GLP-1-Präparate, Studie

GLP-1-Präparate: Studie mit 50.000 Patienten belegt Haarausfallrisiko

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 21:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studie belegt statistischen Zusammenhang zwischen GLP-1-Medikamenten und Alopezie, das absolute Risiko bleibt jedoch niedrig.

GLP-1-Präparate: Studie zeigt erhöhtes Risiko für Haarausfall
Medizinische Medikamentenpackung und ein Stethoskop auf einem klinischen Schreibtisch zur Illustration einer Pharma-Analyse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine groß angelegte Studie zeigt einen statistischen Zusammenhang zwischen GLP-1-Präparaten und Alopezie. Das absolute Risiko bleibt jedoch gering.

Haarausfall als mögliche Folge

Forscher werteten im Fachmagazin The BMJ Daten von rund 50.000 Patienten aus. Das Ergebnis: Nutzer von GLP-1-Medikamenten wie Semaglutid oder Tirzepatid haben ein um 37 Prozent höheres Risiko für Haarausfall als Patienten, die SGLT-2-Hemmer nehmen. Im Vergleich zu DPP-4-Hemmern liegt das Risiko sogar 68 Prozent höher.

Die gute Nachricht: Das absolute Risiko ist gering. Es liegt bei etwa 3 bis 9 Fällen pro 1.000 Patientenjahre. Der Haarausfall ist in der Regel nicht vernarbend – nach Absetzen der Therapie wachsen die Haare meist wieder nach.

Die Ursache liegt dabei weniger im Wirkstoff selbst. Vielmehr gelten der rasche Gewichtsverlust, starke Kalorienrestriktion und damit verbundene Mikronährstoffmängel als wahrscheinliche Auslöser.

Die britische Aufsichtsbehörde MHRA meldete für 2026 bislang 399 Berichte über Haarausfall bei Tirzepatid und 148 bei Semaglutid. Auch die US-amerikanische FDA prüft derzeit entsprechende Sicherheitssignale.

Orale Semaglutid-Variante kommt

Die EU-Kommission erteilte am 15. Juli die Zulassung für eine orale Form von Semaglutid in 25 mg Dosierung zur Adipositas-Behandlung. Bisher war der Wirkstoff nur als Injektionslösung (Wegovy) bekannt.

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Die Tablette soll im dritten Quartal 2026 in Deutschland und Österreich auf den Markt kommen. Klinische Studien bescheinigen der oralen Variante eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von rund 17 Prozent.

Mediziner warnen jedoch: Die Umstellung auf Tabletten darf nur unter ärztlicher Begleitung erfolgen. Unkontrollierte Einnahme könnte zu Komplikationen führen.

Streit zwischen Pharmariesen

Der Wettbewerb zwischen den Herstellern wird härter. Novo Nordisk reichte am 21. Juli in New Jersey Klage gegen Eli Lilly ein. Der Vorwurf: irreführende Werbung.

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Novo Nordisk argumentiert, dass Eli Lilly die höchste Dosierung der eigenen Präparate (Zepbound/Mounjaro) mit niedrigeren Dosierungen der Novo-Produkte (Wegovy/Ozempic) vergleicht. Das verzerre das Bild der Wirksamkeit.

Das Problem nach dem Absetzen

Langzeitdaten zeigen eine weitere Herausforderung: Nach Ende der Therapie nehmen Patienten wieder zu. Eine Metaanalyse aus 2026 beziffert die mittlere Gewichtszunahme auf rund 0,4 Kilogramm pro Monat.

Die SURMOUNT-4-Studie belegt: Probanden nahmen innerhalb von 52 Wochen nach dem Absetzen von Tirzepatid im Schnitt 14 Prozent ihres Körpergewichts wieder zu. Die medikamentöse Therapie muss bei vielen Patienten als langfristige Maßnahme angelegt sein – sonst droht der Jojo-Effekt.

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