forschung: Schokolade als Appetitzügler?

Eine Studie der University of Malaya zeigt Überraschendes: Der Geruch von dunkler Schokolade mit 90 Prozent Kakaoanteil kann den Appetit reduzieren. Bestimmte Aromen beeinflussen offenbar die Ghrelin-Ausschüttung.

Parallel dazu erforschen Wissenschaftler der LMU München und der TU Dresden, wie erhitzte Lebensmittel das Darmmikrobiom verändern. Sie identifizierten das Enzym SpeC in E. coli-Bakterien. Es baut Verbindungen ab, die beim Erhitzen von Nahrung entstehen. Die genauen Zusammenhänge mit Leber- und Darmerkrankungen sind noch unklar.

Hitze kostet Produktivität

Die optimale Temperatur für Büroarbeit liegt bei 20 bis 24 Grad. Ab 30 Grad sinkt die Produktivität pro zusätzlichem Grad um drei Prozent. Gedächtnis und Auffassungsgabe leiden.

Besonders betroffen: Bergbau, Fertigungsindustrie und Pharmabranche.

Arbeitnehmervertreter fordern die WSS-Regel: Wasser, Sonnencreme, Schatten. Arbeitgeber sollen bei extremer Hitze drei bis fünf Liter Getränke pro Tag bereitstellen und flexible Arbeitszeiten ermöglichen.

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Blick in die Zukunft

Eine Nature-Studie aus dem Jahr 2026 prognostiziert: Bis 2050 muss sich die globale Ernährung grundlegend wandeln. Die Planetary Health Diet setzt auf pflanzliche Kost. Sie könnte Treibhausgasemissionen aus der Viehzucht massiv senken und ernährungsbedingte Krankheiten reduzieren.

Zentraler Pfeiler: deutlicher Ausbau des Anbaus von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten.

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