Heilmittel-Kosten, Anstieg

Heilmittel-Kosten: 8,7 Prozent Anstieg im Q1 2026 – Physiotherapie treibt an

10.06.2026 - 05:23:33 | boerse-global.de

Gesetzliche Krankenkassen gaben 2024 rund 13,3 Milliarden Euro für Heilmittel aus. Bewegungskonzepte und Biosimilars bieten Alternativen.

Heilmittelkosten explodieren: Neue Wege bei Arthrose und Entzündungen
Heilmittel-Kosten - Nahaufnahme eines Kniegelenks mit subtilen digitalen Überlagerungen, die Entzündungen und therapeutische Interventionen darstellen. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Steigende Kosten und eine alternde Gesellschaft zwingen das Gesundheitssystem zum Umdenken.

Heilmittel-Report 2026: Kosten explodieren

Die gesetzlichen Krankenkassen gaben 2024 rund 13,3 Milliarden Euro für Heilmittel aus. Das ist eine Verdopplung seit 2015. Für Ende 2025 prognostizieren Experten bereits 14,7 Milliarden Euro – ein Plus von 10,4 Prozent.

Anzeige: Die Heilmittelkosten steigen rasant – allein im ersten Quartal 2026 um 8,7 Prozent. Besonders Physiotherapie wird durch Blankoverordnungen teurer. Doch es gibt wirksame Alternativen: Strukturierte Trainingsprogramme wie GLA:D® können Operationen hinauszögern und Ihre Lebensqualität verbessern. Holen Sie sich jetzt die kostenlose Checkliste mit Übungen für zu Hause. Kostenlosen Ratgeber anfordern

Allein im ersten Quartal 2026 stiegen die Kosten um 8,7 Prozent. Der Löwenanteil entfällt mit knapp 70 Prozent auf die Physiotherapie. Ein Treiber: die Blankoverordnung, die seit 2024 etwa bei Schulterbeschwerden möglich ist. Während eine Regelverordnung durchschnittlich 214 Euro kostet, schlägt die Blankoverordnung mit 714 Euro zu Buche. Kein Wunder also, dass Forderungen nach einer stärkeren Akademisierung der Heilmittelberufe lauter werden.

GLA:D® und Co.: Bewegung statt Skalpell

Strukturierte Trainingsprogramme wie GLA:D® (Good Life with Arthritis in Denmark) gewinnen an Bedeutung. Sie richten sich an Patienten mit Knie- oder Hüftarthrose sowie Rückenbeschwerden. Ziel: Durch gezielte Schulung und Bewegung die Lebensqualität verbessern und Operationen hinauszögern.

Zentren wie Medbase in St. Gallen setzen auf diese Konzepte. Dort arbeiten Orthopädie, Rheumatologie, Kardiologie und Sportmedizin unter einem Dach. Einige Standorte sind als Swiss Olympic Medical Centers zertifiziert und verknüpfen klassische Behandlungen mit Chronic Care Management.

Prävention: Deutschland hinkt hinterher

Rund 80 Prozent aller Krankheiten gelten als Zivilisationserkrankungen. Im Public Health Index belegt Deutschland nur Rang 17 von 18 untersuchten Nationen. Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) fordert daher im Juni auf ihrem Kongress in Osnabrück: Sportliche Leistungsanforderungen müssen stärker in Bildungs- und Gesundheitspläne einfließen.

Spezialisierte Zentren setzen dafür auf moderne Diagnostik. Dazu gehören die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA), isokinetische Krafttests, Laktatstufentests und Laufanalysen. So lassen sich biomechanische Fehlbelastungen frühzeitig erkennen.

Barfußschuhe: Nicht für jeden geeignet

Der Trend zu naturnahen Therapien hat seine Tücken. Barfußschuhe sollen die Fußmuskulatur stärken – doch wissenschaftlich ist ein genereller Vorteil nicht belegt. Bei fortgeschrittener Arthrose, Knick-Senkfuß oder Polyneuropathie (häufig bei Diabetikern) können sie sogar schaden.

Anzeige: Rund 80 Prozent aller Krankheiten sind Zivilisationserkrankungen – und Deutschland hinkt bei Prävention hinterher. Statt teurer Physiotherapie und drohender OPs setzen immer mehr Zentren auf moderne Diagnostik und Bewegungskonzepte. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie mit einfachen Übungen Ihre Gelenke schonen und unnötige Eingriffe vermeiden. Jetzt Ratgeber sichern

Biosimilars: Neue Optionen für Rheuma-Patienten

In der Pharmakotherapie gibt es Fortschritte. Mit AVT05 ist ein erstes Golimumab-Biosimilar verfügbar – eine Option für Patienten mit rheumatoider Arthritis. Studien belegen seine Wirksamkeit. Das ist relevant, denn chronische Entzündungen erhöhen das Osteoporose-Risiko.

Anfang Juli diskutiert ein Symposium in Bonn über Orthobiologie und konservative Arthrosetherapie. Zeitgleich berät die Pflegewissenschaft in St. Gallen über die Widerstandsfähigkeit von Gesundheitssystemen.

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