Glucosamin, Studie

Glucosamin: Studie zeigt erhöhtes Alzheimer-Risiko um 25%

21.06.2026 - 22:54:56 | boerse-global.de

Kaffee hemmt Eisenaufnahme um bis zu 66 Prozent. Neue Studie zeigt erhöhtes Alzheimer-Risiko durch Glucosamin. Whey-Preise verdoppelt.

Supplement-Boom: Risiken durch Kaffee und neue Alzheimer-Studie
Glucosamin - Eine Tasse Kaffee steht neben verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln. Das Bild beleuchtet die Wechselwirkungen von Kaffee und Supplements. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Drei von vier Befragten greifen regelmäßig zu Vitaminen, Mineralstoffen und Co. Fast jeder Fünfte schluckt täglich vier oder mehr verschiedene Präparate. Doch die Kombination mit alltäglichen Genussmitteln wie Kaffee birgt Risiken.

Kaffee blockiert die Nährstoffaufnahme

Wer zum Frühstück seinen Kaffee trinkt und direkt die Eisen-Tablette nimmt, macht möglicherweise alles falsch. Studien belegen: Kaffee kann die Eisenaufnahme um bis zu 39 Prozent reduzieren. Beim Frühstück steigt die Hemmung sogar auf 66 Prozent. Der Grund: Das Koffein beeinträchtigt die Bioverfügbarkeit vieler Mikronährstoffe.

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Experten empfehlen daher einen zeitlichen Abstand von ein bis zwei Stunden zwischen Kaffeegenuss und der Einnahme von Eisenpräparaten. Ähnliche Effekte zeigen sich bei Magnesium. Koffein fördert die Ausscheidung des Minerals über die Nieren. Mediziner raten deshalb, Magnesium vorzugsweise abends einzunehmen – um die stimulierende Wirkung des Koffeins zu umgehen.

Auch Vitamin D erfordert besondere Aufmerksamkeit. Die Einnahme sollte grundsätzlich mit einer fetthaltigen Mahlzeit kombiniert werden, um die Resorption zu optimieren.

Neue Studie: Glucosamin erhöht Alzheimer-Risiko

Doch nicht nur Wechselwirkungen mit Kaffee bereiten Sorgen. Neue Forschungsergebnisse der University of Florida stellen einen Zusammenhang zwischen Glucosamin und einem erhöhten Alzheimer-Risiko her. Die großangelegte Beobachtungsstudie wertete Daten von über 50.000 Personen aus dem Zeitraum 2012 bis 2024 aus.

Bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) stieg das Risiko um 25 Prozent. Auch das Sterberisiko bei bereits an Demenz erkrankten Patienten erhöhte sich um denselben Prozentsatz. Die Arbeit wurde in „Nature Metabolism“ veröffentlicht. Im Gegensatz dazu deuten Daten darauf hin, dass SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten das Alzheimer-Risiko senken könnten.

Parallel dazu untersuchte eine Studie von Keck Medicine die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren. Trotz einer sechsmonatigen Gabe von 2.000 mg DHA täglich konnten bei den 365 Probanden im Alter zwischen 55 und 80 Jahren keine positiven Effekte auf die Kognition oder das Volumen des Hippocampus festgestellt werden.

Mediziner warnen vor unkontrollierter Supplementierung

Die weite Verbreitung von Nahrungsergänzungsmitteln hat eine Kehrseite. Ärzte berichten von möglichen Schädigungen von Leber und Nieren sowie Magen-Darm-Problemen durch hochdosierte Präparate. In Einzelfällen führte die langjährige Hochdosis-Einnahme zur Bildung von Nierensteinen.

Fachleute wie der Mediziner Stephan Barth betonen: Supplemente können einen gesunden Lebensstil und die mitochondriale Fitness nicht ersetzen. Sie sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

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Protein-Boom: Preise für Whey verdoppelt

Die Nachfrage nach Supplementen spiegelt sich auch in den Marktzahlen wider. Zwischen Januar und Mai 2026 verzeichnete die Branche bei Protein-Präparaten einen Umsatz- und Absatzanstieg von 85 Prozent. Der Boom führte in Kombination mit einer hohen Inlandsnachfrage in den USA zu globalen Engpässen bei Molkenprotein (Whey).

Die Folgen: Die Preise für Whey-Konzentrat haben sich seit Jahresbeginn verdoppelt, Isolate wurden um 40 Prozent teurer. Branchenexperten rechnen damit, dass der Ausbau notwendiger Produktionskapazitäten zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen wird.

Qualitätssicherung bleibt problematisch

Neben wirtschaftlichen Aspekten bleibt die Qualitätssicherung eine Herausforderung. Ein Test des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aus dem Jahr 2024 deckte auf: 50 Prozent der als Waldheidelbeeren deklarierten Proben waren Fälschungen. In Nahrungsergänzungsmitteln wurden Anthocyane teilweise durch Extrakte aus schwarzem Reis ersetzt.

Kaffeekonsum: Die Grenzen des Genusses

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt klare Orientierungswerte vor: Eine tägliche Aufnahme von bis zu 400 mg Koffein – etwa vier bis fünf Tassen Filterkaffee – gilt für gesunde Erwachsene als unbedenklich. Ab 500 mg können toxische Symptome wie Zittern oder Übelkeit auftreten. Ein Konsum von mehr als sechs Tassen täglich wird zudem mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen in Verbindung gebracht.

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