Herzgesundheit, Stunde

Herzgesundheit: Jede Stunde Essens-Jetlag steigert Risiko um 14%

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 21:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine französische Langzeitstudie bringt wechselnde Essenszeiten bei Männern mit mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung.

Essens-Jetlag: Studie zeigt höheres Herzrisiko bei Männern
Ein schlichter, sonnendurchfluteter Esstisch mit einem leeren Teller und einem Glas Wasser in einer ruhigen, minimalistischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich zunehmend mit dem Einfluss des zeitlichen Rhythmus der Nahrungsaufnahme auf die menschliche Gesundheit. Ein zentrales Phänomen in diesem Forschungsfeld ist der sogenannte Essens-Jetlag. Dieser wird definiert als die zeitliche Differenz des Essfensters zwischen den Werktagen und dem Wochenende.

Aktuelle Auswertungen langjähriger Daten deuten darauf hin, dass unregelmäßige Essenszeiten ein signifikanter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein können – wobei insbesondere Männer betroffen zu sein scheinen.

Datenbasis der französischen NutriNet-Santé-Kohorte

Die zugrunde liegende Analyse stützt sich auf eine breite Datenbasis der französischen Kohorte NutriNet-Santé. In die Untersuchung flossen Informationen von insgesamt 104.806 Erwachsenen ein, die über den Zeitraum von 2009 bis 2023 erhoben wurden. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 42 Jahren, wobei der Frauenanteil mit 79 % dominierte.

Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8,1 Jahren traten innerhalb der untersuchten Gruppe 2.368 neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Davon entfielen 1.270 Fälle auf koronare Herzkrankheiten (KHK) und 1.098 Fälle auf zerebrovaskuläre Erkrankungen wie etwa Schlaganfälle.

Die in der Fachzeitschrift Communications Medicine publizierte Beobachtungsstudie untersuchte systematisch, wie sich zeitliche Verschiebungen der Mahlzeiten auf diese Krankheitsbilder auswirken.

Signifikante Risikoerhöhung bei Männern

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass der Essens-Jetlag einen messbaren Einfluss auf die Herzgesundheit von Männern hat. Pro zusätzlicher Stunde Zeitverschiebung bei den Mahlzeiten stieg das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um den Faktor 1,14 (Hazard Ratio), was einer Erhöhung von 14 % entspricht. Speziell für koronare Herzkrankheiten wurde bei Männern eine Risikoerhöhung von 21 % (Hazard Ratio 1,21) festgestellt.

Anzeige

Die französische NutriNet-Santé-Kohorte mit über 104.000 Erwachsenen zeigt: Bei Männern steigt das Risiko für koronare Herzkrankheiten um 21 Prozent pro zusätzlicher Stunde Essens-Jetlag zwischen Werktag und Wochenende. Wer seinen Rhythmus kennt, kann ihn gezielt stabilisieren. Kostenlosen Herz-Rhythmus-Guide anfordern

Interessanterweise zeigten sich bei den weiblichen Studienteilnehmern keine signifikanten Zusammenhänge zwischen unregelmäßigen Essenszeiten und Herzerkrankungen. Zudem konnte über alle Geschlechter hinweg kein statistisch belegbarer Zusammenhang zwischen dem Essens-Jetlag und zerebrovaskulären Erkrankungen nachgewiesen werden.

Auswirkungen von Zeitverschiebungen am Wochenende

Innerhalb der Kohorte wiesen 71 % der Teilnehmenden ein stabiles Essensprogramm auf. Etwa 24 % der Probanden nahmen ihre Mahlzeiten am Wochenende später ein, während 5 % diese früher als an Wochentagen konsumierten. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass sowohl das Vorverlegen als auch das Hinauszögern der Essenszeiten mit gesundheitlichen Nachteilen verbunden ist:

  • In der Gruppe, die ihre Essfenster um etwa 2 Stunden nach vorne verlagerte (Advance-Gruppe), lag das KHK-Risiko um 44 % höher.
  • In der Gruppe mit einer Verzögerung von rund 1 Stunde und 40 Minuten (Delay-Gruppe) stieg das Risiko um 36 %.
  • Besonders deutlich war der Effekt bei Männern, deren Wochenendessenszeiten zirka 2 Stunden früher lagen als an Werktagen: Hier wurde ein um 68 % erhöhtes KHK-Risiko ermittelt.

Unabhängigkeit von Ernährung und Schlaf

Anzeige

Sie essen am Wochenende später als sonst — und merken, dass Ihnen die Routine fehlt? Schon eine Verschiebung von rund einer Stunde und vierzig Minuten ging in der Studie mit einem um 36 Prozent höheren KHK-Risiko einher. Der 7-Tage-Plan zeigt, wie Sie ohne Verzicht zu festen Essenszeiten zurückfinden. 7-Tage-Plan für feste Essenszeiten sichern

Ein wesentliches Ergebnis der Analyse ist, dass der beobachtete Zusammenhang unabhängig von der allgemeinen Ernährungsqualität und der Schlafdauer der Teilnehmenden bestand. Dies deutet darauf hin, dass die zeitliche Konsistenz der Nahrungsaufnahme einen eigenständigen Einflussfaktor darstellt.

Die Bedeutung präventiver Maßnahmen in diesem Bereich wird durch globale Gesundheitsdaten unterstrichen. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursachten Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Jahr 2022 weltweit etwa 19,8 Mio. Todesfälle. Regelmäßige Essensmuster könnten somit neben einer ausgewogenen Ernährung eine wichtige Rolle bei der Reduktion dieser Belastung spielen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70095851 |