Gehirntraining: Fünf Minuten täglich verbessern Kognition bis 94
20.06.2026 - 02:39:27 | boerse-global.de
Das belegt eine neue Studie der University of Texas at Dallas. Fast 4.000 Erwachsene zwischen 19 und 94 Jahren nahmen teil – mit überraschenden Ergebnissen.
Nur fünf Minuten täglich reichen
Bereits fünf bis fünfzehn Minuten tägliches Gehirntraining verbesserten die kognitive Leistung messbar. Das gilt selbst für die Gruppe der 80- bis 94-Jährigen. Weder Alter noch Geschlecht oder Bildungsgrad spielten eine limitierende Rolle. Entscheidend war allein das persönliche Engagement.
Anzeige: Nur fünf Minuten täglich reichen aus, um die Kognition selbst im Alter über 90 zu verbessern. Die aktuelle Studie der University of Texas at Dallas belegt: Jeder kann profitieren – unabhängig von Alter oder Bildung. Holen Sie sich den konkreten Trainingsplan mit Checkliste und Wirkungsübersicht. Trainingsplan jetzt kostenlos anfordern
Besonders profitierten jene Teilnehmer, die zu Beginn die niedrigsten Ausgangswerte hatten. Die Ergebnisse wurden im Juni 2026 im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht. Einschränkung: Die Studie hatte keine Vergleichsgruppe und gilt daher nicht als repräsentativ.
Langzeiteffekte sind belegt
Die ACTIVE-Studie liefert seit Jahren handfeste Belege für den Nutzen von Gehirntraining. Ihr 20-Jahres-Follow-up erschien im Februar 2026. Ein spezielles Training zur Verarbeitungsgeschwindigkeit – „Speed of processing“ – senkte das Demenzrisiko bei Senioren über 65 Jahren um 25 Prozent.
In der Trainingsgruppe erkrankten 105 von 264 Teilnehmern, in der Kontrollgruppe 239 von 491 Personen. Das Training selbst umfasste nur zehn Sitzungen über fünf bis sechs Wochen. Weitere Ergebnisse zur computergestützten Prävention erwartet die Fachwelt im Januar 2028 von der PACT-Studie der University of South Florida.
Impfung gegen Gürtelrose schützt das Gehirn
Neben aktivem Training rücken medizinische Faktoren in den Fokus. Eine Analyse von über 500.000 Medicare-Begünstigten ab 66 Jahren zeigt einen Zusammenhang zwischen der Gürtelrose-Impfung (Shingrix) und einem reduzierten Demenzrisiko. Die Studie erschien im Juni 2026 in den Annals of Internal Medicine.
Geimpfte Personen hatten über vier Jahre ein um 24 Prozent geringeres Risiko als Ungeimpfte. Die Inzidenz lag bei Geimpften bei 18,8 Prozent, in der Vergleichsgruppe bei 24,6 Prozent. Der Schutzeffekt wurde etwa ein Jahr nach der Impfung sichtbar.
Vitamin C schützt – Omega-3 und Glucosamin enttäuschen
Ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut hängt mit einer Reduktion von Hirngewebe zusammen. Das zeigt eine Studie in PLOS ONE vom Juni 2026. Die Intensität des Zusammenhangs sei mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck vergleichbar, so die Forscher.
Andere Präparate überzeugen nicht. Eine Untersuchung in eBioMedicine mit 365 Erwachsenen zeigte: Täglich 2.000 mg DHA (Omega-3) über zwei Jahre hatten keinen signifikanten Effekt auf die Kognition oder das Volumen des Hippocampus. Eine Studie in Nature Metabolism warnt sogar vor Glucosamin bei bestehender Alzheimer-Erkrankung. Hier stieg das Sterberisiko über fünf Jahre um 25 Prozent.
Bewegung und soziale Aktivitäten bleiben zentral
Körperliche Fitness und soziale Kontakte gelten weiterhin als wesentliche Säulen der kognitiven Reserve. In Rostock zeigt eine Singegruppe für Menschen mit Alzheimer, wie soziale Interaktion und das Singen bekannter Lieder die Lebensqualität fördern.
Für Menschen über 50 empfehlen Experten spezielle Koordinations- und Mobilitätsübungen. Dazu zählen der Seitstütz zur Rumpfstabilität oder der Krabbelgang zur Förderung der Koordination.
Anzeige: Vitamin C schützt Ihr Gehirn – Omega-3 und Glucosamin enttäuschen. Erfahren Sie in unserem Report, welche Nahrungsergänzungsmittel wirklich helfen und welche Sie meiden sollten. Inklusive 5-Minuten-Trainingsplan für zu Hause. Wirkungsübersicht jetzt sichern
Altes Medikament mit neuer Wirkung
Die Pharmaforschung verfolgt zudem ungewöhnliche Ansätze. Wissenschaftler der Universitäten Oxford und Birmingham testeten Prucaloprid – ein Medikament gegen Verstopfung – an einer kleinen Gruppe junger Erwachsener. Die Gabe von 2 mg über sieben bis zehn Tage verbesserte die Gedächtnisleistung.
Die Forscher betonen: Wegen der geringen Probandenzahl von 50 Personen lässt sich noch keine Therapieempfehlung ableiten. Parallel dazu untersucht die Grundlagenforschung Enzyme wie OTULIN. Deren Deaktivierung in Neuronen stoppte im Laborversuch die Bildung des für Alzheimer charakteristischen Tau-Proteins.
