Gebäudetyp, Bundesregierung

Gebäudetyp E: Bundesregierung will Bauen billiger und flexibler machen

Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung plant „Gebäudetyp E“ für günstigeres Bauen. Kommunen setzen auf Tiny-Häuser und Nachverdichtung.

Wohnen auf kleinem Raum: Neue Konzepte gegen die Wohnungsnot
Ein modernes, kompaktes Wohnzimmer mit Smart-Home-Technologie und platzsparenden Möbeln, beleuchtet von Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Steigende Mieten und knapper Wohnraum treiben eine Bewegung an: Immer mehr Menschen setzen auf kleine, effiziente Wohnformen. Politik, Architektur und Industrie reagieren mit neuen Konzepten.

„Gebäudetyp E“ soll Bauen billiger machen

Die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetzentwurf für den sogenannten „Gebäudetyp E“. Die Idee: Bauherren dürfen von nicht sicherheitsrelevanten Normen abweichen. Das soll einfacheres und experimentelles Bauen ermöglichen – und vor allem Kosten senken.

Auf kommunaler Ebene tut sich ebenfalls etwas. In Werl prüft der Planungsausschuss den Bau von Tiny-Häusern und kompakten Wohnformen. Zielgruppe sind Senioren und Menschen, die bewusst verkleinern wollen. Barrierefreiheit spielt dabei eine zentrale Rolle – nicht nur für Sicherheit und Selbstständigkeit, sondern auch für den Wiederverkaufswert. Smart-Home-Lösungen helfen zunehmend dabei.

Aus Garagenhöfen werden Wohnungen

Die Stadtentwicklung setzt zunehmend auf Nachverdichtung. In Karlsruhe untersucht die „Wohnraumstrategie 2040“, ob sich Garagenhöfe oder Dächer von Einzelhandelsgebäuden für Wohnungen nutzen lassen. Eine Studie identifizierte 136 von 379 Baublöcken als potenzielle Standorte.

Ein Großprojekt zeigt, wohin die Reise geht: In München-Bogenhausen entstehen ab Anfang 2027 aus einem leerstehenden Bürokomplex über 800 Wohnungen. Der Fokus liegt auf Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen, ergänzt durch Kitas und Gewerbeflächen.

Wissenschaftler testen die Grenzen des Machbaren. In Kassel wandeln Architekturstudierende ein leeres Ladenlokal in Gemeinschaftswohnraum um. Bis Ende Juli bewohnen Probanden dort Schlafboxen mit gerade mal vier Quadratmetern Grundfläche.

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Ordnung auf kleinstem Raum

Wer in einer Mini-Wohnung lebt, braucht clevere Lösungen. Innenarchitekten empfehlen: Vertikale Flächen nutzen, Stauraum unter Betten schaffen, Spiegel und helle Farben einsetzen. Der Handel reagiert – am 16. Juli kommt ein Tür-Wäschehänger auf den Markt, der ohne Bohren auskommt. Bilderleisten aus Holz für drei bis fünf Euro sollen Ordnung und Ästhetik verbinden.

In der Küche gilt: Weniger ist mehr. Fachleute raten zum regelmäßigen Aussortieren von Duplikaten und abgelaufenen Produkten. Das hält Arbeitsflächen frei.

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KI wäscht und trocknet sparsamer

Auch die Technik passt sich an. Ab Juli kommen Haushaltsgeräte auf den Markt, die Künstliche Intelligenz nutzen. Neue Wasch-Trockner-Modelle versprechen bis zu 70 Prozent weniger Energieverbrauch durch spezielle Sensoren. Vernetzte Steuerungen koordinieren bis zu 50 Leuchten per App.

Ein Kölner Start-up zeigt, wie Nachhaltigkeit und Minimalismus zusammengehen: In einem Pop-up-Store stellt es mitwachsende Kinderschuhe vor. Ein Verstellmechanismus macht sie länger nutzbar. Finanziert wurde das Projekt per Crowdfunding.

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