Gefäßverkalkung, Vitamin

Gefäßverkalkung: Vitamin K2 verlangsamt Arterienverkalkung um 25%

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt bei Vitamin K2 eine langsamere Gefäßverkalkung. Für Blutverdünner-Nutzer und bei starken Schäden gelten jedoch wichtige Grenzen.

Vitamin K2 bremst Gefäßverkalkung, ersetzt aber keine Therapie
Ein Glas Wasser und eine einzelne Tablette neben einem Stethoskop auf einer hölzernen Oberfläche in einem hellen, klinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gefäßverkalkung gilt als einer der zentralen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Alter – und ein Nährstoff rückt dabei zunehmend in den Fokus der Forschung: Vitamin K2, insbesondere in der Form MK-7. Einer Studie zufolge, über die Medien berichteten, verlangsamte die Einnahme von Vitamin K2 (MK-7) bei 180 Teilnehmern über einen Zeitraum von zwei Jahren die Gefäßverkalkung um 25 Prozent im Vergleich zu Placebo.

Eine Rückbildung bereits bestehender Verkalkungen wurde jedoch nicht beobachtet, und bei fortgeschrittener Verkalkung zeigten sich laut den Berichten keine messbaren Effekte mehr.

Vitamin-K-Mangel selten – Wechselwirkungen mit Blutverdünnern beachten

Trotz des positiven Befunds relativieren Experten die Bedeutung für die breite Bevölkerung: Ein Mangel an Vitamin K ist in Europa ungewöhnlich. Eine Ausnahme bilden Dialysepatienten, bei denen ein Mangel häufiger auftritt.

Wichtig für Patienten unter Blutverdünnern ist zudem die Wechselwirkung: Medikamente wie Coumadin und Warfarin hemmen die Wirkung von Vitamin K, weshalb eine zusätzliche Einnahme in solchen Fällen ärztlich abgestimmt werden sollte.

Einordnung in ein größeres Präventionsbild

Die Erkenntnisse zu Vitamin K2 fügen sich in ein breiteres Bild der Herz-Kreislauf-Prävention im Alter ein, das derzeit von zahlreichen Studien und Leitlinien geprägt wird. So wurde auf dem ESC-Kongress in München über Fortschritte bei Blutverdünnern berichtet, die das Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern in einer Studie mit 1.800 Teilnehmern um 69 Prozent senkten.

Anzeige

Wer sich mit der Interpretation von medizinischen Werten und der Vorsorge im Alter befasst, sollte seine Laborergebnisse genau kennen. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt, welche Werte wirklich wichtig sind und wie man Fehldiagnosen vermeidet. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt anfordern

Auch der Nutzen von Statinen bei älteren Menschen wurde themseiten: In der STAREE-Studie mit rund 10.000 Teilnehmern traten unter Atorvastatin mit 6 Prozent seltener schwere kardiovaskuläre Ereignisse auf als in der Vergleichsgruppe mit 8,3 Prozent.

Blutdruckkontrolle bleibt dabei ein zentraler Baustein: Auswertungen von rund 91.000 Patientendaten zeigten, dass Blutdrucktabletten das Risiko nur bei zuverlässiger, regelmäßiger Einnahme um 11 Prozent senken konnten. Das unterstreicht, wie stark der Erfolg medikamentöser Therapien von der tatsächlichen Umsetzung im Alltag abhängt – ein Punkt, der auch für die Diskussion um ergänzende Maßnahmen wie Vitamin K2 relevant ist.

Vorsicht vor überzogenen Erwartungen

Die Vitamin-K2-Studie liefert damit einen differenzierten Befund: Eine Verlangsamung der Verkalkung ist belegt, eine Umkehr bereits fortgeschrittener Schäden hingegen nicht. Für Betroffene mit fortgeschrittener Arterienverkalkung bietet der Nährstoff demnach keinen zusätzlichen Nutzen.

Anzeige

Neben der Gefäßverkalkung gehört ein zu hoher Blutdruck zu den größten Risikofaktoren für die Herzgesundheit. Ein renommierter Medizinprofessor erklärt in diesem Spezialreport, wie man die Werte auf natürlichem Weg regulieren kann. 7 Tipps zur natürlichen Blutdrucksenkung kostenlos herunterladen

Diese Differenzierung ist insofern bedeutsam, als in der öffentlichen Wahrnehmung Nahrungsergänzungsmittel häufig pauschal als präventiv wirksam beworben werden, ohne dass Grenzen ihrer Wirkung klar kommuniziert werden.

Fazit für die Praxis

Für die Mehrheit der Bevölkerung in Europa ist ein Vitamin-K-Mangel demnach kein relevantes Thema, mit Ausnahme spezifischer Risikogruppen wie Dialysepatienten. Wer Blutverdünner einnimmt, sollte eine zusätzliche Vitamin-K2-Zufuhr nicht eigenmächtig vornehmen, da die Wirkung der Medikamente dadurch beeinträchtigt werden kann.

Die Studienlage deutet darauf hin, dass Vitamin K2 allenfalls als ergänzender, früh ansetzender Baustein der Gefäßgesundheit infrage kommt – nicht als Ersatz für etablierte Therapien wie Statine oder blutdrucksenkende Medikamente, deren Nutzen in aktuellen Untersuchungen deutlich umfangreicher belegt ist.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70030527 |