Hafer-Beta-Glucan: 3 Gramm täglich senkten LDL in einer Studie um 15 Prozent
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 14:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Medienberichte und ernährungswissenschaftliche Auswertungen beleuchten verstärkt die physiologische Bedeutung pflanzlicher Grundnahrungsmittel. Im Fokus stehen dabei insbesondere Haferprodukte sowie Sojaerzeugnisse wie Edamame und Tempeh, deren Nährstoffprofile spezifische gesundheitliche Vorteile bieten.
Haferflocken als Lieferant von Mikronährstoffen und Beta-Glucan
Hafer gilt als nährstoffreiches Getreide, das neben Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren auch pflanzliches Eiweiß bereitstellt. Gemäß dem Bundeslebensmittelschlüssel 2024 enthalten 100 Gramm Haferflocken 13,5 Gramm Protein bei einer biologischen Wertigkeit von rund 60. Eine typische Portion von 50 Gramm liefert entsprechend etwa 7 Gramm Protein. Zudem enthält das Getreide die Vitamine B1, B6 und K sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Zink, Eisen, Phosphor, Kalium und Calcium.
Besondere Beachtung findet der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan, der eine lineare Struktur aufweist. Während Hafermehl zwischen 3 und 5 Gewichtsprozent Beta-Glucan enthält, erreichen Konzentrate 70 Prozent oder mehr.
Eine Studie der Universitätsklinik Sant'Orsola-Malpighi in Bologna aus dem Jahr 2020 zeigte, dass eine tägliche Aufnahme von 3 Gramm Beta-Glucan über acht Wochen das LDL-Cholesterin bei Personen mit moderat erhöhten Werten um etwa 15 Prozent senken konnte. Diese Dosis entspricht ungefähr 70 Gramm Haferflocken oder 40 Gramm Haferkleie.
Bereits 1997 hielt die US-amerikanische Behörde FDA fest, dass 3 Gramm lösliches Hafer-Beta-Glucan täglich das Risiko koronarer Herzkrankheiten verringern können, wobei das LDL-Cholesterin typischerweise um 5 bis 10 Prozent sinkt. Eine Auswertung von 28 kontrollierten Studien mit insgesamt 1494 Teilnehmern bestätigte günstige Effekte auf die Cholesterinwerte.
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Darüber hinaus zeigte eine randomisierte kontrollierte Studie im Journal of the American College of Nutrition aus dem Jahr 2012, dass 250 Milligramm Hafer-Beta-Glucan täglich die Dauer von Erkrankungen der oberen Atemwege im Vergleich zu einem Placebo verkürzten. Ein eindeutiger Nachweis für eine Senkung von Entzündungswerten durch Haferflocken steht hingegen noch aus.
Fachleute weisen darauf hin, dass Kochen hitzeempfindliche Vitamine schädigen kann, während die Zubereitung als sogenannte Overnight Oats dazu beiträgt, Phytinsäure abzubauen. Bei Zöliakie muss auf zertifiziert glutenfreien Hafer zurückgegriffen werden.
Eiweißversorgung durch Edamame und Tempeh
Neben Hafer rücken Hülsenfrüchte wie Edamame in den ernährungswissenschaftlichen Fokus. Edamame liefern pro 100 Gramm zwischen 11 und 12 Gramm Eiweiß. Eine Tasse enthält etwa 18 Gramm Protein sowie 8 Gramm lösliche und unlösliche Ballaststoffe. Die Kombination aus Proteinen und Fasern fördert das Sättigungsgefühl und kann beim Gewichtserhalt unterstützen, wie Fachärzte für Radio-Onkologie anmerken.
Hinsichtlich des gesundheitlichen Nutzens ordnete die Ernährungswissenschaftlerin Krystle Zuniga ein, dass 30 bis 50 Prozent der Krebsfälle auf beeinflussbare Faktoren einschließlich der Ernährung zurückzuführen seien.
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Die Onkologin Yuliya Linhares betonte, dass Sojalebensmittel als sicher gelten, auch für Personen nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung. Die darin enthaltenen Isoflavone können das Zellwachstum, Entzündungsprozesse und antioxidative Reaktionswege beeinflussen.
Zur Einordnung der Proteinzufuhr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene zwischen 19 und 65 Jahren täglich 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht.
Ab einem Alter von 65 Jahren liegt der Richtwert bei 1,0 Gramm pro Kilogramm, während sportlich Aktiven 1,2 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm empfohlen werden. Sowohl Haferflocken als auch Sojaprodukte wie Edamame und fermentierter Tempeh stellen probate Optionen dar, um diesen Bedarf über pflanzliche Quellen zu decken.
