Großbritannien, Apple

Großbritannien: Apple und Google bekommen 3-Monate-Ultimatum für Bildfilter

10.06.2026 - 18:10:40 | boerse-global.de

London fordert von Apple und Google innerhalb von drei Monaten systemweite Nacktbild-Filter für Minderjährige. Die Frist endet im September 2026.

Britische Regierung stellt Apple und Google bei Tech Week Ultimatum
Großbritannien - Ein Smartphone-Bildschirm zeigt einen Filter über einem Bild und ein Vorhängeschloss-Symbol, im Hintergrund ein britisches Büro. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Premierminister Keir Starmer hat Apple und Google während der London Tech Week ein Ultimatum gesetzt: Drei Monate Zeit haben die Unternehmen, um systemweite Filter für Nacktbilder auf Geräten von Minderjährigen zu implementieren. Die Frist läuft im September 2026 ab.

Anzeige

Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu? Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Kostenlosen Cyber-Security-Report herunterladen

KI-basierte Blockade direkt auf dem Endgerät

Kern der Forderung ist eine On-Device-KI, die Bildmaterial direkt auf dem Smartphone scannt und bei Bedarf blockiert. Der Prozess soll bereits vor dem Greifen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung stattfinden. So will die Regierung den Versand und Empfang von explizitem Bildmaterial durch Kinder verhindern, ohne die Verschlüsselungstechnik als Ganzes auszuhebeln.

Für erwachsene Nutzer bleibt der Zugriff auf entsprechende Inhalte möglich – allerdings nur mit einem obligatorischen Altersnachweis. Apple führt bereits Verfahren zur Altersprüfung ein, Google arbeitet nach Branchenberichten an speziellen Erkennungssystemen für Nacktinhalte.

Anzeige

Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun? Die EU-KI-Verordnung stellt neue Regeln auf, die viele noch nicht kennen – dieser kostenlose Report klärt auf. EU AI Act Umsetzungsleitfaden kostenlos sichern

Hoher Druck durch Sicherheitsbehörden

Hintergrund des Vorstoßes sind alarmierende Zahlen der National Crime Agency (NCA). Die Behörde meldet wöchentlich rund 1700 Hinweise auf Kindesmissbrauch im digitalen Raum. Die Labour-Partei drängt vor diesem Hintergrund auf strikte gesetzliche Vorgaben.

Die britische Initiative steht im Einklang mit den „Safety by Design“-Prinzipien, auf die sich die G7-Digitalminister Ende Mai verständigt hatten. Ziel: Sicherheitsmechanismen bereits in der Entwicklungsphase von Produkten verankern. Sollten Apple und Google die Frist verstreichen lassen, droht die Regierung mit weiteren legislativen Schritten.

Kritik von Datenschützern

Die Pläne stoßen auf erheblichen Widerstand. Datenschutzorganisationen fürchten, dass eine solche Überwachungsinfrastruktur eine gefährliche Grundlage für eine Ausweitung auf andere Themenbereiche schaffen könnte. Zudem gefährde das Scannen auf dem Gerät die Privatsphäre und die Integrität der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

In der Europäischen Union wird die Debatte aufmerksam verfolgt. Sie belebt die Diskussionen um die sogenannte Chatkontrolle neu. Während Großbritannien mit einer konkreten Frist voranschreitet, bleibt die technische und rechtliche Ausgestaltung solcher Filter ein hochumstrittenes Feld zwischen Kinderschutz und Freiheitsrechten.

de | wissenschaft | 69515595 |