Führungskräfte-Fitness: Zwei Krafteinheiten und ein Lauf pro Woche
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hohe Arbeitsbelastung und volle Terminkalender erschweren vielen Führungskräften einen aktiven Lebensstil. Wie der Coaching-Anbieter Max Barde in einem Bericht von n-tv.de vom 27. September 2026 darlegte, gelingt eine dauerhafte Verhaltensänderung bei Führungskräften vor allem dann, wenn Gesundheit eng mit den persönlichen Prioritäten und der eigenen Identität verknüpft wird. Reine Vorsätze griffen oft zu kurz, weshalb eine Verankerung im individuellen Werte- und Rollenverständnis entscheidend sei.
Der Betreuungsansatz in seinem Studio setze zunächst auf eine fundierte Ausgangsanalyse, die Definition individueller Ziele sowie die Etablierung alltagstauglicher Gewohnheiten. Nach dem ersten Monat erfolge eine Überprüfung von Muskelmasse und Körperfett, um den Trainingsplan bei Bedarf gezielt nachzujustieren.
Als praxisnahes Trainingsbeispiel nannte Barde eine Struktur aus zwei wöchentlichen Einheiten Krafttraining kombiniert mit einem Lauf pro Woche. Datenbasierte und passgenau zugeschnittene Trainingskonzepte gewinnen auch laut Fachbeiträgen zunehmend an Bedeutung, um Managern trotz hoher beruflicher Anforderungen feste Routinen zu ermöglichen.
Globale Belastungen und ökonomische Folgen
Die Dringlichkeit strukturierter Bewegungsprogramme unterstreichen internationale Erhebungen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreichen weltweit 31 Prozent der Erwachsenen die empfohlenen Aktivitätswerte nicht. Die WHO schätzt zudem, dass Bewegungsmangel die globalen Gesundheitssysteme im Zeitraum zwischen 2020 und 2030 rund 300 Milliarden US-Dollar kosten könnte.
Besonders gefährdet sind Personen mit langen Arbeitszeiten. Gemeinsame Analysen der WHO und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) belegen, dass Arbeitswochen von mindestens 55 Stunden das Risiko für Schlaganfälle sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich steigern.
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Zugleich wächst der Markt für präventive Angebote rasant: Das Global Wellness Institute bezifferte das Volumen der weltweiten Wellnesswirtschaft für das Jahr 2024 auf rund 6,8 Billionen US-Dollar und prognostiziert bis 2029 einen Anstieg auf annähernd 10 Billionen US-Dollar.
Betriebliche Rahmenbedingungen und Führungsrolle
Neben individuellen Initiativen rückt die betriebliche Umsetzung in den Fokus. Fachberichte zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) betonen, dass Budgets für aktive Arbeitsplätze nicht allein in Geräte investiert werden sollten.
Erforderlich seien Mittel für Bedarfsanalysen, Pilotprojekte, die Einführung, gezielte Unterstützung für Führungskräfte sowie begleitende Erfolgsmessungen. Dabei existiere keine allgemeingültige Prozentformel für das Budget. Stattdessen seien klar abgegrenzte Pilotphasen mit Auswertung von Nutzungsdaten und Rückmeldungen ratsam.
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Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilungen müssen frühzeitig einbezogen werden. Bei der Messung stehe die Nutzungsrate, Häufigkeit und Verteilung über Teams im Vordergrund; betriebliche Fehlzeiten sollten hingegen nicht isoliert einem einzelnen BGM-Baustein kausal zugeschrieben werden.
Ergänzend verweisen Branchenbeobachter auf die psychologische Dimension von Führung. Wie Führungskräfte-Beraterin Diana-Nadine Brammann hervorhob, erfordere zeitgemäße Führung neben Methodik vor allem Interesse an Menschen sowie die Bereitschaft, Verantwortung für Orientierung, Entwicklung und fordernde Entscheidungen zu übernehmen.
Menschlichkeit stehe dabei keineswegs im Widerspruch zu Leistung, Klarheit oder hohen Leistungserwartungen. In vernetzten Arbeitsumgebungen gewinnen Vertrauen, Empathie und Selbstreflexion zusätzliche Relevanz.
In Ausnahmesituationen kann zudem ein Krisen-Leadership-Coaching helfen, Urteilsvermögen und Kommunikation zu strukturieren, ohne jedoch operative Krisenstäbe, Rechtsberatung oder Therapien zu ersetzen. Letztlich zeigt sich, dass körperliche Fitness und bewusste Selbstführung im Management eng ineinandergreifen, um Leistungsfähigkeit und Gesundheit langfristig zu sichern.
