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Generation Z: 75 Prozent setzen bei Lebensmitteln auf mehr Protein

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 02:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Junge Verbraucher greifen häufiger zu Proteinprodukten, während Fleischkonsum und pflanzliche Ersatzangebote zugleich zulegen.

Generation Z treibt Proteinprodukte und pflanzliche Alternativen voran
Nahaufnahme von frischen Milchprodukten wie Quark und körnigem Frischkäse in einer minimalistischen Küche. Illustration mit AI erstellt.

Die Generation Z entwickelt sich zu einem maßgeblichen Einflussfaktor für die deutsche Lebensmittelindustrie. Aktuelle Marktanalysen verdeutlichen einen Trend hin zu einer funktionalen Ernährung, bei der insbesondere proteinangereicherte Produkte eine zentrale Rolle spielen.

Während ältere Generationen wie die Babyboomer zurückhaltender agieren, prägt die Altersgruppe der 14- bis 28-Jährigen einen Ernährungsstil, der gesundheitlichen Nutzen in den Vordergrund stellt, ohne sich dabei zwangsläufig strikten ideologischen Diäten zu unterwerfen.

Protein-Boom als zentraler Markttreiber

Ein wesentliches Merkmal des aktuellen Konsumverhaltens ist die gezielte Auswahl von Lebensmitteln mit Zusatznutzen. Den vorliegenden Daten zufolge greifen 75 Prozent der jungen Konsumenten verstärkt zu Produkten mit einem Proteinversprechen. Im Vergleich dazu liegt dieser Anteil bei den Babyboomern lediglich bei 28 Prozent.

Dieser Trend spiegelt sich deutlich in den Absatzzahlen wider: Der Umsatz mit Proteinpulver im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten stieg binnen zwei Jahren von 113 Millionen auf 327 Millionen Euro an. Die Anzahl der Käuferhaushalte hat sich in diesem Segment auf mehr als 5,1 Millionen verdoppelt.

Besonders gefragt sind zudem eiweißreiche Artikel aus dem Kühlregal. Marktforscher beobachteten bei Skyr einen Umsatzanstieg binnen Jahresfrist um 49,1 Prozent auf rund 403,8 Millionen Euro. Auch Naturquark und körniger Frischkäse gehören zu den besonders nachgefragten Kategorien.

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Für diese funktionale Ausrichtung nehmen Verbraucher einen deutlichen Preisaufschlag in Kauf: Eine Packung proteinangereicherter Produkte kostet im Schnitt 1,50 Euro, während vergleichbare Artikel ohne Protein-Hinweis für durchschnittlich 1,07 Euro gehandelt werden.

Informationsverhalten und Gesundheitsbewusstsein

Das Interesse an Ernährungsfragen ist in der Generation Z hoch ausgeprägt. Etwa 47 Prozent dieser Altersgruppe beschäftigen sich aktiv mit diesem Themenkomplex, wobei acht von zehn Personen eine gesunde Ernährung als wichtig einstufen. Laut der SINUS-Studie zeigen drei von vier der 14- bis 28-Jährigen Interesse an fundierten Informationen.

Bei der Informationsbeschaffung spielen klassische Kanäle eine untergeordnete Rolle. Rund 47 Prozent der Generation Z beziehen ihre Tipps zur Ernährung über soziale Medien wie Instagram, TikTok und YouTube. Die Ernährung wird dabei oft als Mittel zur Selbstoptimierung begriffen.

Dennoch bleibt das Verhalten in der Praxis ambivalent: Im Jahr 2025 ernährten sich zwar 20 Prozent der 14- bis 29-Jährigen vegetarisch oder vegan, was den höchsten Anteil aller Altersgruppen darstellt. Gleichzeitig gaben 27 Prozent dieser Gruppe an, täglich oder mehrmals täglich Fleisch oder Wurst zu konsumieren.

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Fleischkonsum und Ersatzprodukte im Spannungsfeld

Trotz des Interesses an pflanzlichen Alternativen bleibt Fleisch ein dominanter Bestandteil des deutschen Marktes. In einer repräsentativen Befragung, die im August 2026 unter 2.023 Personen durchgeführt wurde, gaben 93 Prozent der Haushalte an, im Zeitraum von Januar bis Juli 2026 Fleisch oder Geflügel erworben zu haben. Dies entspricht einem leichten Rückgang der Käuferreichweite gegenüber dem Jahr 2022 (95 Prozent), während die Absatzmenge insgesamt um 3 Prozent zunahm. Hähnchenfleisch stellt mit 35 Prozent den größten Anteil am Fleischabsatz dar, gefolgt von Schweinefleisch mit 32 Prozent.

Parallel dazu erreicht der Markt für Fleischersatzprodukte neue Höchstwerte. Im Jahr 2026 kauften 35 Prozent der Haushalte mindestens einmal eine entsprechende Alternative. Der Umsatz bei fleischanalogen Produkten stieg um 6 Prozent, während sonstige pflanzliche Produkte wie Tofu oder Falafel ein Wachstum von 38 Prozent verzeichneten.

Dennoch bestehen Vorbehalte: 64 Prozent der Konsumenten sehen in Ersatzprodukten zu viele Zusatzstoffe und 61 Prozent kritisieren ein zu hohes Preisniveau. Der Fleischverzehr pro Kopf in Deutschland wurde für das Jahr 2025 mit 54,9 Kilogramm angegeben, was eine Steigerung gegenüber den Werten von 2023 (52,9 Kilogramm) und 2024 (53,5 Kilogramm) bedeutet.

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de | wissenschaft | 70201177 |