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Gender Care Gap: Frauen leisten 43 Prozent mehr unbezahlte Arbeit

02.06.2026 - 10:01:22 | boerse-global.de

AOK-Daten belegen: 73% der Kinderkrankentage gehen auf Frauenkonto. Neue Studien zeigen erhöhtes Risiko für soziale Isolation ab 50.

Gender Care Gap: Frauen leisten 43 Prozent mehr unbezahlte Arbeit - Bild: über boerse-global.de
Gender Care Gap: Frauen leisten 43 Prozent mehr unbezahlte Arbeit - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK für 2025. Rund 73 Prozent aller Kinderkrankentage entfielen auf weibliche Versicherte, während Männer nur 27 Prozent beanspruchten. Regionale Unterschiede sind deutlich: In Sachsen lag der Männeranteil mit 31 Prozent am höchsten, in Bayern mit 23 Prozent am niedrigsten.

Soziale Isolation nimmt mit dem Alter zu

Die Folgen dieser ungleichen Verteilung sind weitreichend. Eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung belegt ein signifikant höheres Risiko für soziale Isolation bei Frauen über 50. Die Anfang Juni vorgestellte Analyse basiert auf Daten aus 21 Ländern.

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Der Gender Care Gap in Deutschland ist eklatant: Frauen leisten durchschnittlich 29 Stunden und 18 Minuten unbezahlte Arbeit pro Woche, Männer nur 20 Stunden und 26 Minuten. Das entspricht einer Differenz von 43,4 Prozent. Das Risiko sozialer Vereinsamung steigt mit dem Alter massiv – von rund 4 Prozent bei 40-Jährigen auf bis zu 22 Prozent bei über 90-Jährigen.

Neue Vorsorgemodelle in Bayern

Die Politik reagiert mit spezifischen Präventionsprogrammen. Das bayerische Gesundheitsministerium treibt neue Vorsorgeuntersuchungen voran. Ein Pilotprojekt namens „W1“ an der Technischen Universität München erprobt eine telemedizinische Wechseljahres-Beratung. In 30-minütigen Gesprächen sollen Frauen frühzeitig über gesundheitliche Veränderungen informiert werden.

Parallel wird die Mädchensprechstunde „M1“ ausgeweitet. Ergänzt wird das Angebot durch Förderaufrufe im Bereich Künstliche Intelligenz für Frauengesundheit sowie Informationsangebote zur Beckenbodengesundheit.

Resilienz stärken: Von Waldbaden bis Herzkohärenz

Im betrieblichen und privaten Gesundheitsbereich gewinnen evidenzbasierte Methoden an Bedeutung. Anfang Juni diskutierten Experten auf einer Fachveranstaltung für Pflegeberufe über das Konzept der Neurobalance. Strategien wie ausreichend Schlaf, Bewegung in der Natur und Achtsamkeit stehen im Mittelpunkt.

Konkrete Techniken zur Stressreduktion sind das Herzkohärenz-Training und das Waldbaden (Shinrin Yoku). Durch rhythmisches Atmen soll die Herzratenvariabilität harmonisiert werden – das senkt messbar den Stresspegel. Waldbaden kann den Blutdruck senken und die Aktivität von Killerzellen stimulieren. In Albstadt gibt es dafür bereits strukturierte Kurse. Auch Bogenschießen wird als Mittel zur Konzentrationsförderung eingesetzt, etwa in Magdeburg.

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Wirtschaftliche Ungleichheit bleibt groß

Die Notwendigkeit für bessere Rahmenbedingungen zeigt sich auch in wirtschaftlichen Indizes. Der PwC Women in Work Index 2026 ordnet Österreich lediglich auf Rang 27 von 33 OECD-Ländern ein. Grund ist unter anderem ein Gender Pay Gap von 17,6 Prozent.

Eine Umfrage von DGB und Umfragezentrum Bonn unterstreicht den Wunsch nach Veränderung. Jeder zweite Beschäftigte und rund 63 Prozent der Väter wünschen sich kürzere Arbeitszeiten. Männer kommen derzeit auf durchschnittlich 37,1 Wochenarbeitsstunden, Frauen auf 30,8 Stunden. Eine wichtige Weichenstellung kommt im Juni 2026: Dann tritt die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Kraft, die für mehr Lohngerechtigkeit sorgen soll.

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