Herzinfarkt und Schlaganfall: Studie mit 9 Millionen zeigt 99% Vermeidbarkeit
16.06.2026 - 23:03:24 | boerse-global.de
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie mit neun Millionen Teilnehmern. Die Auswertung, veröffentlicht im Journal of the American College of Cardiology, zeigt: Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, erhöhter Blutzucker und Rauchen sind für bis zu 99 Prozent der kardiovaskulären Ereignisse verantwortlich. Besonders tückisch: Erhöhte LDL-Werte bleiben oft jahrelang unbemerkt.
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Gentherapie senkt Cholesterin dauerhaft
Die Pharmaindustrie arbeitet an neuen Lösungen. Der Pharmakonzern Lilly präsentierte Ergebnisse der Phase-1b-Heart-2-Studie zum Wirkstoff Verve-102. Dabei handelt es sich um eine Gentherapie, die das PCSK9-Gen gezielt ausschaltet. Eine einmalige Infusion senkte das LDL-Cholesterin dosisabhängig um bis zu 62 Prozent. Die Wirkung hielt über 18 Monate an – ohne schwerwiegende Nebenwirkungen.
Parallel dazu empfahl die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eine hochdosierte Semaglutid-Tablette zur Gewichtsreduktion. In Studien verloren Teilnehmer damit durchschnittlich 16 Prozent ihres Gewichts. Endokrinologe Dr. Aleksandar ?ogo warnt jedoch: „Medikamente ersetzen keinen gesunden Lebensstil."
Implantat statt Blutverdünner
Auch die Medizintechnik bietet Alternativen. Boston Scientific brachte mit dem WATCHMAN FLX Pro ein Implantat zum Verschluss des linken Vorhofohrs auf den Markt. Es richtet sich an Patienten mit Vorhofflimmern. Die CHAMPION-AF-Studie mit 3.000 Teilnehmern aus 16 Ländern verglich das Verfahren mit neuen oralen Antikoagulanzien (NOAC).
Das Ergebnis: Das Implantat war der Medikation bei der Schlaganfallprävention nicht unterlegen – und senkte das Blutungsrisiko um 45 Prozent. Die Boston-Scientific-Aktie notierte am 16. Juni 2026 bei 82,40 US-Dollar.
Weniger Bauchfett, weniger Diabetes
Eine Langzeitstudie der Universität Leipzig und der Ben-Gurion-Universität, veröffentlicht in Circulation, zeigt einen überraschenden Effekt: Jede Reduktion des viszeralen Fetts um zehn Prozent senkt das Risiko für Typ-2-Diabetes um 28 Prozent. Dieser Schutz hielt bis zu zehn Jahre an – selbst bei späterer Gewichtszunahme.
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Auch einfache Ernährungsumstellungen wirken. Der lösliche Ballaststoff Beta-Glukan aus Haferflocken senkt nachweislich das LDL-Cholesterin. Bei Patienten mit metabolischem Syndrom wurden Senkungen um bis zu zehn Prozent beobachtet. Ernährungswissenschaftler empfehlen zudem mediterrane Kost mit Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Bitterstoffen aus Artischocke oder Chicorée.
Die Psyche macht krank
Die Kardiologie entdeckt zunehmend die Verbindung zwischen Seele und Herz. Dr. Cornelia Ulrich, Chefärztin im Salus-Fachklinikum Uchtspringe, stuft Depressionen als eigenständigen Risikofaktor für Herzerkrankungen ein – vergleichbar mit dem Rauchen. Rund 20 bis 30 Prozent der Herzinfarkt-Patienten entwickeln anschließend depressive Verstimmungen.
Prof. Dr. Dr. med. Donas vom Asklepios Gefäßzentrum RheinMain rät anlässlich des Tages des Cholesterins am 12. Juni 2026 zu regelmäßigen Kontrollen der Blutfettwerte und Gefäße per Ultraschall. Die wichtigsten Schutzfaktoren: mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche, sieben bis acht Stunden Schlaf und ein konsequenter Rauchstopp.
