Fitnessclubs, Markt

Fitnessclubs: Markt soll bis 2035 jährlich um 7,88 Prozent wachsen

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Digitale Trainingslösungen gewinnen an Bedeutung, während lokale Studios mit individueller Begleitung und exklusiven Angeboten punkten.

Fitnessbranche im Wandel: KI trifft auf persönliche Betreuung
Ein minimalistisch gestalteter Fitnessraum mit hellem Holz und hohen Fenstern, die einen Blick in einen ruhigen Innenhof bieten. Illustration mit AI erstellt.

In der Fitnessbranche stehen sich zunehmend zwei unterschiedliche Philosophien gegenüber. Während datengestützte Systeme und künstliche Intelligenz weiter Einzug in den Trainingsalltag halten, positionieren sich zahlreiche inhabergeführte Betriebe und Boutique-Konzepte bewusst über persönliche Betreuung und eine familiäre Atmosphäre als Gegenentwurf zu vollautomatisierten Trainingsabläufen.

Zwischen Algorithmen und individueller Betreuung

Die Digitalisierung der Trainingsfläche schreitet voran. So erweitert die BSA-Akademie ihr Weiterbildungsangebot um einen Online-Workshop zum Thema künstliche Intelligenz in der Trainingsplanung und -betreuung, der für den 27. Oktober 2026 angesetzt ist.

Auch Technologieanbieter rüsten auf: EGYM erweitert seine Business Suite um mehr als zehn neue Datenpunkte, darunter Kennzahlen zur App-Nutzung, Mitgliederzufriedenheit, individuellem Engagement und Trainingsfortschritt, ergänzt durch Self-Service-Funktionen.

Gegen Ende des Jahres 2026 soll zudem ein Daten-Hub für große Ketten und Betriebe mit fortgeschrittenen Analyseanforderungen folgen, über den Trainingsdaten auf Mitgliedsebene direkt in die Betreibersysteme fließen.

Trotz dieser Automatisierungswelle wächst die Nachfrage nach menschlicher Anleitung. Nach Branchenprognosen, die auf dem HFA European Congress Anfang Oktober vorgestellt wurden, soll der europäische und globale Markt für Fitnessclubs zwischen 2025 und 2035 jährlich um durchschnittlich 7,88 Prozent wachsen.

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Ein wesentlicher Teil dieses Wachstums entfällt auf Nischen, die das Zwischenmenschliche in den Mittelpunkt stellen. Laut einem Trendbericht von Strava ersetzen gemeinsame Aktivitäten wie Laufclubs oder strukturierte Zirkelformate bei jüngeren Zielgruppen zunehmend traditionelle Freizeitgewohnheiten.

Lokale Studios betonen Nähe und fachliche Begleitung

Viele Betreiber antworten auf den Trend zur Standardisierung mit maßgeschneiderten Konzepten. Im spanischen Pamplona-Iturrama setzt das Infit Fitness Center unter der Leitung von Álvaro Landaluce Bastida seit etwa 15 Jahren auf personalisiertes Krafttraining.

Der Betrieb, der ursprünglich als Geschäft für Sportnahrung begann, passt die Pläne von Einsteigern bis hin zu Profisportlern, Boxern und Mixed-Martial-Arts-Kämpfern flexibel an die jeweilige Saisonphase an.

In Österreich feiert die Studiokette Vitadrom, geführt von Sigrid und Klaus Wiesmayr, ihr zehnjähriges Bestehen an den vier Standorten Bad Schallerbach, Eferding und Alkoven. Mit bis zu 100 Geräten pro Standort kombiniert der Betrieb den Trainingsalltag mit physiotherapeutischer Begleitung.

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Trainingsprogramme von acht bis zwölf Wochen Dauer werden nach Angaben der Betreiber ohne Zusatzkosten angeboten. Das Unternehmen trägt das Gütesiegel für Qualitätsfitness der Wirtschaftskammer und zählt sich selbst zu den drei führenden Betrieben in Oberösterreich. Zum Jubiläum am 9. und 10. Oktober erhalten Interessierte zwölf Wochen kostenloses Training.

In Dresden Johannstadt eröffnet am 9. Oktober an der Fetscherstraße das Feelgood-Studio der Betreiber Sandro und Christiane Zuschke. Das ursprünglich aus Norwegen stammende Konzept stützt sich auf einen Zirkel aus zwölf motorisierten Geräten mit einer Durchlaufzeit von etwa 40 Minuten. Um Mitgliedern Flexibilität bei verlässlicher Betreuung zu bieten, öffnet der Betrieb an allen 365 Tagen im Jahr.

Steigende Zahlungsbereitschaft für exklusive Betreuung

Der Trend zur Differenzierung spiegelt sich auch bei sogenannten Privatstudios wider. Da die Bezeichnung gesetzlich nicht geschützt ist, variieren die Geschäftsmodelle zwischen klassischen Mitgliedschaften, Einzelstunden für Personal Training und der zeitweisen Exklusivbuchung kompletter Räumlichkeiten.

Die monatlichen Kosten bewegen sich je nach Betreuungsumfang und Standort im höheren zweistelligen bis zu mehrhundert Euro hohen Bereich. Zusätzliche Leistungen wie Diagnostik oder Ernährungsberatung erhöhen das Budget, zeigen aber die Bereitschaft vieler Trainierender, für engmaschige menschliche Unterstützung abseits reiner Softwarelösungen mehr zu investieren.

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