Gehirntraining, WHO

Gehirntraining: WHO belegt 45 Prozent vermeidbares Demenzrisiko

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WHO-Studie zeigt: Kognitive Stimulation, Mehrsprachigkeit und soziale Kontakte können das Demenzrisiko deutlich senken.

Demenzprävention: Gehirntraining und Mehrsprachigkeit als Schlüssel
Ein Schreibtisch mit einem Notizbuch und einem Logikrätsel, das mentale Aktivität und kognitive Gesundheit symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mentale Fitness wird zur wichtigsten Waffe im Kampf gegen Demenz. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beziffert den beeinflussbaren Anteil des Erkrankungsrisikos auf bis zu 45 Prozent. Neben Bewegung und Ernährung rückt dabei vor allem die regelmäßige kognitive Stimulation in den Fokus.

Mehrsprachigkeit schützt das Gehirn

Wer sein Gehirn fordert, senkt nachweislich das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen. Die WHO empfiehlt in ihren aktuellen Richtlinien 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche, gesunde Ernährung sowie den Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkohol.

Eine Studie in Nature Aging vom 28. Juli liefert zusätzliche Erkenntnisse: Mehrsprachigkeit kann das Risiko für kognitive Einschränkungen reduzieren. Die Untersuchung wertete Daten von über 80.000 Personen aus 27 Ländern aus. Von Vitaminpräparaten zur Prävention raten Experten dagegen ab – sofern kein medizinischer Mangel vorliegt.

Rätsel, Apps und botanische Denksportaufgaben

Die Praxis der kognitiven Aktivierung ist vielfältig. Klassische Logikrätsel trainieren systematisches Denken – etwa die Aufgabe, 18 Liter Flüssigkeit mit Gefäßen von 18, 11 und 6 Litern in zwei 9-Liter-Behälter aufzuteilen.

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Digitale Formate erweitern das Angebot. Die App „4 Bilder 1 Wort“ setzt auf historische Begriffe wie Rollschuh, Kamera oder Porzellan, um Langzeitgedächtnis und Assoziationsfähigkeit zu trainieren. Spezialisierte Programme wie „Brainilis“ bieten über 40 Spiele in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, „MindRush Pro“ setzt auf schnelle Lösungen in unter 30 Sekunden.

Frühe Bildung braucht Systematik statt Wow-Effekte

Bei Kindern warnen Fachleute vor überzogenen Erwartungen an spektakuläre Rätsel-Momente. Ein Fachdidaktiker betont: Für nachhaltige mathematische und sprachliche Kompetenzen ist systematische Förderung entscheidend. Rätselbücher wie „Auf Schatzsuche um die Welt“ von Leisa Stewart-Sharpe und Gordy Wright verbinden dabei Abenteuer mit kognitiven Aufgaben.

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Soziale Kontakte verzögern Demenz um Jahre

Soziale Interaktion bleibt ein oft unterschätzter Faktor. Laut WHO ließen sich fünf Prozent der Demenzfälle durch den Abbau sozialer Isolation vermeiden. Regelmäßige soziale Aktivitäten können den Ausbruch der Krankheit um bis zu fünf Jahre hinausschieben. In Deutschland ist das relevant: Rund 16 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren fühlen sich einsam.

Formate, die Wissen und Gemeinschaft verbinden, boomen deshalb. Die ARD-Quizshow „Gefragt – Gejagt“ feierte im Juli ihre 1000. Folge. In Köln startete die Konzertreihe „Noten und Neuronen“ – eine Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, die Kultur mit Neurowissenschaft verbindet.

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