GPT-56, OpenAI

GPT-5.6: OpenAI startet ChatGPT Work für autonome Büroaufgaben

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 04:57 Uhr, Redaktion boerse-global.de

OpenAI launcht GPT-5.6 und ChatGPT Work, während Anthropic und Meta mit eigenen Tools kontern. Der Wettbewerb um intelligente Büroassistenten verschärft sich.

OpenAI, Anthropic & Co: Neue KI-Assistenten fürs Büro vorgestellt
Nahaufnahme eines futuristischen KI-Agenten mit leuchtendem neuronalen Netzwerk, unscharfe Büroangestellte im Hintergrund, Symbol für fortschrittliche KI am Arbeitsplatz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die KI-Branche erlebt eine der intensivsten Produktoffensiven ihrer Geschichte. Gleich mehrere Technologiekonzerne haben in dieser Woche neue KI-Assistenten vorgestellt, die selbstständig komplexe Aufgaben im Büro übernehmen sollen.

Am Mittwoch zog OpenAI den größten Trumpf: Das Unternehmen um Sam Altman brachte die neue Modellfamilie GPT-5.6 an den Start – und gleichzeitig ein spezielles Produktivitätstool namens ChatGPT Work. Die Veröffentlichung erfolgte nach einer Sicherheitsprüfung durch die US-Regierung, an der unter anderem die Beamten Lutnick, Bessent und Cairncross beteiligt waren. OpenAI betont, dass alle Versuche des Datendiebstahls während der Tests automatisch blockiert wurden.

Drei Modelle für unterschiedliche Ansprüche

Die neue GPT-5.6-Reihe umfasst drei Stufen: Sol als Flaggschiff für höchste Intelligenzleistung, Terra für ausgewogene Performance und Luna als kosteneffiziente Lösung für Massenanwendungen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Sol erreichte im Benchmark „Agents' Last Exam" 53,6 Punkte und ließ damit Konkurrenten wie Anthropics Claude Fable 5 um satte 13,1 Punkte hinter sich. Beim Codieren erzielte das Modell einen Wert von 80 auf dem Coding Agent Index.

Was macht ChatGPT Work so besonders? Der Agent vereint die Fähigkeiten des bekannten Chatbots mit dem Codex-Programmiersystem. Er kann eigenständig mehrstufige Projekte abwickeln – von der Marktforschung über die Erstellung von Marketingmaterial bis hin zum Bau kompletter Websites. Das System arbeitet über längere Zeiträume an komplexen Aufgaben und bietet geplante Ausführungen sowie ein einheitliches Verzeichnis für Drittanbieter-Erweiterungen wie Slack, Microsoft Teams und Google Drive.

Die Konkurrenz schläft nicht

Nur zwei Tage zuvor, am Montag, hatte Anthropic seinen Claude-Cowork-Agenten auf Web- und Mobilplattformen ausgeweitet. Das Tool setzt auf geräteübergreifende Kontinuität und Hintergrundverarbeitung – rund die Hälfte der Nutzung entfällt bereits auf Geschäftsabläufe und Content-Erstellung. Pünktlich zum OpenAI-Launch zog Anthropic mit „Reflect" nach, einem neuen Dashboard für seine Claude-Modelle.

Doch damit nicht genug: Auch Meta warf am Mittwoch seinen Hut in den Ring und veröffentlichte Muse Spark 1.1, das sich vor allem bei Programmieraufgaben profilieren soll. Und SpaceXAI brachte Grok 4.5 an den Start. Der Wettbewerb um die Vorherrschaft im KI-Büroalltag ist voll entbrannt.

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Preise und Auslaufmodelle

OpenAI rollt die neue Technologie schrittweise aus. ChatGPT Work steht ab sofort per Desktop-Anwendung allen Nutzern zur Verfügung. Web- und Mobilzugang erhalten zunächst Pro-, Enterprise- und Education-Abonnenten. Plus- und Business-Kunden sollen innerhalb weniger Tage folgen.

Die Einführung der neuen Modelle besiegelt das Ende der Vorgänger: GPT-5.4 wird am 23. Juli 2026 eingestellt, die Atlas-Browserfunktion folgt am 9. August 2026.

Die Abrechnung erfolgt über ein kreditbasiertes System. Die API-Preise liegen für das Spitzenmodell Sol bei 5 Euro pro Million Input-Tokens und 30 Euro pro Million Output-Tokens. Terra kostet 2,50 Euro beziehungsweise 15 Euro, Luna schlägt mit 1 Euro und 6 Euro zu Buche. Die teuersten Abonnements für den Dienst kosten bis zu 100 Euro monatlich. Anthropic kontert derweil mit einer Verdopplung der Nutzungslimits bis zum 5. August 2026 – eine kluge Mid-Year-Strategie im Kampf um die Kunden.

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