GPT-56, OpenAI

GPT-5.6: OpenAI stellt drei neue Modelle für Microsoft 365 vor

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 16:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de

OpenAI stellt die GPT-5.6-Familie vor, die ab sofort das Herz von Microsoft 365 Copilot bildet und verbesserte Leistung bietet.

OpenAI GPT-5.6: Neue KI-Modelle für Microsoft 365 Copilot
Stilisierte, leuchtende KI-Hirn mit Codezeilen, das fortschrittliche KI-Modelle und deren Integration in die Softwareentwicklung darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der KI-Primus OpenAI hat am Mittwoch seine neue GPT-5.6-Modellfamilie vorgestellt – und sie wird künftig das Herzstück von Microsoft 365 Copilot.

Die Veröffentlichung erfolgte nach einer Sicherheitsprüfung durch die US-Regierung und adressiert zugleich die Kritik der Nutzer an nachlassender Qualität früherer Versionen. Mit drei verschiedenen Varianten will OpenAI unterschiedliche Anforderungen abdecken – von rechenintensiven Aufgaben bis hin zu kosteneffizienten Massenanwendungen.

Drei Modelle für unterschiedliche Ansprüche

Die GPT-5.6-Familie umfasst die Versionen Sol, Terra und Luna. Sol ist für komplexe Denkaufgaben und hohe Rechenlasten optimiert, Terra fungiert als ausgewogener Standard. Luna richtet sich als leichtgewichtiges und günstiges Modell an Anwender mit hohem Volumen.

Die Preisstruktur ist auf Millionen Tokens ausgelegt. Für Sol zahlen Unternehmen umgerechnet rund 4,70 Euro pro Million Input-Tokens und etwa 28 Euro für den Output. Terra kostet etwa 2,35 Euro (Input) und 14 Euro (Output), Luna liegt bei rund 0,94 Euro beziehungsweise 5,60 Euro.

OpenAI gibt an, dass Sol bei Programmieraufgaben 54 Prozent token-effizienter arbeitet als seine Vorgänger. In internen Tests erreichte das Modell 53,6 Punkte im Benchmark „Agents' Last Exam“ und 80 Punkte im Coding Agent Index – und übertraf damit Branchenkonkurrenten wie Claude Fable 5 bei geringerem Token-Verbrauch.

Microsoft setzt voll auf die neue Generation

Seit dem 9. Juli ist GPT-5.6 das bevorzugte Modell für Microsoft 365 Copilot. Das betrifft die KI-Funktionen in Word, Excel, PowerPoint und Cowork. Der Modell-Router von Microsoft wurde aktualisiert, sodass GPT-5.6 künftig die Mehrheit der Nutzerinteraktionen verarbeitet. Ein manueller Eingriff durch Administratoren ist nicht nötig – der Rollout erfolgt schrittweise in den kommenden Wochen.

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Parallel dazu wurde die Modellfamilie in GitHub Copilot integriert. Entwickler können Sol, Terra und Luna nun in verschiedenen Entwicklungsumgebungen nutzen, darunter VS Code, Visual Studio, JetBrains, Xcode und Eclipse. Für Unternehmenskonten müssen Administratoren die Freigabe jedoch manuell aktivieren – standardmäßig bleibt die Funktion deaktiviert.

Präzisere Code-Reviews und neue Arbeitshilfen

Erste Tests des Branchendienstes Qodo zeigen, dass GPT-5.6 präzisere Code-Reviews liefert. Die Genauigkeit stieg von 0,80 auf 0,82 im Vergleich zur Vorgängerversion GPT-5.5, bei gleichbleibender Trefferquote von rund 0,60. Zudem arbeitet das Modell 1,5-mal schneller und benötigt nur halb so viele Tokens pro Review.

Mit ChatGPT Work bringt OpenAI zudem eine neue Arbeitsplatzanwendung auf den Markt. Sie kombiniert die Dialogfähigkeiten von ChatGPT mit der Programmierintelligenz von Codex. Verfügbar für Desktop, Mobilgeräte und im Web, integriert sich das Tool in professionelle Umgebungen wie Slack, Gmail, Google Drive und verschiedene CRM-Systeme.

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Partnerschaft unter Spannung

Die öffentliche Freigabe von GPT-5.6 erfolgte erst nach einer Sicherheitsfreigabe durch US-Behörden. OpenAI bezeichnet das Modell als sein sicherheitsstärkstes bisher – mit verbesserten Schutzmechanismen für Unternehmensanwendungen.

Die Veröffentlichung fällt in eine Phase, in der das Verhältnis zwischen OpenAI und Microsoft neu justiert wird. Bloomberg berichtete kürzlich, dass Microsoft zunehmend auf eigene MAI-Modelle setzt, um Betriebskosten zu senken. Die Ernennung von GPT-5.6 zum bevorzugten Copilot-Modell zeigt jedoch, dass die Partnerschaft für Microsofts Produktivitätssoftware weiterhin zentral bleibt. Mit ChatGPT Work will OpenAI direkt mit Arbeitsplatz-KI wie Anthropics Claude Cowork konkurrieren.

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