Geheimdienst-Spionage, FBI

Geheimdienst-Spionage: FBI beschlagnahmt 13 Fake-Consulting-Domains

11.06.2026 - 16:47:41 | boerse-global.de

US-Behörden gehen gegen ein Netzwerk von Scheinfirmen vor, das gezielt Mitarbeiter mit Sicherheitsfreigaben rekrutieren sollte.

FBI beschlagnahmt 13 Fake-Consulting-Seiten chinesischer Spione
Geheimdienst-Spionage - A digital network with glowing lines connecting servers, an FBI shield icon prominent in the foreground, symbolizing a cybersecurity operation. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das US-Justizministerium und das FBI haben am Dienstag 13 Internetseiten beschlagnahmt, die angeblich vom chinesischen Geheimdienst zur Rekrutierung von US-Regierungsmitarbeitern genutzt wurden. Die Operation richtete sich gegen ein Netzwerk von Scheinfirmen, die gezielt Mitarbeiter mit Sicherheitsfreigaben anlocken sollten.

Fake-Consulting als Einfallstor für Geheimdienste

Die beschlagnahmten Domains – darunter Namen wie Centrik Global Consulting, Pulse Wave Global, Rightinfo Consulting und die Gulf Peace Foundation – tarnten sich als seriöse Beratungsfirmen. Die Aktivitäten des Netzwerks reichen laut Ermittlern bis November 2023 zurück, die letzten Domains wurden noch im Oktober 2025 registriert.

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Um die Tarnfirmen glaubwürdig erscheinen zu lassen, setzten die Betreiber auf KI-generierte Profilbilder und gestohlene Identitäten. So erschufen sie täuschend echte Führungskräfte und Personalvermittler, die dann auf Jobplattformen gezielt Kontakt zu vielversprechenden Kandidaten aufnahmen.

Vom LinkedIn-Profil zur verschlüsselten Kommunikation

Die Rekrutierung begann meist auf bekannten Karriere-Plattformen. Die Ermittler identifizierten unter anderem Upwork, LinkedIn, Wellfound, Expertia AI, Hubstaff Talent und Post Job Free als Ausgangspunkte für die Ansprache von Personen mit Zugang zu Geheiminformationen.

Sobald ein erster Kontakt stand, verlagerten die mutmaßlichen Agenten die Kommunikation auf den verschlüsselten Messenger Telegram. Die Bezahlung erfolgte über Kryptowährungen und internationale Überweisungen – beides schwer nachvollziehbare Zahlungswege.

„Diese verlockenden Jobangebote waren maßgeschneidert, um genau die Expertise auszunutzen, die Inhaber von Sicherheitsfreigaben mitbringen“, warnte John A. Eisenberg, stellvertretender US-Generalstaatsanwalt.

Warnungen aus dem Geheimdienstapparat

Die Aktion vom Dienstag ist nicht die erste Warnung vor dieser Masche. Bereits Anfang Juni hatten die Geheimdienste des Five-Eyes-Bündnisses (USA, Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland) gemeinsam vor verdeckten Rekrutierungsversuchen gewarnt. Schon im November 2025 hatte Generalleutnant Anthony R. Hale, Geheimdienstchef der US-Armee, seine Truppen auf die zunehmende Bedrohung durch Scheinberatungsfirmen hingewiesen.

FBI-Vizedirektor Roman Rozhavsky betonte, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Erstellung realistischer Profile inzwischen ein zentraler Bestandteil solcher Spionageversuche sei. Das Bureau konzentriere sich darauf, die Infrastruktur dieser staatlich gesteuerten Nachrichtendienstoperationen zu zerstören.

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Chinesische Botschaft weist Vorwürfe zurück

Während das FBI und das Justizministerium die 13 beschlagnahmten Seiten als Werkzeuge für verdeckte Einflussnahme und Spionage einstufen, hat die chinesische Botschaft die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen.

US-Staatsanwältin Jeanine Ferris Pirro sowie die FBI-Sonderermittler Dominique Evans und Daniel Wierzbicki appellierten an alle Regierungsmitarbeiter und Auftragnehmer, bei ungewöhnlichen Kontaktaufnahmen auf Jobplattformen wachsam zu sein. Wer jetzt eine der beschlagnahmten Domains aufruft, sieht nur noch eine Mitteilung der US-Bundesregierung: Die Seiten wurden beschlagnahmt.

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