Hirntraining: Fünf Minuten täglich verbessern geistige Leistung
23.06.2026 - 14:08:49 | boerse-global.de
Während spezielle Trainings-Apps die geistige Leistung steigern können, warnen Experten vor Sucht und digitaler Demenz.
Hirntraining: Fünf Minuten am Tag reichen
Forschung der University of Texas in Dallas zeigt: Schon fünf bis 15 Minuten tägliches Hirntraining verbessern die geistige Gesundheit. Die Studie lief über drei Jahre mit knapp 4.000 Erwachsenen zwischen 19 und 94 Jahren.
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Besonders profitieren Teilnehmer mit niedrigem Ausgangsniveau. Selbst über 90-Jährige können noch von den digitalen Übungen profitieren.
Auch in der Psychotherapie gewinnen digitale Anwendungen an Bedeutung. Bei Wartezeiten von durchschnittlich 20 Wochen auf einen Therapieplatz kommen vermehrt KI-Programme zum Einsatz. Diese Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) zeigen nach vier bis acht Wochen Effekte, die mit klassischer Therapie vergleichbar sind.
Experten warnen jedoch vor Risiken: Fehlantworten, emotionale Abhängigkeiten und Datenschutzprobleme bei allgemeinen KI-Chatbots sind nicht zu unterschätzen.
Suchtdesign: Die dunkle Seite der Plattformen
Der Verbraucherzentrale Bundesverband wirft TikTok, Instagram und YouTube vor, den Jugendschutz systematisch zu vernachlässigen. Algorithmen seien gezielt auf Dauernutzung ausgelegt, Schutzfunktionen für Minderjährige oft leicht umgehbar.
Die EU-Kommission bereitet vorläufige Feststellungen gegen Meta vor. Eine Untersuchung unter dem Digital Services Act (DSA) prüft seit Mai 2024, ob Facebook und Instagram junge Nutzer bewusst süchtig machen.
Bereits im März 2026 entschied eine Jury in Los Angeles: Technologiekonzerne wie Meta und Google haben in diesem Bereich fahrlässig gehandelt.
Digitale Demenz: Jeder siebte Inder psychisch krank
Fachleute diskutierten im Juni 2026 bei den Manappuram Dialogues über das Phänomen der digitalen Demenz. Dr. Manoj Sharma bezeichnete sie als Lebensstil-Diagnose durch Überabhängigkeit von digitalen Geräten.
In Indien ist mittlerweile jeder siebte Bürger von psychischen Erkrankungen betroffen. Experten fordern strengere Regulierungen für Jugendliche unter 15 Jahren.
Norwegen zeigt: Weniger Bildschirm bringt mehr
Die Auswirkungen digitaler Ablenkung zeigen sich besonders im Bildungssektor. Norwegen führte im Frühjahr 2026 strenge Schulregeln ein: Telefonverbot und Rückkehr zu gedruckten Materialien.
Erste Daten belegen einen Aufmerksamkeitsanstieg um 25 bis 30 Prozent. Auch die Ergebnisse in Lese- und Schreibtests verbesserten sich. KI-Anwendungen sind in Grundschulen nahezu untersagt, in weiterführenden Schulen nur unter Aufsicht erlaubt.
Deutsche verkürzen Online-Zeit
Auch in Deutschland ist ein Trend zur Reduzierung der Bildschirmzeit erkennbar. Laut Postbank Digitalstudie 2026 sank die durchschnittliche Online-Zeit auf 67,5 Stunden pro Woche – ein Rückgang von fünf Stunden gegenüber dem Vorjahr.
Besonders unter 40-Jährige schalteten früher ab. 31 Prozent der Befragten wollen ihre Bildschirmzeit künftig sogar noch weiter einschränken.
Verbot oder Medienkompetenz? Die politische Debatte
Australien führte bereits im Dezember 2025 ein Social-Media-Verbot für bestimmte Altersgruppen ein. In Deutschland diskutiert man über ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren.
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Die Elterninitiative „Smarter Start ab 14“ forderte im Juni 2026 in einem offenen Brief schnellere Schutzmaßnahmen.
Dagegen lehnen der Ethikrat und die Bildungsministerkonferenz pauschale Verbote ab. Ein Bündnis aus Bitkom und weiteren Organisationen positionierte sich im Juni 2026 gegen ein Verbot. Ihre Forderung: mehr Medienkompetenz und konsequente Durchsetzung bestehender Regeln zur Altersverifikation.
Ziel müsse sein, altersgerechte Angebote zu schaffen – statt den Zugang zu digitalen Räumen grundsätzlich zu beschränken.
