Fischöl, Dialysepatienten

Fischöl bei Dialysepatienten: Herzinfarktrisiko sinkt um 43 Prozent

01.07.2026 - 19:41:02 | boerse-global.de

Neue Charité-Studie belegt 43 Prozent weniger Herzinfarkte durch Omega-3 bei Dialysepatienten. Alzheimer-Prävention bleibt jedoch aus.

Fischöl schützt Dialysepatienten vor Herzinfarkt
Fischöl - Nahaufnahme von Omega-3-Fischölkapseln, die auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche angeordnet sind. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegt eine aktuelle Studie der Charité Berlin. Doch bei anderen Patientengruppen bleiben die Erwartungen deutlich hinter den Hoffnungen zurück.

Herzschutz für Risikopatienten

Die im Journal of Nephrology veröffentlichte randomisierte Doppelblindstudie untersuchte 1.200 Dialysepatienten. Täglich 1,5 Gramm Fischöl reduzierten schwere kardiovaskuläre Ereignisse signifikant. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewertete die Studie als qualitativ hochwertig.

Kritiker fordern allerdings Langzeitdaten über mehrere Jahre. Die Charité plant bereits eine Folgestudie mit 5.000 Teilnehmern. Die PISCES-Studie deutet zudem darauf hin, dass höhere Dosierungen von bis zu 4 Gramm die Wirkung noch verstärken könnten.

Enttäuschung bei Alzheimer-Prävention

Ganz anders sieht die Bilanz bei neurodegenerativen Erkrankungen aus. Eine Ende Juni in eBioMedicine publizierte Studie der Keck Medicine (USC) liefert ernüchternde Ergebnisse. 365 ältere Erwachsene mit erhöhtem Alzheimer-Risiko nahmen zwei Jahre lang täglich 2.000 Milligramm DHA ein.

Die DHA-Konzentration im Liquor stieg um 17 Prozent – der Wirkstoff erreichte also das Gehirn. Doch klinische Verbesserungen blieben aus. Die Forscher um Dr. Hussein Naji Yassine beobachteten weder eine Steigerung der Gedächtnisleistung noch eine Verlangsamung der Hippocampus-Schrumpfung.

Fachleute empfehlen weiterhin primär mediterrane Ernährung und einen gesunden Lebensstil zur Demenzprävention.

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Biologisches Alter: Drei Monate jünger

Einen anderen Ansatz verfolgte die DO-HEALTH-Studie, deren Ergebnisse Anfang Juli vorgestellt wurden. Teilnehmer ab 70 Jahren nahmen über drei Jahre täglich ein Gramm Omega-3 aus Algen ein. Die Auswertung epigenetischer Marker zeigte: Das biologische Alter lag im Schnitt drei Monate unter dem chronologischen.

In Kombination mit Vitamin D und regelmäßiger Bewegung sank zudem das Risiko für Gebrechlichkeit, Infektionen und bestimmte Krebserkrankungen.

Medikamentöse Alternativen rücken in den Fokus

Parallel zur Supplement-Forschung gewinnen Medikamente an Bedeutung. Daten des National Institutes of Health (NIH) vom Juni deuten darauf hin, dass SGLT2-Hemmer das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent senken könnten. GLP-1-Agonisten zeigen eine Risikoreduktion von 33 Prozent. Die FDA ließ letztere Ende Juni auch zur Senkung kardiovaskulärer Ereignisse zu.

Warnung vor anderen Präparaten

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Während Omega-3-Fettsäuren als sicher gelten, schlagen Forscher bei anderen Supplementen Alarm. Eine Analyse in Nature Metabolism mit 66.000 Probanden ergab: Glucosamin erhöht bei Menschen mit bestehenden leichten kognitiven Einschränkungen das Demenzrisiko um 25 Prozent.

Die Kardiologin Dr. Christina Reuss betont: „Omega-3-Präparate können bei unzureichendem Fischkonsum sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch die Qualität – unabhängige Prüfsiegel geben hier Sicherheit."

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