Heidelbeer-Pilotstudie, Gramm

Heidelbeer-Pilotstudie: 48 Gramm täglich, aber kein signifikanter Stimmungseffekt

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 19:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 18 älteren Teilnehmenden zeigte sich kein signifikanter Stimmungsvorteil; größere Untersuchungen sollen die vorläufigen Befunde prüfen.
Eine Nahaufnahme von frischen, taufrischen Heidelbeeren in einer rustikalen Holzschale auf einem Leinentuch. Illustration mit AI erstellt.

Eine Untersuchung von Forschenden der Organisation Hebrew SeniorLife und der Harvard Medical School widmet sich der Frage, inwiefern Heidelbeeren das Darmmikrobiom sowie depressive Symptome bei älteren Menschen beeinflussen können.

Die im Jahr 2026 im Fachjournal The Journal of Nutrition, Health and Aging veröffentlichte Pilotstudie liefert erste Hinweise auf Veränderungen einzelner mikrobieller Gene, zeigt jedoch auch deutliche methodische Grenzen auf.

Studienaufbau mit kleinen Fallzahlen

An der dreimonatigen, doppelblinden Untersuchung nahmen 18 Personen ab 65 Jahren teil, die eine sitzende Lebensweise führten und über leichte depressive Symptome berichteten. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Zehn Probanden erhielten täglich 48 Gramm gefriergetrocknetes Heidelbeerpulver, was einer Menge von etwa zwei Tassen frischen Beeren entspricht.

Acht Personen bekamen stattdessen ein Placebo verabreicht. Das verwendete Pulver wurde vom US Highbush Blueberry Council bereitgestellt, der laut den Angaben in der Veröffentlichung jedoch weder an der Planung noch an der Durchführung oder Auswertung der Studie beteiligt war.

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Veränderungen im Mikrobiom bleiben punktuell

Bei der Analyse der biologischen Proben stellte das Forschungsteam von Hebrew SeniorLife fest, dass sich innerhalb der Heidelbeergruppe die Häufigkeit einzelner mikrobieller Gene veränderte.

Dazu zählten Gene bestimmter mikrobieller Enzyme, darunter eine Polyamin-transportierende ATPase mit einem möglichen Bezug zu GABA. Einen direkten Zusammenhang stuften die Forschenden jedoch als spekulativ ein. Sie deuten die Beobachtungen bei den Enzymen als denkbaren Hinweis auf Vorgänge entlang der Darm-Hirn-Achse.

Gleichzeitig blieben umfassendere Effekte auf die Darmflora aus. Die Forschenden konnten keine nachweisbaren Veränderungen bei der gesamten Artenzusammensetzung der Mikroben oder bei den wesentlichen Stoffwechselwegen feststellen. Auch bei den gemessenen kurzkettigen Fettsäuren Propionat und Butyrat ergaben sich keine bedeutsamen Abweichungen; Acetat war im Rahmen der Untersuchungen nicht messbar.

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Stimmungseffekte statistisch nicht signifikant

Hinsichtlich der psychischen Verfassung verzeichneten beide Untersuchungsgruppen einen Rückgang der depressiven Symptome. Zwar fiel diese Besserung in der Heidelbeergruppe im Mittel stärker und konsistenter aus, der Unterschied zur Kontrollgruppe mit dem Placebo erwies sich jedoch als statistisch nicht signifikant.

Erstautorin Courtney L. Millar von Hebrew SeniorLife und der Harvard Medical School führte an, dass Ballaststoffe und Anthocyane prinzipiell das Darmmikrobiom sowie depressionsrelevante Metaboliten beeinflussen könnten. Die vorliegenden Ergebnisse seien jedoch vorläufig, weshalb größere Studien erforderlich seien, um die Zusammenhänge verlässlich zu überprüfen.

Aus den Daten lässt sich zudem keine allgemeine Ernährungsempfehlung ableiten: Die verabreichten 48 Gramm Pulver stellen keine empfohlene Dosierung dar. Zudem betont Hebrew SeniorLife, dass der Verzehr von Heidelbeeren keine professionelle Hilfe bei Depressionen ersetzen kann.

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