Fischöl-Studie: 1,5 Gramm senken Herzinfarkt-Risiko um 43%
Veröffentlicht am: 03.07.2026 um 03:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Statt einfacher Vitamine dominieren komplexe Technologien und Lifestyle-Produkte.
Ein neuer Branchenbericht von iüLabs vom 2. Juli zeigt: Moderne Supplements setzen auf verbesserte Aufnahme und Stabilität der Wirkstoffe. Die sogenannte SoluSmart-Technologie aktiviert Inhaltsstoffe erst unmittelbar vor der Einnahme – das soll die Frische garantieren.
Innovationen für bessere Verträglichkeit
Auch bei Mineralstoffen gibt es Fortschritte. Greenmindset Pharma präsentierte Anfang Juli ein Eisenpräparat mit endosomalem Eisen. Die SunActive-Fe-Technologie nutzt die Endozytose zur Aufnahme. Das vermeidet den typischen metallischen Beigeschmack und verbessert die Magenverträglichkeit. Die Supplementierung wird so unabhängig von Mahlzeiten.
Der Kollagen-Boom: Milliardenmarkt mit Fragezeichen
Kollagenpeptide haben sich zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Glow25, 2021 gegründet, steigerte den Umsatz von 35 Millionen Euro (2022) auf 130 Millionen Euro (2025). Die Produkte sind bei Galeria, Kaufland und DM erhältlich.
Doch die Wirksamkeit ist umstritten. Die Verbraucherzentrale betont: Für die beworbene Wirkung auf das Hautbild gibt es keine gesicherten Belege. Orthopäde Renkawitz ergänzt: Eine Arthrose-Prävention durch Kollagen sei nicht wissenschaftlich belegt. Branchengrößen wie Gelita-Chef Hill stellen trotzdem auf Kollagen um – die Nachfrage ist da.
Fischöl-Studie sorgt für Aufsehen
Die Charité Berlin veröffentlichte am 1. Juli eine Studie im Journal of Nephrology. Ergebnis: 1,5 Gramm Fischöl täglich senken bei Dialysepatienten das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle um 43 Prozent. Die EMA bewertet die Studie als hochwertig. Eine Folgestudie mit 5.000 Patienten ist bereits geplant.
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Neue Marken drängen auf den deutschen Markt. Liquid I.V., US-Marktführer für Elektrolyt-Pulver, startete am 1. Juli in Deutschland. Das Angebot umfasst verschiedene Geschmacksrichtungen und zuckerfreie Varianten. Biolectra bringt Magnesium-Vitamin-B6-Weichgummis – laut Sportmediziner Professor Tobolski sollen sie Regeneration und Energiestoffwechsel unterstützen.
Experten warnen vor unkontrollierter Einnahme
Professor Nguyen Lan Hieu, Direktorin des Universitätsklinikums Hanoi, begründete am 1. Juli, warum die Klinik keine Nahrungsergänzungsmittel mehr verschreibt. Übermäßiger Gebrauch könne schaden – etwa durch Kaliumüberdosierungen mit Herzrhythmusstörungen.
Kritik gibt es auch an Mikrobiom-Selbsttests für 100 bis 180 Euro. Professorin Dr. Birgit Tejung von der DGVS rät davon ab: „Sie liefern keine verlässlichen Aussagen.“ Stattdessen empfiehlt sie ballaststoffreiche Ernährung. Der Trend „Fibermaxxing“ setzt auf Hülsenfrüchte wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen. Die DGE empfiehlt 30 Gramm Ballaststoffe täglich – der Deutsche erreicht im Schnitt nur 18 bis 19 Gramm.
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Augenarzt Professor Norbert Pfeiffer warnt zudem vor hormonhaltigen Wimpernseren. Prostaglandin-haltige Produkte können irreversible Irisverfärbungen und Fettgewebsveränderungen auslösen. Sicherere Alternativen: Produkte auf Basis von Rizinusöl oder Vitaminen.
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