Grafikkarten-Schmelzfälle: RTX 5090 und RX 9070 XT in der Kritik
23.06.2026 - 09:33:56 | boerse-global.de
Zwischen dem 21. und 23. Juni 2026 häuften sich Berichte über geschmolzene Stromstecker – und das betrifft nicht nur Nvidia, sondern zunehmend auch AMD-Modelle.
Schmelzende Stecker: RTX 5090 und 4090 betroffen
Am 22. Juni 2026 dokumentierte das Fachmagazin Club386 die Zerstörung einer Nvidia GeForce RTX 5090 Founders Edition samt dazugehörigem Netzteil. Der 12VHPWR-Stecker schmolz, obwohl er korrekt eingesteckt war. Nvidia tauschte die Karte zwar aus, doch die Redaktion fordert einen kompletten Rückzug des problematischen Steckerdesigns. Technische Untersuchungen zeigen: In vergleichbaren Konfigurationen erreichen die Kabel Temperaturen von bis zu 150 Grad Celsius.
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Nur einen Tag zuvor, am 21. Juni, meldete ein Nutzer einen weiteren Vorfall: Seine Palit GameRock RTX 5090 hatte nach 17 Monaten Betrieb einen durchgeschmorten 16-Pin-Stecker. Das Gerät war mit einem MSI MEG Ai1300P ATX 3.0-Netzteil verbunden. Die Kontakte zeigten deutliche Gelbverfärbungen, der Stecker war durch Hitzestau dunkel verfärbt.
Auch ältere Flaggschiffe bleiben nicht verschont. Eine Zotac RTX 4090 AMP Extreme AIRO erlitt ebenfalls einen Schmelzschaden – und zwar sowohl auf Karten- als auch auf Netzteilseite. Der Besitzer berichtete von plötzlichen Bildausfällen bereits bei leichter Last, etwa beim Videostreaming. Die GPU-Temperatur lag dabei unter 60 Grad Celsius. Der Hersteller verweigerte eine kostenlose Reparatur.
AMD jetzt auch betroffen: RX 9070 XT in der Kritik
Das Problem beschränkt sich längst nicht mehr auf Nvidia. Am 22. Juni 2026 wurde ein Fall einer Sapphire RX 9070 XT NITRO+ bekannt. Auch hier schmolz der Stromadapter während einer Gaming-Session – trotz korrekt eingerastetem 12V-2x6-Stecker. Sapphire lehnte den Garantieanspruch ab, nachdem ein 48-stündiger Test die Funktionsfähigkeit der GPU bestätigte. Damit steigt die Zahl öffentlich dokumentierter Schmelzfälle bei diesem Modell im Jahr 2026 auf mindestens neun.
Branchenbeobachter sehen High-End-Karten ab etwa 1.500 Euro als besonders gefährdet. Zwar sollten die neueren Standards ATX 3.1 und 12V-2x6 die Probleme des ursprünglichen 12VHPWR-Designs beheben – doch die Herausforderungen bei der Stromverteilung bleiben offenbar bestehen.
Neue Hardware gegen die Hitzefalle
Die Industrie reagiert mit speziellen Zubehörlösungen, die die Stromversorgung überwachen oder stabilisieren sollen.
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ASUS ROG Equalizer: Dieses Kabeldesign, das am 23. Juni 2026 getestet wurde, versucht Stromungleichgewichte zu verhindern. Es führt sechs 12-Volt-Leiter auf einer gemeinsamen Schiene zusammen, bevor der Stecker die GPU erreicht. Die Kontakte sind hartvergoldet, das Kupfer sauerstofffrei. Tests von Hardware Busters zeigten: Unter Volllast schmolz das Gehäuse zwar nicht – die Ursache der Stromverteilungsprobleme ist damit aber nicht vollständig behoben.
Thermal Grizzly WireView Pro II: Dieses Überwachungsgerät für rund 140 Euro soll ab Ende Januar 2027 in einer zweiten Charge ausgeliefert werden. Es misst Strom, Spannung und Temperatur an einzelnen Pins des 12V-2x6-Steckers. Bei kritischen Werten löst es einen Alarm aus oder fährt das System automatisch herunter.
Experten weisen darauf hin, dass die gängigen 80-Plus-Zertifikate keine Aussage darüber treffen, wie gut ein Netzteil die extremen Lastspitzen moderner Grafikkarten verkraftet. Neuere Tests von Cybenetics könnten hier relevantere Daten liefern – insbesondere zu Schutzschaltungen und Stabilität unter Höchstlast.
