Hacker-Infrastruktur, FBI

Hacker-Infrastruktur zerschlagen: FBI stoppt QTFY-Spionageplattformen

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 00:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Behörden beschlagnahmen zentrale QTFY-Domains und schwächen ein Spionagenetzwerk, das weltweit Daten von über 300 Organisationen erbeutete.

USA legen QTFY-Infrastruktur mit QScan und QTRouter lahm
Dunkler Serverraum mit Reihen von Racks und blinkenden blauen Status-LEDs als Symbol für digitale Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

In einer koordinierten Aktion haben das US-Justizministerium (DOJ) und die Bundespolizei FBI die technische Infrastruktur der Hacking-Gruppe QTFY massiv beeinträchtigt. Die Operation richtete sich gegen die Plattformen QScan und QTRouter, die laut Behördenangaben für Cyberspionage gegen kritische US-Infrastrukturen und Regierungsstellen genutzt wurden. Im Zuge des Einsatzes wurden mehrere zentrale Internet-Domains der Gruppe beschlagnahmt.

Die als QTFY identifizierte Gruppe, die seit dem Jahr 2018 aktiv ist, wird dem chinesischen Unternehmen Nanjing Xinjiuwei zugeschrieben. Zu den primären Zielen der Akteure gehörten nach Informationen der Ermittler hochrangige Institutionen wie die NASA, die US-Notenbank (Federal Reserve), das Energieministerium (DOE) sowie das Justizministerium selbst. Ebenfalls im Visier standen das Gesundheitsministerium (HHS), die National Institutes of Health (NIH) und der US-Senat.

Ausmaß und technische Vorgehensweise der Infrastruktur

Die nun beschlagnahmten Domains, darunter qtproxy[.]xyz, qt-proxy[.]org und qt-team[.]com, bildeten das Rückgrat für die operativen Kapazitäten der Gruppe. Die Plattform QScan fungierte dabei als Werkzeug zur Identifizierung potenzieller Angriffsziele und verarbeitete im Jahr 2024 mehr als 2 Millionen Aufgaben pro Tag. QTRouter diente hingegen als Verschleierungsnetzwerk, um die eigentliche Herkunft der Cyberangriffe zu verdecken.

Die Ermittler gaben bekannt, dass die Gruppe weltweit Daten von mehr als 300 Organisationen entwendet hat. Dabei nutzten die Hacker gezielt Schwachstellen in Softwarelösungen namhafter Hersteller aus.

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Zu den dokumentierten Sicherheitslücken zählen CVE-2024-24919 von Check Point, die Ivanti-Schwachstellen CVE-2024-8190, CVE-2024-8963 und CVE-2024-9380 sowie CVE-2025-31161 (CrushFTP) und CVE-2026-1731 (BeyondTrust).

Differenzierung zwischen Zielobjekten und Kompromittierungen

Das Justizministerium präzisierte in einer ergänzenden Stellungnahme Ende August, dass die genannten US-Behörden primär als Ziele der Gruppe identifiziert wurden. Während einige dieser Institutionen tatsächlich kompromittiert wurden, galt dies nicht für alle im Bericht aufgeführten Stellen.

FBI-Direktor Kash Patel bezeichnete die Maßnahme als erfolgreiche Störung eines global agierenden Botnetzes, das für staatlich gestützte Spionagezwecke instrumentalisiert wurde.

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Zusätzlich zu den direkten Angriffen auf Bundesbehörden veröffentlichten das FBI, die NSA und das Cyber National Mission Force (CNMF) eine gemeinsame Warnung. Demnach habe die QTFY-Gruppe ihre Aktivitäten auch auf die Verteidigungsindustrie, Telekommunikationsunternehmen, lokale Regierungsstellen und Hochschulen ausgeweitet.

Die Operation steht im Kontext kontinuierlicher Bemühungen der US-Behörden gegen staatlich gelenkte Cyberkriminalität. Bereits im Jahr 2025 hatte das FBI die Schadsoftware PlugX von mehr als 4.000 Computern weltweit entfernt, um ähnliche Spionagenetzwerke zu schwächen. Die aktuelle Zerschlagung der QScan- und QTRouter-Systeme gilt als wesentlicher Schlag gegen die operative Handlungsfähigkeit der QTFY-Gruppe in Nordamerika und Europa.

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