Herzinfarkt, Frauen

Herzinfarkt bei Frauen: Diagnose dauert 28 Minuten länger

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 19:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen. Die Menopause verdoppelt das Risiko durch Hormonverlust und Bluthochdruck.

Frauenherzen in Gefahr: Menopause erhöht Risiko drastisch
Eine nachdenkliche Frau mittleren Alters, die sich sanft die Schläfe berührt, symbolisiert die gesundheitlichen Herausforderungen der Menopause. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mit der Menopause steigt das Risiko drastisch an.

In Österreich sterben 37 Prozent der Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Männern sind es 33 Prozent. Dennoch reagiert das Gesundheitssystem bei Frauen langsamer. Während Männer bei einem Herzinfarkt nach durchschnittlich 80 Minuten den Notruf wählen, vergehen bei Frauen bis zu 108 Minuten. Grund: Die Symptome sind oft unspezifisch – Übelkeit, Atemnot oder Abgeschlagenheit statt der typischen Brustschmerzen.

Menopause verändert alles

Vor den Wechseljahren haben Frauen häufig einen niedrigeren Blutdruck als Männer. Das Hormon Östrogen schützt die Gefäße und hält sie elastisch. Mit Beginn der Menopause halbiert sich dieser Schutz nahezu. Die Folge: Mehr als die Hälfte der Frauen in den Wechseljahren leidet unter Bluthochdruck.

Eine Langzeitstudie mit über 16.000 Teilnehmerinnen über 18 Jahre zeigt: Ein systolischer Wert unter 130 mmHg ist mit einer höheren Lebenserwartung verbunden. Der allgemeine Grenzwert für Bluthochdruck liegt bei 140/90 mmHg. Für Menschen über 60 gelten teils erst Werte ab 150/90 mmHg als behandlungsbedürftig.

Hormontherapie: Die Form macht den Unterschied

Bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden kommt es auf die Darreichungsform an. Eine Untersuchung von 112.000 Frauen zeigt: Östrogen in Tablettenform erhöht das Hypertonie-Risiko um 14 Prozent im Vergleich zu Gelen oder Pflastern.

Auch frühere Schwangerschaftskomplikationen haben langfristige Folgen. 90 Prozent der Frauen, die eine Präeklampsie durchlebt haben, entwickeln später einen chronischen Bluthochdruck. Ein weiteres Risiko: das polyzystische metabolische Ovarsyndrom (PMOS). Weltweit sind 170 Millionen Frauen betroffen, 85 Prozent leiden an einer Insulinresistenz – das verschärft die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Neue Leitlinien setzen auf Zusammenhänge

Seit Juli 2026 führen die AHA/ACC-Leitlinien das sogenannte CKM-Syndrom ein. Es bildet die Verknüpfung von Herz-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen besser ab. Im Fokus stehen SGLT2-Inhibitoren. Eine Analyse in JAMA Network Open zeigt: Diese Medikamente können das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken.

Die WHO betonte Mitte 2026: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sind vermeidbar. Die konsequente Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes zählt neben Bewegung und Rauchstopp zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

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Korrekte Messung ist entscheidend

Schon die Armposition während der Blutdruckmessung kann die Ergebnisse um 3,9 bis 6,5 mmHg verfälschen. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) helfen bei der Kontrolle. Eine solche App senkte den systolischen Wert in Studien innerhalb von drei Monaten um durchschnittlich 11 mmHg.

Forscher untersuchen zudem unterstützende Ansätze aus der Ernährung. Ein spezielles Peptid aus Eiweiß zeigte im Labor eine blutdrucksenkende Wirkung, die fast an niedrige Dosen herkömmlicher ACE-Hemmer heranreicht. Solche Erkenntnisse könnten künftig die Basis für gezielte Ernährungsempfehlungen bilden.

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