Ginseng, Bluthochdruck

Ginseng bei Bluthochdruck: Rote Variante senkt systolischen Wert um 9,86 mmHg

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beide Ginseng-Varianten verringerten Blutdruckwerte stärker als Placebo; die Forschenden sehen sie nur als Ergänzung zur Standardtherapie.
Getrocknete Ginsengwurzeln auf einem Holztisch in einer hellen, ruhigen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Pflanzliche Wirkstoffe rücken zunehmend in den Fokus der kardiovaskulären Forschung. Eine in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlichte Untersuchung liefert nun konkrete Daten zur Wirksamkeit von speziell aufbereitetem koreanischem Ginseng bei leicht erhöhtem Blutdruck. Die über zwölf Wochen angelegte Studie untersuchte die Effekte einer täglichen Dosis von rund 40 Milligramm des Ginsenosids Rg3.

Signifikante Senkung der Blutdruckwerte im Studienverlauf

An der randomisierten Untersuchung nahmen 90 Erwachsene mit erhöhtem Blutdruck teil. Die Probanden wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt weißen Ginseng, eine zweite roten Ginseng und die dritte Gruppe ein Placebo. Nach Ablauf des zwölftägigen Zeitraums zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Teilnehmergruppen.

Beim systolischen Blutdruck verzeichnete die Gruppe mit weißem Ginseng eine Reduktion um 7,27 mmHg. Bei den Teilnehmern, die roten Ginseng einnahmen, sank der Wert sogar um 9,86 mmHg. In der Placebogruppe stieg der systolische Druck im selben Zeitraum hingegen um 5,03 mmHg an.

Ähnliche Tendenzen erfassten die Forscher beim diastolischen Blutdruck. Hier sank der Wert bei der Verabreichung von weißem Ginseng um 5,27 mmHg und bei rotem Ginseng um 6,32 mmHg. Die Kontrollgruppe unter Placebo-Bedingungen verzeichnete lediglich eine minimale Veränderung von minus 0,90 mmHg.

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Ergänzung, aber kein Ersatz für etablierte Therapien

Die Auswertung der Daten ergab, dass beide Ginseng-Präparate dem Scheinmedikament statistisch signifikant überlegen waren. Die Autoren der Studie heben hervor, dass Ginseng-Präparate mit einem erhöhten Gehalt an Ginsenosid Rg3 eine vielversprechende Option für die zusätzliche Blutdruckkontrolle darstellen könnten.

Gleichzeitig ordnen die Forscher das Ergebnis vorsichtig ein: Die pflanzlichen Extrakte seien als mögliches Zusatzmittel zu verstehen und keinesfalls als vollwertiger Ersatz für eine ärztlich verordnete Standardtherapie gegen Bluthochdruck gedacht.

Die Notwendigkeit einer frühzeitigen und konsequenten Behandlung von Hypertonie bleibt hoch. Laut einer Modellrechnung könnten durch die rechtzeitige Behandlung von Bluthochdruck jährlich über 518.000 Todesfälle in 20 Ländern verhindert werden.

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Herausforderungen bei der Bioverfügbarkeit pflanzlicher Wirkstoffe

Die Erforschung bioaktiver Pflanzenstoffe beschränkt sich nicht nur auf Ginsenoside. Auch andere sekundäre Pflanzenstoffe wie das in Kreuzblütlern wie Brokkoli, Rettich und Kohl vorkommende Sulforaphan stehen im Fokus der Wissenschaft. Aus Brokkoli stammendes Glucoraphanin wird im Körper zu Sulforaphan umgewandelt.

Die Substanz aktiviert den Nrf2-Signalweg, wodurch Phase-II-Entgiftungsenzyme wie GSTs und NQO1 hochreguliert werden, was Karzinogene neutralisieren kann. Forscher beobachten zudem Zellzyklusarrest, die Auslösung von Apoptose in Krebszellen sowie eine Hemmung der Angiogenese.

Allerdings stehen Wissenschaftler bei der praktischen Anwendung solcher Substanzen vor Hürden: Sulforaphan gilt als instabil, verfügt über eine geringe Bioverfügbarkeit und wird vom Organismus schnell wieder ausgeschieden. Um diese Probleme zu lösen, arbeiten Institute wie das Vereinigte Institut für Kernforschung (OIJA) an technologischen Transportlösungen.

Forscher des Instituts nutzen Analysemethoden wie Kleinwinkel-Röntgenstreuung, FTIR-Spektroskopie, DSC und Computersimulationen, um Wirkstoffe in biomimetische Liposomen – mikroskopisch kleine Nano-Kapseln – einzubinden. Diese Verpackung im Lipid-Bilayer soll den Schutz und den gezielten Transport empfindlicher Naturstoffe im Körper verbessern, um künftig antibakterielle und antitumorale Präparate effizienter nutzbar zu machen.

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