Gehirngesundheit, Lebensstil-Risiken

Gehirngesundheit: Lebensstil-Risiken schädigen Kognition bereits mit 20

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studien belegen: Ungünstiger Lebensstil schadet kognitiven Fähigkeiten bereits im jungen Erwachsenenalter. Prävention sollte früher ansetzen.

NAKO-Studie: Lebensstil beeinflusst Gehirngesundheit schon bei jungen Erwachsenen
Ein junger Erwachsener betrachtet konzentriert ein Tablet in einer modernen Büroumgebung als Symbol für kognitive Gesundheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftliche Analysen aus dem August 2026 verdeutlichen den signifikanten Zusammenhang zwischen dem Lebensstil und der kognitiven Gesundheit bereits in jungen Jahren. Im Zentrum der aktuellen Forschung steht die großangelegte NAKO-Studie, die mit einer Stichprobe von 149.948 Teilnehmenden im Alter zwischen 20 und 75 Jahren den Einfluss modifizierbarer Risikofaktoren untersucht hat. Die Ergebnisse legen nahe, dass präventive Maßnahmen wesentlich früher im Lebenslauf ansetzen müssen als bisher angenommen.

Die NAKO-Studie: Frühe Risikofaktoren im Fokus

Die Untersuchung der NAKO-Daten stützt sich auf den sogenannten LIBRA-Index (Lifestyle for Brain Health), der zehn modifizierbare Risikofaktoren für kognitive Beeinträchtigungen zusammenfasst. Die Auswertungen zeigen, dass höhere LIBRA-Werte – gleichbedeutend mit einem ungünstigeren Lebensstil – konsistent mit einer schlechteren kognitiven Leistung assoziiert sind. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass dieser Zusammenhang in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen besonders stark ausgeprägt ist.

Die Verteilung der Risikofaktoren unterscheidet sich dabei deutlich zwischen den Generationen. Während die Häufigkeit von Hypertonie (Bluthochdruck) von 13,5 % bei den 20- bis 29-Jährigen auf 74,4 % in der Gruppe der 70- bis 75-Jährigen ansteigt, verhält es sich beim Tabakkonsum umgekehrt: Bei den jüngsten Teilnehmenden liegt die Raucherquote bei 25,0 %, während sie bei den ältesten Probanden lediglich 8,4 % beträgt. Zudem beobachteten die Forscher, dass ein niedriger sozioökonomischer Status mit ungünstigeren Risikoprofilen korreliert. Die Autoren der Studie, deren Resultate auch in der Schweiz und Österreich Beachtung fanden, fordern daher eine Demenzprävention, die bereits im frühen Erwachsenenalter beginnt.

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Biochemische Marker für Nervenschäden bei jungen Erwachsenen

Ergänzend zu den bevölkerungsweiten Daten der NAKO-Studie liefert eine Untersuchung der Arizona State University (ASU) aus dem August 2026 Einblicke in die biochemischen Prozesse bei jungen Erwachsenen. Die Studie mit 30 Teilnehmenden im Alter von 20 bis 30 Jahren konzentrierte sich auf Personen mit Adipositas. Dabei wurde festgestellt, dass betroffene junge Erwachsene erhöhte Werte des Proteins Neurofilament Light Chain (NfL) aufweisen, das als Marker für Nervenschäden gilt.

Gleichzeitig wiesen diese Probanden niedrigere Spiegel von Cholin auf. Ein niedriger Cholin-Spiegel war in der Untersuchung mit den höchsten NfL-Werten sowie mit Insulinresistenz assoziiert. Besonders Frauen zeigten tendenziell niedrigere Cholin-Konzentrationen. Laut den Forschern erreichen etwa 90 % der Bevölkerung in den USA die empfohlene Zufuhr dieses Nährstoffs nicht. Vor diesem Hintergrund raten die Experten zu einer Cholin-reichen Ernährung, insbesondere im Rahmen von Maßnahmen zur Gewichtsreduktion.

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Langfristige Effekte von Adipositas auf Alzheimer-Biomarker

Die Relevanz des Körpergewichts für die langfristige Gehirngesundheit wird durch eine über fünf Jahre durchgeführte Analyse der Alzheimer’s Disease Neuroimaging Initiative (ADNI) unterstrichen. Bei den 407 Teilnehmenden wurde beobachtet, dass Adipositas die Entwicklung spezifischer Alzheimer-Biomarker massiv beschleunigt. Der Wort des Biomarkers pTau217 stieg bei adipösen Personen um 29 % bis 95 % schneller an als bei Normalgewichtigen.

Zudem erhöhten sich die NfL-Werte um 24 % schneller, und die Ablagerung von Amyloid im Gehirn verlief um 3,7 % rascher. Ein interessantes Detail der Untersuchung war, dass zu Beginn der Studie bei übergewichtigen Personen zunächst niedrigere Biomarker-Konzentrationen gemessen wurden, was die Autoren auf eine Verdünnung durch ein höheres Blutvolumen zurückführen. Dennoch kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass eine gezielte Gewichtsreduktion das Risiko, später an Alzheimer zu erkranken, maßgeblich senken könnte. Die kumulierten Daten der verschiedenen Studien unterstreichen die Notwendigkeit, Lebensstilfaktoren bereits in der dritten Lebensdekade klinische Aufmerksamkeit zu schenken.

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