Fitnessmarkt: Basic-Fit kauft Clever Fit für 160 Millionen Euro
26.05.2026 - 13:04:26 | boerse-global.deDer Deal machte den niederländischen Konzern mit über 2.150 Standorten zum unangefochtenen Marktführer in Europa. 493 Clubs von Clever Fit kamen hinzu – die meisten in Deutschland. Ziel: Expansion auf zwölf Länder und mehr als 4,73 Millionen Kunden.
Während Fitness-Ketten expandieren, vernachlässigen viele Trainierende die Grundlagen für eine dauerhafte Beschwerdefreiheit. Der renommierte Orthopäde Prof. Dr. Wessinghage zeigt in seinem kostenlosen Ratgeber 17 einfache Übungen, die in nur 3 Minuten täglich Muskeln aufbauen und Schmerzen vorbeugen. 17 sofort umsetzbare Wunderübungen kostenlos anfordern
Auch international zeigt sich: Die Großen werden größer. Der brasilianische Anbieter Smartfit startete Ende Mai 2026 ein Aktienrückkaufprogramm. Grund solider Quartalsergebnisse. Analysten sehen deutliches Kurspotenzial.
Boutique-Studios erobern Nischen
Während die Ketten auf Masse setzen, gehen andere den umgekehrten Weg. In Baden bei Wien eröffneten Viktoria Pfaffstetter und Lars Berghold einen Boutique Health Club. Zielgruppe: die Generation 40+. Das Konzept setzt auf 1:1-Training und Prävention statt auf breite Fläche.
In Barcelona startete das Serotonin Studio seinen zweiten Standort. 300.000 Euro Investition, 400 Quadratmeter, ein Mix aus Krafttraining, Pilates und Yoga. Das erste Studio erreichte nach sechs Monaten die Gewinnschwelle. Auslastung: 96 Prozent. Bis zu 14 Kurse pro Tag laufen dort.
Ein ungewöhnliches Format testet Mainz. Mit dem AM-Club bringen Dilay Kaya und Nawid Walizada ein Party-Konzept ohne Alkohol auf den Markt. Fitness-Einheiten, gesundes Essen und Coffee-Rave zu Techno – eine Mischung für alle, die Sport und Feiern verbinden wollen.
KI erobert die Trainingsfläche
Die Digitalisierung verändert die Branche grundlegend. Andrew Warburton, CIO von Life Fitness, setzt auf vernetzte Systeme. ERP und CRM werden mit Plattformen wie Facility Connect verknüpft. Das Ziel: Betriebsabläufe optimieren, Personal und Kurse datenbasiert planen. Bald sollen Geräte selbstständig Wartungsbedarf melden.
Die japanische Kette FIT-EASY geht noch weiter. Ein neuer Standort in Mizunami wird rund um die Uhr geöffnet sein. Eine KI-gestützte App liefert personalisierte Empfehlungen für Training, Ernährung und Schlaf. Auch Clever Fit in Erftstadt setzt auf KI: Dort integrierte das Studio einen digitalen Trainingsbereich von EGYM inklusive Messung des biologischen Alters.
Doch nicht alles ist digitalisierbar. Herzfrequenz-Training bleibt eine Herausforderung. Experten warnen: Herkömmliche Faustformeln für Zone-2-Training sind oft ungenau. Goldstandard sind weiterhin Laktat-Stufentests für 150 bis 350 Euro. Moderne Wearables wie der Garmin Forerunner 970 verbessern die Schätzung, ersetzen Labortests aber nicht. Für Hobby-Athleten reicht der Talk-Test in Kombination mit hochwertigen Uhren.
BGH prüft Kündigungsprozesse
Auch rechtlich tut sich etwas. Der Bundesgerichtshof beschäftigt sich mit Online-Kündigungen bei Fitnessverträgen. Streitpunkt: Darf ein Anbieter auf der Bestätigungsseite einer Kündigung für Vertragspausen werben? Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat FitX verklagt.
Die maximale Mindestlaufzeit bleibt bei 24 Monaten. Nach stillschweigender Verlängerung ist eine Kündigung mit einem Monat Frist möglich. Bei Studioschließungen oder Krankheit gibt es ein außerordentliches Kündigungsrecht.
Heimtraining wird professioneller
Parallel zum Studiomarkt wächst der Home-Fitness-Bereich. RITFIT gab Ende Mai eine Partnerschaft mit Fußballprofi Marco Reus bekannt. Ziel: Profi-Equipment wie Smith-Machines fürs Wohnzimmer zugänglich machen. Hersteller Merach bringt das Luft-Rudergerät R50 Aura mit HD-Display und App-Kompatibilität – ohne Abo-Pflicht.
Wer für ein effektives Training nicht mehr das Haus verlassen möchte, kann sich mit einfachen Mitteln ein professionelles Umfeld schaffen. Dieser kostenlose Report eines Orthopädie-Experten stellt die 5 wichtigsten Trainingshelfer vor, mit denen Sie für unter 50 Euro fit und schmerzfrei bleiben. Kostenlosen Ratgeber für Ihr Heim-Fitnessstudio herunterladen
Was bleibt?
Die Grenze zwischen Fitness und Medizin verschwimmt. Spezialisierte Zentren für Ältere, KI zur Gesundheitsüberwachung – die Branche professionalisiert sich rasant. Große Ketten setzen auf Masse und günstige Preise. Kleine Studios punkten mit Betreuung und Community.
Die Herausforderung für Betreiber: die Balance zwischen digitaler Effizienz und persönlicher Nähe finden. Kommende BGH-Urteile könnten den Verbraucherschutz weiter stärken. Die Vertragstransparenz dürfte sich verbessern. Der Markt bleibt in Bewegung.
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