Fisch vor der Schwangerschaft: Studie findet 34 Prozent weniger frühe HDP
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deHypertensive Schwangerschaftserkrankungen zählen weltweit zu den wesentlichen Risikofaktoren für Komplikationen bei Mutter und Kind. Neue Daten aus einer großen japanischen Kohortenstudie geben nun detaillierte Einblicke, welche Rolle die mütterliche Ernährung vor und während der Gestation spielen könnte. Im Fokus steht dabei der regelmäßige Verzehr von Fisch.
Signifikante Risikoreduktion vor der Empfängnis
Die im European Journal of Nutrition veröffentlichte japanische JECS-Kohortenstudie, die Daten von 86.009 Frauen auswertete, untersuchte den Zusammenhang zwischen Fischkonsum und dem Auftreten hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen (HDP).
Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Fischaufnahme im Jahr vor der Schwangerschaft mit einem verringerten Risiko für früh einsetzende HDP einhergeht. Beim Vergleich der Gruppe mit der höchsten Aufnahme gegenüber jener mit dem geringsten Verzehr lag die adjustierte Odds Ratio um 34 % niedriger (aOR 0,66).
Besonders ausgeprägt zeigte sich dieser Zusammenhang bei Erstgebärenden: Frauen, die vor ihrer ersten Schwangerschaft die größte Menge Fisch zu sich nahmen, wiesen eine um 43 % niedrigere Wahrscheinlichkeit für früh einsetzende Erkrankungen auf (aOR 0,57).
Auch während der Schwangerschaft blieb ein protektiver Zusammenhang erkennbar. Bei vier von fünf Untersuchungsgruppen zeigte sich unter Fischkonsum ein um 14 % geringeres Gesamtrisiko für HDP (aOR 0,86). Bezüglich spät einsetzender Krankheitsverläufe verzeichneten Erstschwangere zudem ein um 21 % verringertes Risiko (aOR 0,79).
Interessanterweise erwiesen sich isolierte Betrachtungen von Omega-3-Mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) als schwächer und weniger konsistent im Zusammenhang. Die Forscher weisen zugleich darauf hin, dass es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, die keinen direkten Kausalnachweis erbringt.
Einordnung in die Schwangerschaftsvorsorge
Hypertensive Erkrankungen stellen das kardiovaskuläre System von Schwangeren vor erhebliche Herausforderungen. Nach Angaben von Santé publique France sind etwa 5 bis 10 % der Schwangeren von Präeklampsie betroffen. Bluthochdruck in der Schwangerschaft wird ab Werten von über 140/90 mmHg diagnostiziert und tritt meist im dritten Trimester auf.
Wer sich mit dem Thema Blutdruck befasst, sollte auch die Bedeutung wichtiger Blutwerte kennen. Dieser kostenlose Report erklärt verständlich, welche Laborwerte wirklich wichtig sind und wie man Vitalstoffmängel frühzeitig erkennt. Kostenlosen Laborwerte-Ratgeber jetzt anfordern
Präeklampsie geht häufig mit Proteinurie und Schädigungen an Organen, insbesondere den Nieren, einher. Neben familiärer Vorbelastung zählen Mehrlingsschwangerschaften, höheres Alter und die erste Entbindung zu den etablierten Risikofaktoren.
Dass die Kontrolle des Blutdrucks entscheidend ist, unterstreichen auch US-Daten des National Vital Statistics System: Demnach stieg die Prävalenz mütterlicher Hypertonie von 9,4 % im Jahr 2018 auf 13,9 % im Jahr 2024 an. Chronischer Bluthochdruck vor oder nach der 20. Schwangerschaftswoche ist dortigen Analysen zufolge unter anderem mit einem um 30 % höheren Risiko für kritische angeborene Herzfehler beim Neugeborenen verbunden.
Eine gezielte Ernährung ist ein wesentlicher Baustein, um Bluthochdruck auf natürlichem Weg entgegenzuwirken. Wie Sie Ihre Werte durch einfache Rezepte und ohne Verzicht regulieren können, erfahren Sie in diesem kostenlosen Fachbericht. Gratis-Report mit 7 Rezepten gegen Bluthochdruck sichern
Empfehlungen zur Ernährung
Fachleute betonen im Rahmen der Prävention neben regelmäßigen Blutdruckkontrollen, Bewegung und Stressabbau eine ausgewogene Zusammensetzung des Speiseplans. Bei Schwangerschaftshypertonie wird eine geringe Salzaufnahme angeraten, während stark cholesterinhaltige Lebensmittel sowie Konserven vermieden werden sollten.
Empfohlen werden stattdessen eine ausreichende Zufuhr von Zink, den Vitaminen C und E sowie eine hohe Zufuhr von Protein, Kalzium und Kalium. Auf dem Speiseplan stehen dabei neben Fisch auch Fleisch, Eier, Milch und frisches Gemüse, ergänzt durch bedarfsgerechte Eisen- und Kalziumpräparate.
