Gunra-Ransomware: FBI warnt vor Fortinet-Lücken und MFA-Umgehung
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 23:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) und südkoreanische Sicherheitsbehörden warnen vor einer akuten Bedrohung durch die Gunra-Ransomware-Gruppe. Nach offiziellen Angaben nutzt die Cybergruppierung gezielt Schwachstellen in Fortinet-Systemen aus, um die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zu umgehen und sensible Unternehmensdaten zu entwenden. Die Angreifer fordern dabei Lösegelder in Höhe von mehr als 10 Millionen US-Dollar und setzen den betroffenen Unternehmen knappe Zahlungsfristen von fünf bis sieben Tagen.
Vorgehensweise der Gunra-Gruppe
Die unter dem Alias „Golden Community“ bekannte Gruppierung ist bereits seit April 2025 aktiv. Seit Beginn des laufenden Jahres operiert Gunra zudem nach dem Modell „Ransomware-as-a-Service“. Die technische Analyse der Angriffe zeigt, dass für den Datendiebstahl der Cloud-Dienst Mega genutzt wird, während die eigentliche Verschlüsselung der Systeme auf den Algorithmen ChaCha20 und RSA-4096 basiert.
Besonders im Fokus der Angreifer stehen Organisationen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen sowie Regierungsbehörden. Ein wesentlicher Aspekt für betroffene Administratoren ist jedoch eine Entdeckung im Quellcode der Schadsoftware: Die Linux-Variante der Gunra-Ransomware weist eine Schwachstelle auf, die es ermöglicht, verschlüsselte Dateien auch ohne die Zahlung des geforderten Lösegelds wiederherzustellen.
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Kritische Sicherheitslücken in Fortinet-Produkten
Der aktuelle Angriffsschwerpunkt von Gunra liegt auf den Fortinet-Schwachstellen CVE-2024-55591 und CVE-2025-24472. Diese Lücken ermöglichen es den Angreifern, bestehende Sicherheitsmechanismen zu umgehen und sich Zugriff auf interne Netzwerke zu verschaffen. Parallel zu diesen Vorfällen hat die US-Cybersicherheitsbehörde CISA das Patchen einer weiteren kritischen Schwachstelle im Fortinet-EMS-System (CVE-2026-35616) bis zum kommenden Freitag angeordnet. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Pre-Authentication-API-Bypass, der nach Behördenangaben bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt wird.
Beobachtungen des Projekts Shadowserver unterstreichen die Tragweite der Sicherheitsrisiken im Fortinet-Ökosystem. Aktuelle Daten weisen etwa 2.000 exponierte FortiClient-EMS-Instanzen aus, wobei über 1.400 betroffene IP-Adressen in den USA und Europa lokalisiert wurden. Bereits im Februar war eine frühere Schwachstelle (CVE-2026-21643) ebenfalls Ziel aktiver Ausnutzungen durch Cyberkriminelle.
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Auswirkungen auf verbundene Dienste
Im Kontext der aktuellen Angriffswelle wurde zudem eine massive Datenexposition bei dem KI-basierten Werkzeug tl;dv bestätigt. Das Unternehmen steht im Zusammenhang mit dem durch das FBI und südkoreanische Behörden gemeldeten Hauptereignis. Experten raten Unternehmen, ihre Fortinet-Instanzen umgehend auf die neuesten Versionen zu aktualisieren und die Zugriffsprotokolle auf Anzeichen einer MFA-Umgehung zu prüfen, um den Erpressungsversuchen der Gunra-Gruppe vorzubeugen.
