Gehgeschwindigkeit, Schrittmenge

Gehgeschwindigkeit schlägt Schrittmenge: 43% weniger Sterberisiko

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 00:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Auswertung mit 64.743 Erwachsenen zeigt: Schrittzahl und Tempo beeinflussen das Sterberisiko, wobei zügiges Gehen geringere Umfänge ausgleicht.

Studie zeigt: Weniger Schritte können Sterberisiko deutlich senken
Ein gewundener Kiesweg in einem herbstlichen Waldpark bei weichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Für die Erhaltung der Gesundheit und die Senkung des Sterberisikos müssen es nicht zwingend die oft zitierten 10'000 Schritte am Tag sein. Eine Untersuchung von Forschenden der Monash University und der University of Sydney im British Journal of Sports Medicine (DOI 10.1136/bjsports-2025-111173) zeigt, dass bereits geringere Umfänge ausreichen können.

Entscheidend ist demnach das Zusammenspiel aus Schrittmenge und Schrittgeschwindigkeit: Sowohl weniger Schritte bei schnellem Tempo als auch mehr Schritte in langsamerem Gehen können das Risiko eines vorzeitigen Todes um bis zu 43% senken.

Schritttempo als wesentlicher Faktor bei geringerer Schrittzahl

Die Analyse der Forschenden differenziert genauer zwischen der reinen Schrittmenge und der Intensität der Fortbewegung. Wer weniger als 5000 Schritte pro Tag zurücklegt, erzielt bei einem höheren Tempo ein deutlich geringeres Sterberisiko als Personen mit der gleichen Schrittzahl in langsamerem Tempo.

Konkret erreichen Personen mit unter 5000 Schritten pro Tag bei einer Trittfrequenz von rund 80 Schritten pro Minute eine ähnliche Senkung des Sterberisikos wie Personen, die 5000 bis 7500 Schritte bei einer Frequenz von rund 60 Schritten pro Minute absolvieren.

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Werden zwischen 5000 und 7500 Schritte pro Tag in langsamerem Tempo zurückgelegt, verringert sich das Sterberisiko ebenfalls. Den Daten zufolge ist eine Trittfrequenz von 90 bis 100 Schritten pro Minute mit dem größten Nutzen verbunden. Das absolut niedrigste Sterberisiko stellten die Wissenschaftler bei einem täglichen Pensum von 7500 bis 10'000 Schritten fest.

Umfangreiche Datengrundlage über rund acht Jahre Beobachtung

Die Auswertung der beiden Universitäten basiert auf einem umfangreichen Datensatz aus der UK Biobank. Einbezogen wurden 64'743 Teilnehmer mittleren Alters mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren. Die Probanden trugen in den Jahren 2013 bis 2015 über einen Zeitraum von sieben Tagen Aktivitätstracker, um ihre täglichen Bewegungsmuster exakt aufzuzeichnen.

Daran schloss sich eine Beobachtungszeit von rund acht Jahren an. Im Verlauf dieses Zeitraums wurden 1'697 Todesfälle erfasst, von denen 502 auf kardiovaskuläre Ursachen zurückzuführen waren. Auf dieser Basis konnten die Forschenden die Zusammenhänge zwischen den aufgezeichneten Gehgewohnheiten und den gesundheitlichen Verläufen vergleichen.

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Ursprung der Vorgaben und methodische Einordnung

Die Ergebnisse relativieren eine weit verbreitete Faustregel des Gesundheitssports. Die Vorgabe von täglich 10'000 Schritten gilt in der Fachwelt nicht als wissenschaftlicher Goldstandard. Sie geht historisch auf eine japanische Werbekampagne aus den 1960er Jahren zurück, mit der seinerzeit ein Schrittzähler vermarktet wurde, und basiert nicht auf medizinischer Forschung.

Gleichzeitig verweisen die Autoren der Monash University und der University of Sydney auf methodische Rahmenbedingungen der Untersuchung: Die ermittelten Ergebnisse basieren auf Beobachtungsdaten und zeigen statistische Assoziationen auf, woraus sich keine direkten kausalen Wirkungsketten ableiten lassen. Gleichwohl verdeutlichen die Befunde, dass ein zügigeres Gehtempo Zeitaufwände bei der täglichen Bewegung kompensieren kann.

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de | wissenschaft | 70121033 |