Frühstück schützt vor Depression: 22.000-Personen-Studie zeigt Risiko
04.06.2026 - 15:01:25 | boerse-global.de
Ein internationales Team von 122 Fachleuten aus elf Disziplinen hat sechs Kernmerkmale für psychisches Wohlbefinden definiert. Die Studie der Universität Adelaide und der Organisation BeWellCo erschien Anfang Juni in der Fachzeitschrift Nature Mental Health.
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Die Forscher identifizierten Sinn und Zweck, Lebenszufriedenheit, Selbstakzeptanz, Verbundenheit, Autonomie und Glück als zentrale Säulen. Die Kriterien sollen helfen, Wohlbefinden über verschiedene wissenschaftliche Ansätze hinweg messbar und vergleichbar zu machen.
Frühstück schützt vor Depressionen
Doch nicht nur die mentale Einstellung zählt. Physiologische Faktoren spielen eine wesentliche Rolle. Eine Studie des Seoul St. Mary’s Hospitals mit rund 22.000 Erwachsenen zeigt: Menschen mit unregelmäßigen Essgewohnheiten haben ein 1,55-fach höheres Risiko für depressive Symptome. Besonders der Verzicht auf das Frühstück wirkt sich negativ aus.
Eine regelmäßige und vielfältige Ernährung gilt daher als präventive Maßnahme. Ergänzend betont Prof. Dr. Thomas Schläpfer von der Uniklinik Freiburg die Wirkung des Vagusnervs: Tiefe Atmung beruhigt nachweislich. Bei invasiven Stimulationsverfahren für Epilepsie oder Depressionen gibt es medizinische Belege. Bei nicht-invasiven Methoden aus sozialen Medien raten Fachleute zur Skepsis.
Bewegung und Gemeinschaft als mentale Hausapotheke
Psychologen empfehlen eine „mentale Hausapotheke" für den Alltag. Kurzfristig helfen spezielle Playlists oder Lachyoga. Für langfristige Wirkung empfehlen Experten drei Kategorien:
- Physisches Austoben: Bubble Ball oder Indoorspielplätze bauen spielerisch Stress ab
- Gemeinschaftliches Erleben: Quiz-Abende oder Apps wie Meet5 fördern Verbundenheit
- Kreative Entfaltung: Sip & Paint oder eintägige Chor-Projekte bieten neue Erfahrungen
Auch im familiären Kontext zählen gemeinsame Erlebnisse. Der Verein Väteraufbruch für Kinder organisiert im Juni eine mehrtägige Kanutour auf der Werra. Die Tour soll die Bindung zwischen getrenntlebenden Elternteilen und ihren Kindern durch Zeit in der Natur stärken.
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Glückscoaches für Kinder
Die Förderung psychischer Gesundheit beginnt im Kindesalter. Das Projekt Urban Mental Health im Bochumer Stadtteil Wattenscheid setzt auf Prävention. Unter der Leitung von Prof. Dr. Silvia Schneider von der Ruhr-Universität Bochum kommen Glückscoaches in Schulen und Kitas. Sie stärken die psychische Widerstandsfähigkeit, bevor Krankheitsbilder entstehen.
Das Projekt kostet jährlich rund 250.000 Euro. Es reagiert auf den DAK-Kinderreport, der eine Zunahme psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen verzeichnet – besonders bei Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren.
Die Deutsche Sportjugend forderte bereits 2025, Bewegung als Strukturprinzip im Ganztag zu verankern. Tägliche Sport- und Spielangebote sowie geeignete Infrastruktur seien essenziell für eine bewegungsfreundliche Kindheit und gesellschaftliche Teilhabe.
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