GPT-Synopsys, OpenAI

GPT-Synopsys: OpenAI und Synopsys entwickeln KI für Chipdesign

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 03:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Synopsys hebt die Umsatzprognose für 2027 auf rund 15 Prozent Wachstum an und meldet eine mehrjährige KI-Partnerschaft.

Synopsys und OpenAI entwickeln KI-Modell für Chipdesign gemeinsam
Detailaufnahme einer Silizium-Wafer-Oberfläche mit komplexen Mikrochip-Strukturen unter neutralem Laborlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Halbleitersoftware-Spezialist Synopsys und das KI-Unternehmen OpenAI haben eine mehrjährige Vereinbarung geschlossen, um gemeinsam ein spezialisiertes KI-Modell für die Entwicklung von Computerchips zu entwickeln.

Die Partnerschaft zielt auf die Schaffung des Modells GPT-Synopsys ab, das hochentwickelte KI-Funktionen direkt mit Werkzeugen für das elektronische Chipdesign (EDA) verknüpfen soll. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen eines Investoren-Gipfels von Synopsys, wie Berichte vom 30. September 2026 zeigen.

Integration von KI-Agenten in bestehende EDA-Werkzeuge

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Zusammenführung von OpenAIs Frontier-KI mit den EDA-Tools von Synopsys. Im Zuge des Abkommens lizenziert OpenAI die Softwarewerkzeuge von Synopsys. Das künftige Modell GPT-Synopsys soll auf der Infrastruktur von OpenAI betrieben und in die Plattformen Synopsys.ai sowie Synopsys Autopilot integriert werden.

Das Modell ist darauf ausgelegt, als nativer Expertennutzer der EDA-Werkzeuge zu agieren. Autonome KI-Agenten sollen komplexe Aufgaben im Chipdesign übernehmen, darunter die sogenannte PPA-Optimierung, bei der Leistung, Rechenperformance und chipfläche gegeneinander abgewogen und optimiert werden. Halbleiter-Ingenieure sollen dadurch mehr Designvarianten in kürzerer Zeit erkunden können.

Für den Schutz sensibler Industriegeheimnisse wurde festgelegt, dass keine Kundendaten zum Trainieren des Modells herangezogen werden. Die Ergebnisse des KI-Modells werden weiterhin durch die etablierten Prüfwerkzeuge von Synopsys verifiziert. Erste gemeinsame Technologie-Engagements mit führenden Kunden aus der Halbleiterbranche wurden bereits aufgenommen.

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Kommerzielles Modell und Vertriebsvereinbarungen

Die Vereinbarung erstreckt sich neben gemeinsamer Forschung und Entwicklung auch auf globale Vertriebsaktivitäten. Finanziell haben die beiden Partner ein Modell zur Umsatzteilung vereinbart, zu dessen konkreter Höhe keine Angaben gemacht wurden. Demnach zahlt OpenAI an Synopsys eine Trainings-Abonnementgebühr.

Nutzen Kunden die resultierenden Lösungen, teilen sich beide Unternehmen die Erlöse auf Basis der erzielten Design-Verbesserungen. Synopsys-Führungskraft Ghazi betonte hierbei, dass die Vereinbarung das bestehende Geschäft von Synopsys nicht kannibalisieren solle.

Angehobene Wachstumsprognose und Marktreaktion

Im Zuge des Investor Day hob Synopsys seine Geschäftserwartungen an. Das Unternehmen rechnet für das Geschäftsjahr 2027 nun mit einem Umsatzwachstum von rund 15 Prozent auf 11,15 Milliarden US-Dollar, bezogen auf den Mittelpunkt der Guidance-Spanne von 11,1 bis 11,2 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatten Marktbeobachter laut LSEG mit einem Zuwachs von 11,19 Prozent gerechnet.

Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert das Management eine Non-GAAP-Betriebsmarge von rund 44,0 Prozent (GAAP: rund 20,7 Prozent) sowie einen Non-GAAP-Gewinn pro Aktie zwischen 19,04 und 19,12 US-Dollar (GAAP: 8,16 bis 8,61 US-Dollar).

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Der freie Cashflow soll bei rund 3,1 Milliarden US-Dollar liegen, bei einem operativen Cashflow von etwa 3,6 Milliarden US-Dollar und Investitionsausgaben von rund 500 Millionen US-Dollar.

Langfristig strebt Synopsys bis zum Geschäftsjahr 2030 ein jährliches Umsatzwachstum im mittleren Zehnprozentbereich von rund 15 Prozent, eine operative Marge von etwa 50 Prozent und ein Cashflow-Wachstum im mittleren 20-Prozent-Bereich an. Zudem sind Aktienrückkäufe von bis zu 50 Prozent des freien Cashflows vorgesehen, davon rund 1 Milliarde US-Dollar in den kommenden Monaten.

Die Bekanntgabe der Kooperation spiegelte sich auch an der Börse wider: Die Synopsys-Aktie verzeichnete zeitweise Kursgewinne von über 7 Prozent und ging mit einem Plus von 4,78 Prozent aus dem Handel.

Laut Berichten kletterte der Titel im Tagesverlauf um 4,19 Prozent auf 435,50 US-Dollar bei rund dem 3,14-fachen Durchschnittsvolumen. Für das am 31. Juli 2026 beendete Quartal hatte Synopsys zuvor einen Umsatz von 2,48 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 545,8 Millionen US-Dollar ausgewiesen.

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