Fischöl, Gramm

Fischöl: Vier Gramm täglich senken Herzinfarkt-Risiko um 43 Prozent

02.07.2026 - 21:11:13 | boerse-global.de

Zunehmende Herzinfarkte bei jungen Menschen alarmieren Mediziner. Energydrinks, Rauchen und mangelnde Bewegung rücken in den Fokus.

Herzinfarkt bei Jungen: Neue Risiken durch Lebensstil
Fischöl - Nahaufnahme eines menschlichen Herzens mit leuchtenden Blutgefäßen, umgeben von medizinischen Instrumenten und Datenanzeigen. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mediziner schlagen Alarm, denn die klassischen Risikofaktoren allein erklären den Trend nicht mehr.

Wenn der Herzinfarkt den 25-Jährigen trifft

Dr. Nguyen The Huy vom E-Krankenhaus berichtet von 25-jährigen Patienten mit schweren Herzinfarkten. Die Ursache: jahrelanger Nikotinkonsum, kombiniert mit Bewegungsmangel und Stress. Auch im Profisport werden die Risiken sichtbarer. Fußballstar Christian Eriksen erlitt Anfang Juni 2026 eine schwere Herzrhythmusstörung.

„Bei Athleten unter 35 Jahren liegen oft strukturelle Herzmuskelerkrankungen vor", erklärt Dr. Roger Gerke. Bei älteren Sportlern dominiere dagegen die koronare Herzkrankheit.

Energydrinks als Gefahr für Jugendliche

Ein besonderes Problem: der übermäßige Konsum koffeinhaltiger Getränke bei Jugendlichen. Die MedUni Graz analysierte 39 Fälle von Herzrhythmusstörungen bei 13- bis 18-Jährigen. Die Symptome reichten von Tachykardien bis zu lebensbedrohlichem Kammerflimmern. Auslöser waren Energydrinks oder Koffeinpräparate.

Statine: Große Potenziale, große Lücken

Statine bleiben der zentrale Baustein in der medikamentösen Prävention. Laut einer US-Studie könnten bei optimaler Therapie jährlich rund 100.000 Herzinfarkte in den USA verhindert werden. Der weltweite Markt für Statine lag 2024 bei rund 15 Milliarden US-Dollar.

Doch die Behandlungslücke ist groß: Nur 23 Prozent der Patienten, die für eine Primärprävention infrage kämen, nutzen die Medikamente.

Eine Langzeitstudie im Fachmagazin Lancet mit fast 980.000 Personen (1990 bis 2024) zeigt eine Angleichung der Risikoprofile. Durch den verstärkten Einsatz von Blutdrucksenkern und Statinen näherten sich die Risikowerte bei Menschen mit Adipositas denen von Normalgewichtigen an.

Anzeige

Bluthochdruck gilt als einer der Hauptfaktoren für Herzinfarkte, doch viele Betroffene möchten die tägliche Tabletteneinnahme reduzieren. Dieser kostenlose Spezialreport von Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid zeigt Ihnen 7 konkrete Wege auf, wie Sie Ihre Werte dauerhaft und auf natürlichem Weg regulieren können. Kostenlosen Ratgeber zur natürlichen Blutdrucksenkung herunterladen

Fischöl als Hoffnungsträger

Die PISCES-Studie mit 1.228 Dialysepatienten liefert neue Daten: Die tägliche Einnahme von vier Gramm Fischöl reduzierte schwere kardiovaskuläre Ereignisse um 43 Prozent. Omega-3-Fettsäuren zeigten zudem positive Effekte auf die Insulinresistenz bei Diabetes.

Eine Wirksamkeit zur Prävention von Demenz ließ sich dagegen nicht belegen – eine Untersuchung mit 365 Probanden blieb hier ohne Ergebnis.

Wenn der Zahnarztbesuch zum Risikofaktor wird

Forschungsarbeiten aus dem Jahr 2026, veröffentlicht in den Journals of Gerontology, zeigen einen überraschenden Zusammenhang: Wer aus Kostengründen auf Zahnarztbesuche verzichtet, erhöht sein Risiko für Herzinfarkte und Herzinsuffizienz.

Die Auswertung der „All of Us"-Kohorte mit über 90.000 Teilnehmern über 55 Jahren ergab: Zwei bis vier Prozent dieser Erkrankungen könnten vermieden werden, wenn finanzielle Hürden in der zahnmedizinischen Versorgung entfielen.

Anzeige

Ob Herzprobleme oder Erschöpfung – oft stecken stille Entzündungen im Körper hinter chronischen Beschwerden. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche 12 Lebensmittel aus dem Supermarkt wie natürliche Entzündungs-Killer wirken und Ihr Wohlbefinden steigern können. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung sichern

Bessere Früherkennung durch neue Verfahren

Forschungsteams der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Düsseldorf entwickeln verbesserte Früherkennungsmethoden. Ihr Verfahren erkennt Gefäßschäden in einem CO?-angereicherten Wasserbad mittels Nahinfrarotspektroskopie. Die Methode erfasst die Endothelfunktion präziser als bisherige Standardverfahren – besonders relevant für Diabetiker.

Neue Hoffnung aus der Grundlagenforschung

Eine in Nature Communications publizierte Studie des Max Delbrück Centers zeigt am Beispiel von Zebrafischen, wie Makrophagen durch spezifische Entzündungssignale die Heilung des Herzmuskels steuern. Eine gezielte Steuerung dieser Entzündungsprozesse könnte künftig neue Therapiewege eröffnen.

Prävention vor Ort

Für den Sommer und Herbst 2026 sind verstärkt Informationsangebote geplant. Am 7. Juli 2026 bietet eine mobile Beratungseinheit in Ingolstadt Risikotests und Präventionsgespräche an. Mitte Oktober folgen Fachvorträge zur Herzgesundheit in Eppingen – mit Fokus auf Ernährung, Blutdruckkontrolle und Mundhygiene.

de | wissenschaft | 69676154 |