Gürtelrose: Nur 28% der über 60-Jährigen in Brandenburg geimpft
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 16:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz spürbarer Erkrankungsrisiken im höheren Alter bleibt der Impfschutz gegen Gürtelrose in Brandenburg lückenhaft. Laut einem Arzneimittelreport der BARMER, über den niederlausitz-aktuell.de berichtete, sind nur rund 28 Prozent der über 60-Jährigen in Brandenburg vollständig gegen die Viruserkrankung geimpft. Damit bleibt ein Großteil dieser Altersgruppe ungeschützt – obwohl Gürtelrose im Alter deutlich häufiger auftritt und schwerer verlaufen kann.
Erkrankungszahlen in Brandenburg
Der Bericht nennt konkrete Fallzahlen für Brandenburg: 2023 erkrankten 10,5 von 1.000 Versicherten ab 60 Jahren an Gürtelrose. Bei 0,6 von 1.000 Versicherten war dabei der Gesichtsbereich betroffen, was mit besonderen Risiken für Augen und Nerven einhergehen kann.
Zudem litten laut einem Bericht von taketonews.com 1,8 von 1.000 Versicherten an chronischen Nervenschmerzen infolge der Erkrankung – einer bekannten Spätfolge, die Betroffene oft über Monate oder Jahre begleitet.
Impfversorgung bundesweit lückenhaft
Die Impflücke ist kein rein regionales Phänomen. Bundesweite Auswertungen für den Zeitraum 2019 bis 2023 zeigen, dass 17,9 Prozent der Hausarztpraxen höchstens 10 Prozent der anspruchsberechtigten Patienten impften.
Nur 4,5 Prozent der Praxen erreichten eine Impfquote von mindestens 50 Prozent unter ihren anspruchsberechtigten Patienten. Diese Zahlen deuten auf erhebliche Unterschiede in der Versorgungspraxis zwischen einzelnen Arztpraxen hin – unabhängig von der grundsätzlichen Verfügbarkeit der Impfung.
Höheres Risiko im Alter
Nur rund 28 Prozent der über 60-Jährigen in Brandenburg sind vollständig gegen Gürtelrose geimpft – dabei steigt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter deutlich an, und chronische Nervenschmerzen können Betroffene über Monate begleiten. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Fragen Sie beim nächsten Hausarztbesuch stellen sollten und wie Sie Ihren Impfstatus Schritt für Schritt klären. Kostenlosen Impf-Ratgeber jetzt anfordern
Warum die Impfquote gerade bei älteren Menschen eine besondere Rolle spielt, zeigen bundesweite Vergleichszahlen: Menschen zwischen 60 und 69 Jahren erkranken demnach 40 Prozent häufiger an Gürtelrose als 18- bis 59-Jährige. Ab einem Alter von 80 Jahren verdoppelt sich das Erkrankungsrisiko nahezu, und Betroffene sind dreimal so häufig von einer Augenbeteiligung betroffen wie jüngere Erkrankte.
Diese Zahlen unterstreichen, dass das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter nicht linear, sondern deutlich beschleunigt ansteigt – ausgerechnet in einer Lebensphase, in der laut den vorliegenden Daten viele Menschen noch nicht geimpft sind.
Wirksamkeit der Impfung
Die BARMER verweist in ihrem Report darauf, dass die Impfung nach ihren Angaben zwei von drei Erkrankungen verhindern kann. Angesichts der genannten Erkrankungszahlen und der Häufigkeit chronischer Nervenschmerzen als Folgeerscheinung liefert dieser Wert ein Argument für eine höhere Impfquote in der älteren Bevölkerung.
Gleichzeitig macht die bundesweite Praxis-Statistik deutlich, dass die Umsetzung in der ärztlichen Versorgung sehr unterschiedlich ausfällt: Während ein kleiner Teil der Praxen eine hohe Impfquote erreicht, bleibt der überwiegende Teil deutlich darunter.
Einordnung
Ob Sie geimpft werden, hängt stark davon ab, welche Hausarztpraxis Sie gewählt haben: Bundesweit erreichten nur 4,5 Prozent der Praxen eine Impfquote von mindestens 50 Prozent unter ihren anspruchsberechtigten Patienten. Unser kostenloser Ratgeber hilft Ihnen, das Gespräch aktiv zu führen – mit fertigem Fragenkatalog und Alters-Risiko-Überblick. Fragenkatalog für den Hausarztbesuch jetzt sichern
Die vorliegenden Zahlen aus dem BARMER-Arzneimittelreport zeichnen für Brandenburg ein Bild, das sich mit den bundesweiten Trends deckt: Eine im Alter deutlich steigende Erkrankungswahrscheinlichkeit trifft auf eine Impfquote, die bei unter 30 Prozent der über 60-Jährigen liegt.
Für die Versorgungspraxis vor Ort bedeutet das insbesondere, dass die individuelle Wahl der Hausarztpraxis einen erheblichen Einfluss darauf haben kann, ob ältere Patienten über die Impfmöglichkeit informiert und tatsächlich geimpft werden.
