Gehirntraining: Zehn Minuten täglich sollen Demenz vorbeugen
18.05.2026 - 18:49:22 | boerse-global.deAktuelle Studien zeigen: Schon kurze Trainingseinheiten können die neuronale Plastizität fördern.
Koordination statt Wiederholung
Der Gehirntrainer Matthias Nowak, früher Techniktrainer beim FC Bayern München, setzt auf ein tägliches Pensum von nur zehn Minuten. Sein Konzept richtet sich vor allem an Menschen über 50. Ziel sind neue neuronale Verknüpfungen durch koordinative Übungen.
Passend zum beschriebenen Koordinationstraining für Menschen über 50 hilft dieser Ratgeber, das Gehirn durch gezielte Übungen fit zu halten. Erfahren Sie die 11 besten Alltagsmethoden, um Konzentration zu stärken und Demenz effektiv vorzubeugen. Gehirntraining-Ratgeber kostenlos herunterladen
Die Sportfreunde Rodgau bieten dazu eine spezielle Veranstaltungsreihe an. Termine in der EVO Sportfabrik und beim Wanderclub Edelweiß gibt es am 20. Mai, 3. Juni und 17. Juni. Die Teilnehmer lernen Gehirntraining und koordinative Fitness.
In Japan investieren Eltern früh in die kognitive Entwicklung ihrer Kinder. Rund 15 Dollar pro Stunde zahlen sie für Trainings mit Holzklötzen und Strategiespielen. Im Fokus steht die Förderung exekutiver Funktionen durch haptische Reize.
Lernen aus seltenen Ereignissen
Eine Studie der University of California, San Francisco, stellt klassische Lerntheorien infrage. Das Gehirn lernt demnach effizienter aus seltenen, aber präzise getimten Ereignissen. Der Zeitabstand zwischen Hinweis und Belohnung entscheidet über die Intensität des Lerneffekts.
Die Ergebnisse haben Konsequenzen für Sporttrainings, künstliche Intelligenz und Marketing. Klassisches Wiederholungslernen scheint weniger effektiv als bisher angenommen.
Forscher des Baycrest Centre analysierten Sprachmuster von 241 Erwachsenen zwischen 18 und 90 Jahren. Mittels KI erfassten sie rund 700 Sprachmerkmale. Das Ergebnis: Häufige Fülllaute wie „ähm“ und Wortsuchpausen korrelieren mit schwächerer kognitiver Leistung – in allen Altersgruppen.
Kochen senkt Demenzrisiko
Die Japan Gerontological Evaluation Study beobachtete über sechs Jahre mehr als 10.000 Menschen ab 65 Jahren. Regelmäßiges Kochen – mindestens einmal pro Woche – senkte das Demenzrisiko bei Männern um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent. Vermutlich schützt die nötige Planung und Koordination das Gehirn.
Eine schwedische Studie mit über 20.000 Teilnehmern zeigt: Selbst sitzende Tätigkeiten können helfen – wenn sie kognitiv aktiv sind. Lesen oder Rätsellösen senkt das Demenzrisiko um vier Prozent pro Stunde. Wer eine Stunde passives Sitzen durch aktives ersetzt, reduziert das Risiko um sieben bis elf Prozent.
Der Mediziner Dietrich Grönemeyer verweist auf die Lancet-Kommission. Demnach sind bis zu 50 Prozent aller Demenzfälle vermeidbar – durch die Beeinflussung von 14 Risikofaktoren. Neben Bewegungsmangel, Übergewicht und Rauchen zählen Hörverlust, soziale Isolation und unverarbeitete Traumata dazu. Der Ausgleich von Hörverlust kann das Risiko um etwa neun Prozent senken.
Wer neben der mentalen Fitness auch seine körperliche Stabilität im Alter fördern möchte, findet in diesen 3-Minuten-Wunderübungen eine ideale Ergänzung. Der Ratgeber eines Orthopädie-Experten zeigt 17 einfache Übungen, die Beschwerden lindern und Muskeln gezielt aufbauen. 17 Wunderübungen jetzt kostenlos anfordern
Mentale Stärke im Leistungssport
Sportpsychologin Selina Koch betont: Mentale Stärke entscheidet oft über Sieg oder Niederlage. Strategien zur Selbstgesprächsregulation und zur Umwandlung negativer Gedanken sind nicht nur im Profisport essenziell.
Skicross-Olympiasieger Ryan Regez machte die Bedeutung psychischer Gesundheit öffentlich. Nach schweren Verletzungen und Identitätskrisen forderte er ein interdisziplinäres Gesundheitsnetzwerk für Athleten. Ziel: Druck und Angst vor erneuten Verletzungen bewältigen.
Auch Führungskräfte setzen auf mentales Coaching. Dr. Ranjeet Mehta betont die Rolle der Selbstkontrolle und die Überwindung limitierender Glaubenssätze. Bewusste Reflexion soll impulsive Reaktionen ersetzen.
Die innere Haltung zählt
Aktuelle psychologische Analysen zeigen: Für Menschen über 60 ist die innere Einstellung entscheidender als die genetische Veranlagung. Wer Bewegung als natürlichen Alltagsbestandteil begreift, entwickelt stabilere Gewohnheiten. Es geht weniger um intensives Training als um die Integration von Bewegung und kognitiver Herausforderung.
Ausblick
Matthias Nowak plan ab Herbst 2026 regionale Kurse. Die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen bietet bereits die kostenfreie App „Auguste“ mit Gedächtnisspielen an.
Forscher der University of East Anglia untersuchen den Zusammenhang zwischen Darmbakterien-Metaboliten im Blut und kognitivem Abbau. Ein KI-Modell identifizierte Risiken mit 79 Prozent Genauigkeit. Zusammen mit Erkenntnissen über hochdosierte Grippeimpfungen zur Alzheimer-Prävention zeigt sich: Sport, Ernährung und medizinische Vorsorge greifen ineinander.
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