Gehirnleistung, Vitamin

Gehirnleistung: Vitamin D erhöht MoCA-Testergebnis um 13%

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 11:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Untersuchungen verknüpfen Omega-3 mit besseren Blutfettwerten und Vitamin D mit höherer kognitiver Leistung, ohne Demenzschutz zu belegen.

Omega-3 und Vitamin D: Studien zeigen Effekte auf Gesundheit
Frische rohe Sardinen auf einer Schicht aus zerstoßenem Eis und Meersalz auf einem rustikalen Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Die präventive Rolle der Ernährung für die neuronale und vaskuläre Gesundheit steht zunehmend im Fokus medizinischer Forschung. Aktuelle klinische Beobachtungen und Studien unterstreichen dabei insbesondere die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D für den Erhalt kognitiver Funktionen sowie die Regulierung von Stoffwechselparametern.

Senkung der Triglyzerid-Werte durch Omega-3-Fettsäuren

Ein wesentlicher Faktor für die vaskuläre Gesundheit ist die Kontrolle der Blutfettwerte. Professor Klaus Parhofer vom LMU Klinikum München erläuterte Ende August 2026 im Rahmen des ESC-Kongresses, dass Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), dazu beitragen können, erhöhte Triglyzerid-Werte zu senken.

Den Analysen zufolge weisen in Deutschland etwa ein Viertel bis fast ein Drittel der Bevölkerung erhöhte Triglyzerid-Werte von mehr als 150 mg/dl auf.

Medizinische Experten empfehlen zur gezielten Senkung dieser Werte eine tägliche Aufnahme von 2 bis 4 Gramm Omega-3-Fettsäuren. Neben den Triglyzeriden sollten laut Parhofer zudem das Non-HDL-Cholesterin sowie das Apolipoprotein B (ApoB) bei der Beurteilung des kardiovaskulären Risikos berücksichtigt werden.

Sardinen als Nährstoffquelle in der klinischen Beobachtung

Als natürliche Quelle für diese essenziellen Fettsäuren rücken bestimmte Fischarten in den Fokus der Ernährungsmedizin. Rohe Sardinen enthalten pro 100 Gramm etwa 1,26 Gramm Omega-3-Fettsäuren, aufgeteilt in 0,49 Gramm EPA und 0,62 Gramm DHA. Zudem liefern sie 19,4 Gramm Eiweiß sowie signifikante Mengen an Vitamin B12 (8,31 µg) und Vitamin D (3,95 µg).

Die Wirksamkeit einer regelmäßigen Zufuhr wurde in einer Studie mit 152 älteren Prädiabetikern untersucht. Die Teilnehmer konsumierten über einen Zeitraum von einem Jahr wöchentlich 200 Gramm Sardinen. In der Folge zeigten sich Verbesserungen beim Blutdruck, den Triglyzerid-Werten sowie dem HDL-Cholesterinspiegel.

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Der Harvard-Mediziner Nick Norwitz dokumentierte zudem im Rahmen eines Selbstversuchs, dass eine einwöchige einseitige Ernährung mit Sardinen den Omega-3-Index auf 16 Prozent steigen ließ, bei einem gleichzeitigen Gewichtsverlust von 2,7 Kilogramm.

Einfluss von Vitamin D auf die kognitive Leistungsfähigkeit

Neben Omega-3-Fettsäuren wird die Supplementierung von Vitamin D hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Gehirn intensiv diskutiert. Eine Studie der Emory University, die in der Fachzeitschrift „Sleep Medicine“ am 2. September 2026 veröffentlicht wurde, untersuchte 54 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 67,2 Jahren, die unter Schlafstörungen und leichten kognitiven Beeinträchtigungen litten.

Die Probanden, die täglich 5.000 IE Vitamin D erhielten, erzielten im sogenannten MoCA-Test (Montreal Cognitive Assessment) um mehr als 13 Prozent höhere Werte als die Vergleichsgruppe ohne Supplementierung.

Trotz dieser positiven Effekte auf die kognitive Leistung betonten die Forscher, dass damit kein expliziter Beweis für einen Schutz vor Demenz erbracht sei. Zum Vergleich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt derzeit eine tägliche Aufnahme von 800 IE Vitamin D.

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Ganzheitliche Ansätze und medikamentöse Unterstützung

Für eine umfassende neuronale Gesundheit spielen auch das allgemeine Gewichtsmanagement und hormonelle Faktoren eine Rolle. Die Gynäkologin Mirjam Wagner weist darauf hin, dass es beim sogenannten Cycle Syncing keine universelle Lösung gebe, rät jedoch zu einer ausgewogenen Basisernährung mit Ballaststoffen, Proteinen und gesunden Fetten, insbesondere in der Lutealphase. Bei anhaltender Erschöpfung sollten Mängel bei Eisen oder Vitamin D medizinisch abgeklärt werden.

Im Bereich des Gewichtsmanagements stehen seit Anfang September 2026 neue Optionen zur Verfügung. Das Präparat Wegovy (Wirkstoff Semaglutid) wird seit dem 1. September 2026 auch in Tablettenform angeboten. Die Kosten belaufen sich laut Stiftung Warentest auf 43 bis 122 Euro pro Woche.

Die Ökotrophologin Heike Niemeier betont in diesem Kontext, dass derartige Abnehmspritzen oder -tabletten ohne eine grundlegende Änderung des Lebensstils keinen langfristigen Erfolg versprechen. Sie empfiehlt eine Ernährung, bei der Gemüse und Proteine 80 Prozent der Mahlzeiten ausmachen, um Muskelverlust während einer Gewichtsreduktion entgegenzuwirken.

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