Gefäßverkalkung: Vitamin K2 verlangsamt Arteriosklerose um 25%
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleibt eine der zentralen Herausforderungen für das Gesundheitswesen. Aktuelle Forschungsberichte untersuchen in diesem Zusammenhang verstärkt das Potenzial bestimmter Vitamine zum Schutz vor Gefäßverkalkung. Zudem steht die Frage im Raum, ob etablierte Impfungen wie der Schutz gegen Gürtelrose positive Nebeneffekte auf die Herzgesundheit haben könnten.
Vitamin K2 und der Prozess der Gefäßverkalkung
Im Fokus der Forschung steht insbesondere das Vitamin K2 in der Form MK-7. Eine über zwei Jahre durchgeführte Studie mit etwa 180 Teilnehmern lieferte Erkenntnisse über dessen Einfluss auf die Arteriosklerose. Demnach konnte Vitamin K2 die Verkalkung der Gefäße im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt, um ein Viertel verlangsamen. Eine Rückbildung bereits bestehender Kalkablagerungen wurde jedoch nicht festgestellt.
Professor Leon Schurgers von der Universität Maastricht ordnete die Ergebnisse der Untersuchung ein und bezeichnete die beobachteten Effekte als moderat. Eine eindeutige wissenschaftliche Bewertung stehe zum aktuellen Zeitpunkt noch aus. Eine zweite Studie ergänzte diese Erkenntnisse: Bei Patienten mit bereits stark fortgeschrittener Gefäßverkalkung konnten durch die Gabe von Vitamin K2 keine messbaren Effekte erzielt werden.
Die gesundheitsökonomische Relevanz von Arteriosklerose in Deutschland
Die Notwendigkeit präventiver Ansätze wird durch die jährlichen Fallzahlen unterstrichen. In Deutschland ereignen sich jedes Jahr fast 500.000 Schlaganfälle und Herzinfarkte. Die häufigste Ursache für diese Ereignisse ist die Arteriosklerose.
Dieser Prozess der Gefäßverkalkung beginnt oft bereits im Alter von 30 Jahren. Mit Erreichen des 70. Lebensjahres ist Schätzungen zufolge bereits jeder zweite Mensch von entsprechenden Veränderungen betroffen.
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Die Folgen dieser Erkrankungen sind gravierend. Bei Schlaganfällen verstirbt etwa ein Drittel der Betroffenen unmittelbar oder an den Folgeschäden. Zudem leben in Deutschland mindestens eine Million Menschen mit dauerhaften Beeinträchtigungen und Langzeitfolgen solcher Ereignisse.
Vor diesem Hintergrund betonte Professor Peter de Leeuw, dass der primäre Nutzen von Vitamin K2 eher in der Prävention als in der Heilung bestehender Schäden zu sehen sei. Ob die Verlangsamung der Verkalkung tatsächlich zu einer signifikanten Reduktion von Schlaganfällen und Herzinfarkten führt, gilt in der Fachwelt weiterhin als offene Frage.
Weitere Ansätze in der Prävention: Ernährung und Impfschutz
Neben Vitamin K2 spielen auch andere Mikronährstoffe eine Rolle in der gesundheitlichen Vorsorge. Ältere Studien belegen beispielsweise, dass Vitamin D das Risiko für Knochenbrüche bei Personen über 65 Jahren um gut 20 Prozent senken kann.
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Ein genereller Mangel an Vitamin K ist in Europa hingegen ungewöhnlich. Eine Ausnahme bilden hierbei Dialysepatienten, die ein höheres Risiko für Defizite aufweisen. In der täglichen Ernährung ist Vitamin K2 vor allem in fermentierten Lebensmitteln wie Natto, Tempeh oder Sauerkraut sowie in Eigelb enthalten.
Parallel zur Vitaminforschung wird in Fachkreisen diskutiert, inwieweit eine Gürtelrose-Impfung das Herz-Kreislauf-Risiko senken könnte. Forschungsberichte gehen möglichen positiven Wechselwirkungen nach, allerdings gibt es hierzu bisher keinen belegten Sachfakt, der eine schützende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System wissenschaftlich absichert.
Die Untersuchungen verdeutlichen jedoch das Bestreben, bereits vorhandene medizinische Interventionen auf ihren Zusatznutzen im Kampf gegen die Volkskrankheit Arteriosklerose zu prüfen.
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von WELT.
