Herzinfarkt-Prävention, Minuten

Herzinfarkt-Prävention: 22 Minuten Training pro Woche senken Risiko um 38%

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 10:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine Langzeitstudie belegt: Kurze Hochintensitätseinheiten reduzieren kardiovaskuläre Risiken um 38 Prozent. Experten warnen jedoch vor Risiken bei Bluthochdruck.

22 Minuten Training pro Woche senken Herzinfarkt-Risiko drastisch
Eine Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, die im Freien moderat trainieren, mit angedeuteten medizinischen Daten im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Langzeitstudie.

In Deutschland leidet bereits jeder Dritte am metabolischen Syndrom – einer gefährlichen Kombination aus Bluthochdruck, Übergewicht und gestörten Stoffwechselwerten. Neue Studien und Leitlinien aus der ersten Jahreshälfte 2026 zeigen, welche Trainingsformen wirklich helfen.

Die 22-Minuten-Regel

Eine Langzeitstudie im British Journal of Sports Medicine untersuchte 38.960 Patienten über acht Jahre. Das Ergebnis: Schon 22 Minuten hochintensives Training pro Woche senken das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um 38 Prozent.

Besonders effektiv sind kurze, einminütige Belastungsphasen. Die Forscher Dr. Josephine Hessert und Dr. Brian Becerra warnen allerdings: Bei bestehendem Bluthochdruck können längere hochintensive Phasen das Schlaganfallrisiko um das Zwei- bis Dreifache erhöhen. Als sichere Basis empfehlen Fachleute weiterhin moderate Bewegung von mindestens 150 Minuten pro Woche.

Krafttraining unterschätzt

Isometrische Übungen wie der Unterarmstütz rücken zunehmend in den Fokus. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023 mit 270 Studien und 16.000 Probanden belegt: Bereits nach zwei Wochen sinkt der systolische Blutdruck um 8 mmHg, der diastolische um 4 mmHg. Zum Vergleich: Klassischer Ausdauersport erzielt ähnliche Werte.

Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums, erschienen im Juli 2026 in Frontiers in Public Health, zeigt zudem: Zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche sind mit nur 40 bis 60 Minuten Aufwand erreichbar. Strategien wie „Exercise Snacks“ – kurze Bewegungseinheiten im Alltag – oder Supersätze machen effektives Muskeltraining auch bei wenig Zeit möglich.

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Schon 22 Minuten pro Woche können Ihr Herzinfarkt-Risiko um 38% senken – das belegt eine aktuelle Langzeitstudie. Doch bei Bluthochdruck ist Vorsicht geboten: Falsches Training kann das Schlaganfallrisiko verdreifachen. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen den sicheren Weg – mit Übungen, die wirklich helfen. Jetzt kostenlosen Trainingsplan anfordern

Das metabolische Syndrom im Visier

Bluthochdruck tritt selten allein auf. Das Universitätsklinikum Saarland in Homburg hat deshalb ein interdisziplinäres „Metabolisches Board“ eingerichtet. Kardiologen, Diabetologen und Ernährungsmediziner arbeiten hier zusammen, um das sogenannte tödliche Quartett zu bekämpfen und Folgeschäden an Nieren, Augen und Gefäßen zu verhindern.

Ergänzend dazu veröffentlichten 64 Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Katharina Wirnitzer im Juli 2026 einen globalen Präventions-Konsens. Der 10-Punkte-Fahrplan HEAL zielt auf gesunde Ernährung und aktive Lebensweise. Hintergrund: Nichtübertragbare Erkrankungen verursachen weltweit 75 Prozent, in Europa sogar bis zu 90 Prozent der Todesfälle.

Neue Leitlinien für Risikopatienten

Auch in der Rheumatologie gewinnt das Thema an Bedeutung. Eine neue S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie fordert die konsequente Erfassung von Blutdruck und Blutfettwerten bei Rheumapatienten. Chronische Entzündungen erhöhen das kardiovaskuläre Risiko – neben Medikamenten wird deshalb explizit zu Lebensstilmaßnahmen geraten.

Die mit 2,4 Millionen Euro geförderte ARTIFICE-Studie der Universitätsklinik Heidelberg untersucht zudem die ambulante Versorgung nach leichten Schlaganfällen oder TIA. Ergebnisse für Patienten über 60 Jahre werden Ende 2029 erwartet.

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Bewegung als Ergänzung

Rhythmisches Gehen mit speziellen Atemzyklen kann die Fettverbrennung fördern und Stressparameter senken – was sich positiv auf Blutdruck und Cholesterin auswirkt. Fachberater betonen jedoch: Solche Methoden ersetzen nicht die etablierten Empfehlungen wie Gewichtsreduktion, Salzverzicht und Rauchstopp. Sie sind Ergänzung, nicht Alternative.

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