Gehirntraining, Senioren

Gehirntraining und Sport: 74% der Senioren wollen aktiver leben

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 15:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine DAK-Umfrage zeigt den Wunsch nach mehr gesunden Lebensjahren. Kommunen setzen auf Bewegung, soziale Kontakte und Demenzprävention.

Aktiv im Alter: Umfrage zeigt Chancen und Hürden
Ein sonniger Parkweg mit leeren Parkbänken im Herbst, der eine ruhige und einladende Atmosphäre für Bewegung im Freien schafft. Illustration mit AI erstellt.

Regionale Initiativen und Medienplattformen heben die Bedeutung einer aktiven Lebensführung für Senioren hervor, um die geistige Leistungsfähigkeit sowie die soziale Einbindung bis ins hohe Alter zu sichern. Neben körperlicher Betätigung rücken dabei gezielte Maßnahmen zur Demenzprävention und Angebote gegen Einsamkeit in den Mittelpunkt kommunaler und bundesweiter Programme.

Hohes Bewusstsein für gesunde Lebensjahre und bestehende Hürden

Dass der Wunsch nach Vitalität im Alter in der Bevölkerung stark verankert ist, zeigt eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Krankenkasse DAK. Im Zeitraum vom 7. bis zum 18. August 2026 wurden dafür 1.043 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren befragt.

Demnach sehen 69 Prozent der Befragten Potenzial für mehr gesunde Lebensjahre. Den Begriff der Langlebigkeit beziehungsweise des Longevity-Konzepts kennen 50 Prozent der Teilnehmenden, wobei der Anteil bei Frauen bei 54 Prozent und bei Männern bei 46 Prozent liegt.

Um das eigene Wohlbefinden im Alter zu fördern, würden 74 Prozent der Befragten mehr Sport treiben und 71 Prozent soziale Kontakte pflegen. 62 Prozent setzen auf Gehirntraining, 59 Prozent möchten ihren Schlaf verbessern und 44 Prozent digitale Fitness-Tracker oder Wearables nutzen.

Gleichzeitig wurden deutliche Barrieren erfasst: 49 Prozent betrachten das Älterwerden als einen rein natürlichen Prozess, 40 Prozent klagen über Zeitmangel, 35 Prozent verweisen auf fehlende Motivation und 22 Prozent sehen zu hohe Kosten als Hindernis.

Gezielte Aufklärung und Vorbeugung gegen Demenz

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Um diesen Hürden zu begegnen, bündeln Verbände und Kommunen ihre Bildungs- und Unterstützungsformate. Ein bundesweiter Schwerpunkt liegt auf der vom 19. bis 27. September 2026 terminierten Woche der Demenz unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“. In Dresden, wo rund 13.800 Menschen mit Demenz leben, sind dazu rund 100 Veranstaltungen geplant, beginnend mit einem kostenfreien Auftakt am 19. September im Kulturpalast.

Flankierend organisieren Städte spezifische Aktionstage. In Ingolstadt richtet die Seniorenarbeit der Stadt im Bürgerhaus Neuburger Kasten am 1. Oktober 2026 den Tag der älteren Generation unter dem Leitgedanken „Glücklich älter werden“ aus. Auf dem Programm stehen Vorträge zu den Themen Lebensglück und zehn Maßnahmen gegen Demenz.

Ergänzend dazu bietet die Initiative ab dem 16. September mittwochs eine offene Gesprächsbank an. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen ruft für den 1. Oktober zudem erneut zur bundesweiten Kampagne „JA zum Alter“ auf, die erstmals im Jahr 2025 initiiert wurde, um ein differenziertes Bild des Älterwerdens zu vermitteln.

Bewegung und Gemeinschaft in den Kommunen

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Auf lokaler Ebene verbinden viele Städte gesundheitliche Prävention direkt mit Alltagsangeboten. In Magdeburg findet am 16. September 2026 der vierte Seniorentag auf dem Alten Markt mit Kultur- und Tanzangeboten sowie kostenfreier Nahverkehrsanreise für Personen ab 65 Jahren statt.

Am selben Tag organisiert die Reihe „Freizeit & Kultur ab 55plus“ in Wiesbaden eine Tanzveranstaltung in Klarenthal. Im Kreis Germersheim startet am 1. Oktober 2026 das zweimonatige Europäische Filmfestival der Generationen mit 40 Werken in sieben Gemeinden.

Zugleich verändern sich die Anforderungen an Sport- und Beratungsangebote. Fachleute aus der Trainingswissenschaft weisen darauf hin, dass die Gruppe der über 60-Jährigen keineswegs homogen ist.

Prof. Dr. Sarah Kobel von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement erläuterte in einem Fachbeitrag, dass individuelle Trainingsmotive und persönliche Bedürfnisse entscheidender seien als das reine Lebensalter. Einrichtungen sollten daher den konkreten Leistungswert kommunizieren, anstatt Menschen pauschal über ihr Alter zu definieren.

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