Glucosamin: Studie belegt 25% höheres Demenzrisiko bei MCI-Patienten
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Studie zeigt einen möglichen Zusammenhang zwischen Glucosamin und beschleunigtem kognitiven Verfall. Betroffene sollten das Präparat aber nicht eigenmächtig absetzen.
Gefährliche Supplemente?
Die im Juni in Nature Metabolism veröffentlichte Untersuchung der University of Florida analysierte Daten von Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) sowie Alzheimer-Erkrankten. Das Ergebnis: Bei MCI-Patienten steigt das Risiko, eine Demenz zu entwickeln, um 25 Prozent. Bei Alzheimer-Betroffenen korreliert die Einnahme mit einem ebenfalls um 25 Prozent erhöhten Sterberisiko.
Die Forscher betonen jedoch: Die Beobachtungen belegen keine direkte Kausalität. Bei gesunden Personen ohne kognitive Vorbelastungen zeigte sich kein erhöhtes Risiko. In der untersuchten Gruppe nahmen rund acht Prozent der Patienten Glucosamin ein. Fachleute raten, das Präparat nicht eigenmächtig abzusetzen, sondern die weitere Einnahme mit dem Arzt abzustimmen.
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Während Supplemente kritisch geprüft werden, bestätigen andere Studien den Wert nicht-medikamentöser Maßnahmen. Laut Lancet Commission und WHO galten 2026 rund 45 Prozent der weltweiten Demenzfälle als potenziell vermeidbar. Eine Harvard-Studie aus 2025 zeigt: Bereits 3.000 bis 5.000 Schritte täglich können den kognitiven Verfall um etwa drei Jahre verzögern. Bei 5.000 bis 7.500 Schritten sind es bis zu sieben Jahre.
Auch die Medikamentenforschung macht Fortschritte. Langzeitdaten zu Donanemab belegen eine Verlangsamung des kognitiven Abbaus bei früher symptomatischer Alzheimer-Erkrankung. Auf der CDR-SB-Skala reduzierte sich der Abbau nach 18 Monaten um 0,7 Punkte, nach 36 Monaten um 1,1 Punkte. Weitere Ansätze, etwa mit Diabetes-Medikamenten, werden untersucht – die Übertragbarkeit von Tierstudien auf den Menschen ist aber noch offen.
Was Senioren bei Nahrungsergänzung beachten sollten
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Besonders die Generation 65 plus greift häufig zu Supplementen. Laut Verbraucherzentrale NRW nutzen 54 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe regelmäßig solche Präparate. Experten warnen vor Überdosierungen und Wechselwirkungen. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschied zudem: Krankenkassen müssen Kosten für Nahrungsergänzungsmittel nicht übernehmen, da diese rechtlich keine Arzneimittel sind.
Bei Arthrose rücken neben Glucosamin auch andere Mikronährstoffe in den Fokus. Studien deuteten etwa darauf hin, dass hohe Selenwerte das Kniearthrose-Risiko senken oder Vitamin E Schmerzen lindern kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt Senioren jedoch primär eine ausgewogene Ernährung. Supplemente wie Vitamin D oder B12 sollten nur bei nachgewiesenem Mangel oder spezifischen Ernährungsformen wie Veganismus – und nach ärztlicher Beratung – eingenommen werden.
