Glucosamin: Studie zeigt 25% erhöhtes Alzheimer-Risiko
22.06.2026 - 16:14:27 | boerse-global.de
Statt pauschalen Multivitamin-Präparaten setzen Hersteller zunehmend auf gezielte Wirkstoffe für Mitochondrien, Muskelaufbau und sogar kognitive Gesundheit. Doch nicht alles ist harmlos.
Ob Nahrungsergänzungsmittel wirklich wirken oder ob Ihr Körper bereits unter unbemerkten Belastungen leidet, lässt sich oft an den Entzündungswerten ablesen. Dieser kostenlose Ratgeber verrät Ihnen die 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killer und bietet einen Selbsttest für Ihre Gesundheit. Kostenlosen Ratgeber zur Entzündungshemmung anfordern
Mitochondrien im Fokus: „Supplemente ersetzen keinen ungesunden Lebensstil“
Ein zentraler Trend der aktuellen Forschung ist die Unterstützung der Mitochondrien – jener Zellkraftwerke, die maßgeblich am Alterungsprozess beteiligt sind. Der Zell- und Molekularbiologe Stephan Barth betont: Ein ungesunder Lebensstil mit schlechter Ernährung, Bewegungsmangel, chronischem Stress und Schlafmangel lasse sich nicht durch Supplemente kompensieren.
Dennoch sehen Experten Potenzial – aber nur bei ohnehin gesunder Lebensweise. So kann die Einnahme von Coenzym Q10 ab etwa 30 Jahren sinnvoll sein. Ein vielversprechenderer Kandidat ist Urolithin A. Der postbiotische Metabolit entsteht natürlicherweise aus Granatäpfeln, Beeren und Walnüssen – allerdings stark schwankend von Mensch zu Mensch. Hochreine Präparate sollen nun direkt die Mitophagie anregen, also das Recycling alter Mitochondrien. Klinische Studien untersuchen den Effekt auf Muskelkraft und Ausdauer.
Neue Kombipräparate: Wachstumshilfe für Kleinkinder
Auch für spezifische Zielgruppen gibt es Neuigkeiten. Im Juni 2026 wurde mit Nutricare Smarta Grow Opti ein Kombinationspräparat für Kleinkinder vorgestellt. Es enthält hydrolysiertes Milchprotein, die Vitamine K2 (MK7) und D3 sowie postbiotische Bakterien und Inulin. Ziel: eine optimierte Kalziumaufnahme zur Unterstützung des Längenwachstums und des Immunsystems.
Parallel arbeitet die Pharmaindustrie an Wirkstoffen an der Schnittstelle zwischen Medikament und metabolischer Unterstützung. Bimagrumab von Eli Lilly wird auf muskeleinsparende Eigenschaften bei Gewichtsverlust geprüft. AstraZeneca investierte 2025 in SPX-001. Und Cambrian Biotech testet ATX-304 – intern „Bewegungspille“ genannt –, das metabolische Effekte eines fünf- bis zehn Kilometer langen Laufs simulieren soll. Ergebnisse werden für Ende 2027 erwartet.
Vorsicht bei Glucosamin: Studie zeigt erhöhtes Alzheimer-Risiko
Nicht jeder Wirkstoff ist harmlos. Eine im Juni 2026 in Nature Metabolism veröffentlichte Studie der University of Florida klingt alarmierend. Die Auswertung von Daten über 50.000 Personen aus den Jahren 2012 bis 2024 ergab: Bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) erhöht die regelmäßige Einnahme von Glucosamin das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent. Bei bereits diagnostizierter Alzheimer-Demenz stieg das Sterberisiko innerhalb von fünf Jahren ebenfalls um 25 Prozent.
Als mögliche Ursache vermuten Forscher eine Hyperglykosylierung im Gehirn. Die geltende S3-Leitlinie spricht bereits keine Empfehlung für Glucosamin aus.
Da viele Wirkstoffe die kognitive Fitness beeinflussen können, ist eine frühzeitige Einschätzung der geistigen Leistungsfähigkeit entscheidend. Dieser einfache 2-Minuten-Selbsttest hilft Ihnen dabei, Warnsignale richtig zu deuten und diskret Gewissheit zu erlangen. Jetzt kostenlosen Demenz-Selbsttest starten
Hoffnung aus der Natur: Nachtkerzenextrakt bei Alzheimer-Mäusen
Positivere Nachrichten kommen aus der präklinischen Forschung. Eine im Juni 2026 in Food Science and Biotechnology veröffentlichte Studie untersuchte einen Extrakt aus Nachtkerzenblättern. In Versuchen mit Alzheimer-Mäusen verbesserte der Extrakt die kognitiven Funktionen und reduzierte entzündliche Prozesse sowie Amyloid-beta-Ablagerungen im Gehirn. Ob sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, bleibt abzuwarten.
