Gewichtsabnahme, Blutdruck

Gewichtsabnahme ab 50: Fünf Prozent bringen Blutdruck und Entzündungswerte näher an Normalwerte

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mindestens fünf Prozent Gewichtsabnahme mit anschließendem Gewichtserhalt gingen mit günstigeren Blutdruck-, Cholesterin- und Entzündungswerten einher.
Ein friedlicher Waldweg im Herbstlicht, der die Themen Gesundheit und Wandel symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Eine moderate Gewichtsabnahme im mittleren Lebensalter kann die kardiovaskuläre Gesundheit sowie systemische Entzündungsmarker im späteren Leben maßgeblich verbessern.

Wie eine Langzeituntersuchung des Centre for Longitudinal Studies am University College London (UCL) vom 21. Oktober 2026 zeigt, erreichen übergewichtige Erwachsene, die im frühen bis mittleren Fünfzigeralter mindestens 5% ihres Körpergewichts reduzieren und dieses bis zum Alter von 55 Jahren halten, mit 62 Jahren biologische Werte, die denen von lebenslang Normalgewichtigen nahekommen. Dies betrifft insbesondere Blutdruck-, Cholesterin- und Entzündungswerte.

Datenbasis über mehrere Lebensjahrzehnte

Die Auswertung stützt sich auf die britische National Child Development Study, die den Lebensweg von 6.309 Personen nachzeichnet, die in einer einzigen Woche des Jahres 1958 in Großbritannien geboren wurden. Untersucht wurde die Entwicklung des Body-Mass-Index (BMI) ab dem frühen Erwachsenenalter ab 23 Jahren, das Erreichen des Höchstgewichts bis 42 Jahre sowie Gewichtsverluste bis zum Alter von 50 Jahren mit anschließendem Gewichtserhalt bis 55.

Die Forscher des UCL verglichen die Gesundheitsdaten der Studienteilnehmer im Alter von 44 und 62 Jahren. Im Zentrum der Messungen standen Blutdruck, Herzfrequenz, Cholesterin, Triglyceride, Langzeitzucker sowie ein Entzündungsmarker, um den kardiometabolischen Zustand der Probanden im Längsschnitt zu erfassen.

Ausmaß der Gewichtsabnahme und gesundheitliche Folgen

Innerhalb der untersuchten Kohorte blieben 24% der Teilnehmer fast durchgehend normalgewichtig. Rund 6% verloren bis zum 50. Lebensjahr mindestens 5% ihres Gewichts und hielten diesen Stand bis 55 Jahre.

Diese Gruppe setzte sich aus 4% ehemals Übergewichtigen und 2% Personen mit vormaliger Adipositas zusammen. Ein Gewichtsverlust von 5% entspricht in der Praxis beispielsweise einer Reduktion um 4 kg bei einem Ausgangsgewicht von 80 kg, um 4,5 kg bei 90 kg oder um 5 kg bei 100 kg.

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Demgegenüber nahm über ein Drittel der Gruppe (36%) bis Mitte 50 an Gewicht zu – aufgeteilt in je 18% mit Übergewicht und 18% mit Adipositas. Diese Gruppe wies die schlechtesten kardiometabolischen Werte sowie die schnellste Verschlechterung der Herzgesundheit zwischen den Messpunkten mit 44 und 62 Jahren auf.

Teilnehmer, die ausgehend von einer Adipositas abnahmen, schnitten besser ab als dauerhaft adipöse Personen, erreichten jedoch nicht ganz das Niveau derjenigen, die lebenslang normalgewichtig geblieben waren.

Einordnung durch die Wissenschaft und Limitationen

Die Hauptautorin der Studie am UCL, Dr. Charis Bridger Staatz, hob hervor, dass das Altern nicht zwangsläufig eine Verschlechterung der Gesundheit bedeuten müsse. Präventive Maßnahmen sollten gezielt auch Menschen in ihren 50ern einschließen, da es für Interventionen nie zu spät sei.

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Co-Autorin Dr. Laura Gimeno betonte, dass der gesundheitliche Nutzen über die kurzfristige Abnahme hinausgehe. Es gelte, den Zugang zu effektiver Unterstützung bei der Gewichtsreduktion inklusive Medikamenten auszuweiten und einer Gewichtszunahme im mittleren Lebensalter entgegenzuwirken.

Das UCL veröffentlichte die Ergebnisse in einem Briefingpapier. Bei der Arbeit handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keinen formalen Kausalitätsnachweis erbringt; der Vorabdruck erschien auf der Plattform medRxiv und gilt als vorläufig.

Eine direkte Verringerung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen wies die Untersuchung nicht nach. Die gesellschaftliche Relevanz des Themas unterstreichen auch Angaben der British Heart Foundation, wonach im nächsten Jahrzehnt fast 170.000 Leben durch übergewichtsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen verloren gehen könnten.

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