Gürtelrose-Impfung: Studie verbindet Schutz mit 20 Prozent weniger Demenzfällen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 11:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen weisen verstärkt darauf hin, dass chronische Umweltbelastungen und Infektionskrankheiten wesentliche Treiber für neurodegenerative Veränderungen im Gehirn sein können. Neben genetischen Faktoren rücken dabei Umweltfaktoren und systemische Entzündungen in den Mittelpunkt der Demenzforschung.
Schadstoffbelastung und Entzündungsmarker im Gehirn
Eine im Fachjournal Alzheimer's & Dementia publizierte dreijährige Untersuchung des Barcelona?eta Brain Research Center (BBRC) liefert konkrete Hinweise auf die biologischen Mechanismen von Luftschadstoffen.
Anhand der sogenannten ALFA+-Kohorte im Raum Barcelona untersuchten die Forscher 226 kognitiv gesunde Menschen, bei denen es sich überwiegend um Frauen mit einer familiären Alzheimer-Vorgeschichte handelte. Die Ergebnisse zeigten, dass eine chronische Belastung mit Stickoxiden sowie Feinstaub der Klassen PM10 und PM2.5 mit einem Anstieg bestimmter Biomarker im Liquor einherging.
Besonders bei Frauen korrelierte die Schadstoffexposition mit erhöhten Werten des Entzündungsmarkers Interleukin-6 (IL-6) sowie des Proteins GFAP, das eine Reaktivität der Astrozyten anzeigt.
Der Anstieg von GFAP erklärte bei Frauen schätzungsweise 5 bis 10 Prozent des Zusammenhangs zwischen einer höheren Belastung durch Luftschadstoffe und einer messbaren Verschlechterung von Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen. Diese Effekte traten unabhängig vom APOE-?4-Genstatus sowie von Ablagerungen von Beta-Amyloid und Tau-Proteinen auf.
Der Anstieg von GFAP erklärte bei Frauen schätzungsweise 5 bis 10 Prozent des Zusammenhangs zwischen einer höheren Belastung durch Luftschadstoffe und einer messbaren Verschlechterung von Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen. Diese Effekte traten unabhängig vom APOE-?4-Genstatus sowie von Ablagerungen von Beta-Amyloid und Tau-Proteinen auf.
Der Anstieg von GFAP erklärte bei Frauen schätzungsweise 5 bis 10 Prozent des Zusammenhangs zwischen einer höheren Belastung durch Luftschadstoffe und einer messbaren Verschlechterung von Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen. Diese Effekte traten unabhängig vom APOE-?4-Genstatus sowie von Ablagerungen von Beta-Amyloid und Tau-Proteinen auf.
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Als methodische Einschränkungen nannten die Autoren die geringe Anzahl teilnehmender Männer und die Bestimmung der Schadstoffbelastung ausschließlich über die Wohnadresse. Die Lancet Commission stuft Luftverschmutzung bereits als einen von 14 modifizierbaren Risikofaktoren ein, der weltweit für rund 3 Prozent aller Demenzfälle verantwortlich sei.
Auch eine Untersuchung der Harvard Medical School und der Harvard T.H. Chan School of Public Health an 499.992 Teilnehmenden der britischen UK Biobank mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 15,3 Jahren untermauert diesen Zusammenhang.
Bei den erfassten 8.881 Demenzfällen, darunter 4.000 Alzheimer-Diagnosen, zeigte sich unter anderem: Ein Anstieg der Stickstoffdioxid-Belastung um eine Standardabweichung (9,7 µg/m³) war mit einem um 8 Prozent höheren Risiko verbunden.
Die Rolle von Infektionskrankheiten und systemischen Entzündungen
Parallel zu Umweltgiften rücken virale und bakterielle Infektionen als Einflussfaktoren auf das Gehirn in den Fokus. Studien belegen, dass Erkrankungen wie Grippe, Covid-19 und Gürtelrose mit einem gesteigerten Risiko für neurodegenerative Erkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle einhergehen. Akute Entzündungsprozesse können bestehende Gefäßplaques destabilisieren und langfristig Gefäßveränderungen wie Arteriosklerose beschleunigen.
Präventive Maßnahmen scheinen hierbei einen schützenden Effekt zu entfalten. Eine Studie aus dem Jahr 2025 stellte fest, dass eine Impfung gegen Gürtelrose über einen Zeitraum von sieben Jahren mit 20 Prozent weniger Demenzfällen verbunden war. Auch Impfungen gegen Influenza und Covid-19 tragen dazu bei, kardiovaskuläre Folgeerkrankungen abzumildern.
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Modifizierbare Risiken eröffnen Präventionschancen
Nach Einschätzung von Fachleuten wie der Neurologin und Psychiaterin Kristine Yaffe von der University of California, San Francisco (UCSF) machen beeinflussbare Faktoren insgesamt rund 40 bis 45 Prozent des individuellen Demenzrisikos aus.
Neben Schadstoffbelastung zählen dazu Lebensstil- und Gesundheitsrisiken wie Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Schlafmangel, mangelnde kognitive Stimulation, sensorische Einschränkungen wie Hör- oder Sehverlust sowie bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Identifikation dieser Pfade unterstreicht das Potenzial von Vorsorgemaßnahmen. Interventionen, die Entzündungsreaktionen dämpfen und Gefäßrisiken verringern, könnten künftig einen wichtigen Beitrag dazu leisten, neurodegenerativen Abbauprozessen vorzubeugen.
