Fischöl-Präparate, Omega-3

Fischöl-Präparate: Warum Omega-3 allein nicht vor Alzheimer schützt

22.06.2026 - 18:22:16 | boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse untermauern die Wirksamkeit der mediterranen Ernährung als Ganzes, während isolierte Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3 enttäuschen.

Mediterrane Diät: Neue Studien bestätigen Vorteile und Grenzen
Fischöl-Präparate - Eine lebendige Stillleben-Anordnung frischer mediterraner Zutaten wie Tomaten, Oliven, Fisch, Vollkornprodukten und Olivenöl auf einem Holztisch. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem ersten Halbjahr 2026 untermauern ihren Nutzen – und zeigen gleichzeitig Grenzen einzelner Nahrungsergänzungsmittel auf.

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Kreta als kulinarische Hauptstadt Europas

Die Insel Kreta wurde zur „European Region of Gastronomy“ 2026 gekürt. Die Auszeichnung, bereits im Oktober 2024 in Heraklion verliehen, würdigt die kretische Küche als Ursprung der mediterranen Ernährung. National Geographic und Condé Nast Traveller führen die Region als eines der wichtigsten kulinarischen Reiseziele.

Parallel gewinnt ein Trend an Aufmerksamkeit: die Ernährung nach biblischen Vorbildern. Der Mediziner und Theologe Peter Prock sieht darin im Kern die mediterrane Diät – mit Fisch, Oliven, Hülsenfrüchten und Gerste. Aus medizinischer Sicht sei das Konzept sinnvoll.

Omega-3 allein reicht nicht

Eine Studie der Keck Medicine of USC untersuchte den Effekt von Fischöl-Präparaten auf die Alzheimer-Prävention. 365 Erwachsene zwischen 55 und 80 Jahren nahmen täglich 2.000 mg DHA ein. Die Werte im Gehirn stiegen um 17 Prozent – doch Kognition und Gedächtnis verbesserten sich nicht.

Die Forscher schlussfolgern: Die mediterrane Ernährung als Ganzes wirkt offenbar besser als isolierte Supplemente.

Das King’s College London lieferte im Juni zudem Erkenntnisse zur Blutdrucksenkung. Demnach kann Rote-Bete-Saft in Kombination mit zuckerhaltigem Kaugummi den systolischen Blutdruck um etwa 3 mmHg senken – weil die Nitritwerte im Körper steigen.

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Streit um Fett und Kohlenhydrate

Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller warnt: Wer Fette durch raffinierte Kohlenhydrate ersetzt, riskiert Fettleber und Typ-2-Diabetes. Er verweist auf Harvard-Wissenschaftler, die die über vier Jahrzehnte verfolgte „Low-Fat“-Strategie als gescheitert bezeichnen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Weltgesundheitsorganisation halten dagegen an der Empfehlung fest: Die Fettzufuhr soll 30 bis 35 Prozent der Gesamtenergie nicht überschreiten. Tiermodelle, vorgestellt auf dem Kongress ENDO 2026 in Chicago, mahnen ebenfalls zur Vorsicht bei extremen Diäten. Radikaler Zuckerverzicht beeinträchtigte bei Mäusen die Glukosetoleranz und veränderte das Mikrobiom.

Jo-Jo-Effekt: Schnell abnehmen erlaubt?

Eine norwegische Studie präsentierte im Mai auf dem Europäischen Adipositas-Kongress in Istanbul neue Daten. 284 Probanden unter der Leitung von Dr. Line Kristin Johnson zeigten: Wer mit weniger als 1.000 kcal pro Tag schnell abnahm, verlor nach zwölf Monaten insgesamt 14,4 Prozent ihres Gewichts. Die langsamere Gruppe erreichte 10,5 Prozent – ohne stärkeren Jo-Jo-Effekt.

Mediterran im Alltag: Die fünf wichtigsten Regeln

  • Kräuter statt Salz verwenden
  • Nüsse als Snack statt industrieller Produkte
  • Geflügel und Fisch bevorzugen, rotes Fleisch reduzieren
  • Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kefir oder Kombucha integrieren
  • Ballaststoffe erhöhen, Fast Food meiden

Ein Erfahrungsbericht bestätigt den langfristigen Erfolg: Über sieben Jahre (2018 bis 2025) nahm jemand 20 Kilogramm ab. Das Geheimnis: keine strikten Verbote, sondern Bewegung im Alltag und eine dauerhafte Umstellung.

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