GPTDisguise: Chrome-Erweiterung tarnt ChatGPT als Google Docs
15.06.2026 - 10:12:04 | boerse-global.de
Entwickler haben Browser-Erweiterungen veröffentlicht, die KI-Chats als harmlose Dokumente tarnen. Gleichzeitig entstehen spezialisierte Analyse-Tools für interne Unternehmensdokumente – und Sicherheitsforscher warnen vor Risiken.
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Wenn ChatGPT wie Google Docs aussieht
Eine neue Chrome-Erweiterung namens GPTDisguise macht es möglich: Sie überzieht die Oberflächen von ChatGPT, Claude und Gemini mit einem Google-Docs-Layout. Der Entwickler yuljg hat das Tool kürzlich um Claude-Unterstützung erweitert – nur die Plattform Grox fehlt noch. Gegen Aufpreis gibt es zusätzliche Designs, die Microsoft Word oder Notion imitieren.
Das Tool bedient einen wachsenden Markt. Immer mehr Angestellte nutzen KI-Assistenten, wollen aber nicht, dass Vorgesetzte oder Kollegen mitbekommen, wie oft sie mit einer Maschine schreiben. Die Tarnung als Textverarbeitungsprogramm macht die Nutzung unsichtbar.
KI als Coach für Produktdokumentation
Doch nicht nur Tarnung, auch echte Qualitätskontrolle steht im Fokus. Der Entwickler Gokul Rajaram hat Version 0.5 von Coach veröffentlicht – einem KI-gestützten Prüfsystem für Produktstrategie-Dokumente. Das Tool analysiert Product Requirement Documents (PRDs), Roadmaps und OKRs innerhalb von etwa zwei Minuten.
Coach bewertet Problemstellungen, Kennzahlen und die Realitätsnähe von Zeitplänen. Es prüft KI-bezogene Behauptungen auf Plausibilität und die logische Struktur der Argumentation. Für Produktmanager und Führungskräfte könnte das den internen Review-Prozess deutlich beschleunigen.
Sicherheitsrisiko Browser-Erweiterung
Während produktive KI-Tools boomen, zeigt eine aktuelle Untersuchung erhebliche Sicherheitslücken. Die Firma Socket Threat Research hat ein Netzwerk von 152 Live-Wallpaper-Erweiterungen entdeckt, die heimlich Google-Suchverkehr manipulieren. Über 105.000 Installationen wurden registriert.
Die schädlichen Erweiterungen protokollieren IP-Adressen, Internetanbieter-Daten und das Klickverhalten der Nutzer. Diese Informationen landen bei Werbenetzwerken. Der Fall zeigt: Jede Browser-Erweiterung – auch die für KI – sollte gründlich geprüft werden.
Schutz für sensible Unternehmensdaten
Die Sicherheitsfirma Aona AI hat deshalb eine spezielle Lösung für Google Gemini entwickelt. Ihr Data-Loss-Prevention-Tool (DLP) läuft als Browser-Plugin für Chrome, Edge und Firefox. Es überwacht in Echtzeit, welche Daten an die KI gesendet werden.
Personenbezogene Informationen, Finanzdaten, Quellcode und interne Strategiepapiere erkennt das System automatisch und schwärzt sie vor der Verarbeitung. Für Unternehmen, die KI nutzen wollen, ohne Geschäftsgeheimnisse preiszugeben, ist das ein wichtiger Baustein.
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Autonome Workflows für Profis
Für technisch versierte Nutzer gibt es neue Kommandozeilen-Tools. Die Antigravity CLI – ein Nachfolger der Gemini CLI in der Programmiersprache Go – orchestriert Aufgaben in Google Workspace. Sie bietet native Sandbox-Isolation für macOS, Linux und Windows.
Damit lassen sich sogenannte „agentische" Arbeitsabläufe realisieren, die lokal, hybrid oder in der Cloud laufen. Ergänzend zeigen Integrationsleitfäden aus dem Mai 2026, wie KI-Agenten per Sprachbefehl komplexe PDF-Operationen ausführen – etwa Dateien zusammenführen oder Barcodes generieren. Die Entwicklung deutet auf eine Zukunft hin, in der KI-Assistenten dokumentenlastige Verwaltungsaufgaben weitgehend eigenständig erledigen.
