Grippeimpfung, Studie

Grippeimpfung: Studie belegt 17% weniger Sterblichkeit bei Diabetikern

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 12:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Dänische Studie belegt: Grippeimpfung senkt Gesamtmortalität bei Diabetikern um 17 Prozent. Trotz Empfehlung liegt Impfquote in Deutschland bei nur 28 Prozent.

Grippeimpfung senkt Sterblichkeit bei Diabetikern deutlich
Grippeimpfung - Nahaufnahme eines Arms, der eine Grippeimpfung erhält, mit verschwommenem Hintergrund, der medizinische Geräte und Diabetes-Management-Tools zeigt. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine dänische Registerstudie belegt: Die Grippeimpfung schützt Diabetiker nicht nur vor Infektionen, sondern senkt massiv die Sterblichkeit. Trotzdem liegt die Impfquote in Deutschland bei erschreckenden 28 Prozent.

Weltweit leiden rund 589 Millionen Erwachsene an Diabetes – das sind 11,1 Prozent der Bevölkerung. Begleiterkrankungen rücken daher immer stärker in den Fokus der Forschung. Die Influenza-Impfung erweist sich dabei als besonders wirkungsvolles Instrument.

Was die Daten aus Dänemark zeigen

Die Studie wertete Daten von über 241.500 Patienten aus den Jahren 2007 bis 2016 aus. Das Ergebnis: Geimpfte Diabetiker haben eine um 17 Prozent niedrigere Gesamtmortalität als ungeimpfte.

Noch konkreter: Die kardiovaskuläre Sterblichkeit sank um 16 Prozent. Das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle reduzierte sich um 15 Prozent. Sogar spezifische Diabetes-Komplikationen gingen bei Geimpften um 11 Prozent zurück.

Influenza-Infektionen führen bei Diabetikern besonders häufig zu ischämischen Herzerkrankungen und massiven Blutzucker-Entgleisungen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung daher für chronisch Kranke. Doch die Durchimpfungsrate in Deutschland bleibt mit rund 28 Prozent alarmierend niedrig.

Die stille Epidemie: Jeder Zweite weiß nichts von seiner Erkrankung

Während Typ-1-Diabetes als Autoimmunerkrankung rund 9,5 Millionen Menschen weltweit betrifft, entfallen über 90 Prozent der Fälle auf Typ-2-Diabetes. Die Dunkelziffer ist enorm: Mehr als 40 Prozent der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung.

Dabei gelten viele Fälle von Typ-2-Diabetes als vermeidbar oder zumindest verzögerbar. Eine über 20 Jahre geführte Studie aus dem Fachmagazin JAMA Network Open zeigt das Potenzial: Bereits 30 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Diabetesrisiko um 42 Prozent. In Kombination mit Ausdauertraining steigt der Wert auf 62 Prozent.

Auch medizinische Ernährungstherapien helfen. Sie können den HbA1c-Wert um bis zu zwei Prozentpunkte senken.

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Die Grippeimpfung senkt die Sterblichkeit bei Diabetikern um 17% – und schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Trotzdem sind in Deutschland nur 28% der Betroffenen geimpft. Holen Sie sich jetzt den Ratgeber mit allen Fakten und praktischen Tipps. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Neue Forschung: Immun-Marker und Gentherapie

Die Forschung liefert im Sommer 2026 neue Ansätze. Eine im Juli in Nature Metabolism veröffentlichte Analyse von 16 Millionen Zellen aus 88 Spender-Bauchspeicheldrüsen identifizierte neue Immun-Marker. Sie könnten als Anker für künftige Therapien dienen.

Parallel startete im Mai 2026 in den Niederlanden eine Phase-1/2-Studie für eine neue Gentherapie (RJVA-001) zur Behandlung von Typ-2-Diabetes.

Hilfe für den Schulalltag

Neben der klinischen Forschung gewinnen alltagsnahe Konzepte an Bedeutung. Anfang Juli erschien ein neues Informationsbuch für Grundschulkinder. Es erklärt den Umgang mit automatisierten Insulin-Dosiersystemen (AID) und kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) im Schulalltag.

Das Projekt „GaDiaKi“ geht noch weiter: Der Innovationsfonds des G-BA fördert interprofessionelle Gruppenschulungen in Freizeiteinrichtungen in Bielefeld und Herford. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen souveränen Umgang mit ihrer Erkrankung zu vermitteln.

Diabetes-Medikamente schützen auch das Gehirn

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Aktuelle Kohortenstudien deuten auf positive Nebeneffekte moderner Diabetes-Medikamente hin. Eine im Juli 2026 veröffentlichte Untersuchung des NIH zeigt: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent. Bei GLP-1-Agonisten beträgt die Risikoreduktion 33 Prozent.

Das Diabetes-Management geht damit weit über die reine Blutzuckerkontrolle hinaus. Infektionsschutz, Bewegung, Ernährung – und offenbar auch der Schutz vor neurodegenerativen Prozessen – gehören längst zusammen.

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