Glucosamin, Studie

Glucosamin: Studie zeigt 25% erhöhtes Demenzrisiko

30.06.2026 - 16:04:05 | boerse-global.de

Kollagenpräparate erzielen Rekordumsätze, während Mediziner die Wirksamkeit anzweifeln. Neue Studien zu Glucosamin und Omega-3 sorgen für Diskussionen.

Kollagen-Boom: Milliardenmarkt trifft auf medizinische Skepsis
Glucosamin - Nahaufnahme verschiedener Nahrungsergänzungsmittel für Gelenkgesundheit, darunter Kapseln, Pulver und Trinkampullen. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders Kollagenprodukte versprechen schöne Haut und starke Gelenke – doch Mediziner warnen.

Rekordumsätze bei Glow25 und Co.

Das Segment der Kollagenpräparate hat sich zum Milliardenmarkt entwickelt. 2025 lag der globale Umsatz bei rund 11,7 Milliarden US-Dollar. Bis 2034 sollen es 30 Milliarden sein.

Ein Paradebeispiel: Das 2021 gegründete Startup Glow25 steigerte seinen Umsatz von 35 Millionen Euro (2022) auf 130 Millionen Euro (2023). Die Produkte sind längst bei Galeria, Kaufland und DM erhältlich.

Auch die Industrie reagiert. Peter Hill, Chef des Herstellers Gelita, kündigte den Bau von zwei neuen Fabriken an – jede mit einer Kapazität von 6.000 Tonnen. Neben Pulvern boomen Trinkampullen mit komplexen Rezepturen aus Kollagen-Peptiden, Hyaluronsäure, Glucosamin und Chondroitin.

Was bringen die Pulver wirklich?

Die Verbraucherzentrale ist skeptisch: Es gebe keine hinreichenden Belege für eine signifikante Wirkung auf das Hautbild. Auch Orthopäden zweifeln.

Mediziner Tobias Renkawitz stellt klar: „Eine Heilung von Knorpelschäden durch diese Präparate ist nicht zu erwarten." Zwar gilt Kollagen als wichtiges Protein für Gelenke und Knochen – der klinische Nachweis für einen therapeutischen Nutzen bleibt lückenhaft.

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Schock-Studie: Glucosamin und Demenzrisiko

Eine im Juni 2026 im Fachjournal Nature Metabolism veröffentlichte Studie sorgt für Aufsehen. Forscher werteten Daten von 66.000 Probanden aus – und fanden einen möglichen Zusammenhang zwischen Glucosamin und einem um 25 Prozent erhöhten Demenzrisiko.

Auch Omega-3-Fettsäuren liefern ernüchternde Ergebnisse. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC mit 365 Teilnehmern (55 bis 80 Jahre) untersuchte zwei Jahre lang die Gabe von täglich 2.000 mg DHA.

Die Konzentration der Fettsäure im Liquor stieg zwar um 17 Prozent – doch Gedächtnistests und Gehirnabbau zeigten keine Verbesserung. Studienleiter Dr. Hussein Naji Yassine: „Fischölpräparate schützen die Gehirngesundheit bei Personen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko offenbar nicht."

Vom Menschen zum Haustier

Der Supplement-Trend erfasst zunehmend auch die Tiermedizin. Für Oktober 2026 ist ein Fachseminar zur Arthrose-Ernährung beim Hund angekündigt – mit Fokus auf Grünlippmuschel, Omega-3 und Kollagen.

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Im Leistungssport gehen Athleten neue Wege. Aquabiking-Vize-Weltmeister Peter Schott nutzt spezielle Frequenzpads mit Quarz- und Keramikpulver, um die Sauerstoffsättigung während des Trainings zu beeinflussen.

Der Markt für Präventions- und Regenerationslösungen wächst rasant – der Alzheimer-Früherkennung wird bis 2033 ein Volumen von 9,4 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Doch die wissenschaftliche Debatte über den tatsächlichen Nutzen bleibt hitzig.

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