Gebrechlichkeit: Studie zeigt verdreifachtes Frakturrisiko
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 19:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Josef ist kein Einzelfall – immer mehr Senioren entdecken Bewegung als Schlüssel für ein langes, gesundes Leben.
Die Kombination aus körperlicher Aktivität, sozialer Interaktion und tierischer Begleitung rückt zunehmend in den Fokus der Altersforschung. Was zunächst nach einer netten Geste klingt, hat handfeste medizinische Gründe.
Hund als bester Trainingspartner
Josef aus Reutlingen betreut seit zwei Jahren die Leihhündin Elli. Die regelmäßigen Spaziergänge halten den 104-Jährigen fit – ohne die dauerhafte Verantwortung eines eigenen Tieres. Das Modell der Hundepatenschaft gewinnt an Beliebtheit: Es motiviert zur Bewegung, ohne zu überfordern.
Auch Kinder profitieren von tierischer Unterstützung. In der Stadtbibliothek Traiskirchen gibt es seit zwei Jahren eine monatliche Lesestunde mit einer Therapiehündin. Kinder lesen dem Tier vor – das stärkt nachweislich die Lesefreude und Sprachkompetenz.
Knochenbrüche vermeiden: Krafttraining ist Pflicht
Eine US-Studie aus Juli 2026 in der Fachzeitschrift „Arthritis Care & Research“ liefert alarmierende Zahlen. Forscher untersuchten 2.912 US-Veteranen und fanden einen klaren Zusammenhang zwischen Gebrechlichkeit und Knochenbrüchen.
Das Ergebnis: Moderate Gebrechlichkeit verdreifacht das Frakturrisiko. Bei schwerer Gebrechlichkeit steigt es auf das Fünffache.
Die Gegenmaßnahmen sind klar: 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche, eine proteinreiche Ernährung mit etwa einem Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Und: Rauchen ist der größte vermeidbare Risikofaktor.
Die US-Studie zeigt: Moderate Gebrechlichkeit verdreifacht Ihr Frakturrisiko. Doch Sie können aktiv gegensteuern – mit nur 40-60 Minuten Krafttraining pro Woche und der richtigen Ernährung. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen die drei wichtigsten Schritte zur Vorbeugung. Jetzt Ratgeber anfordern
Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos lassen sich durch veränderbare Faktoren beeinflussen – etwa durch die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes oder einen Rauchstopp.
Kostenlos trainieren ab 90
Ein Gesundheitszentrum in Kassel-Rothenditmold geht einen ungewöhnlichen Weg: Menschen über 90 trainieren dort kostenlos. Vier Mitglieder nutzen das Angebot aktuell. Einer von ihnen ist 91 Jahre alt und trainiert seit fast 30 Jahren zweimal pro Woche.
Dass Sport auch jenseits der 70 Höchstleistungen ermöglicht, zeigt eine 70-jährige Salzburgerin. Sie nimmt an der CrossFit-Weltmeisterschaft teil. Ihre Bilanz: Der Sport habe ihre Lebensqualität entscheidend verbessert.
Auch im Ausdauersport gibt es Rekorde: Der Läufer Andreas Bauernfeind stellte mit 229,4 Kilometern in 24 Stunden einen neuen österreichischen Rekord auf.
Rikscha-Fahrten für eingeschränkte Senioren
Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos lassen sich durch veränderbare Faktoren beeinflussen – darunter Bewegung und Ernährung. Wer jetzt handelt, schützt nicht nur seine Knochen, sondern auch seinen Geist. Holen Sie sich den kostenlosen Ratgeber mit konkreten Übungen und Ernährungsplänen. Präventions-Ratgeber jetzt sichern
Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gibt es kreative Lösungen. Vereine wie „Radeln ohne Alter“ bieten in Oldenburg und Bad Zwischenahn kostenfreie Rikscha-Ausflüge an. Ehrenamtliche Fahrer ermöglichen Senioren Naturerlebnisse und soziale Kontakte außerhalb ihrer Wohnung.
Doch nicht nur Menschen brauchen Unterstützung. Im Tierschutz suchen ältere Tiere dringend erfahrene Halter. Der 13-jährige, blinde und taube Hund Gofio in Bielefeld oder der Mischling Bandit im Tierheim Duisburg (seit Juli 2024) warten auf Menschen, die bereit sind, Tiere in ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten.
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